Obwohl ich Lehrerin bin, möchte ich Bücher nicht benoten

Oft gehört zu einer Buchvorstellung auch eine Bewertung in Form von Sternen oder ähnlichem – bei mir jedoch nicht. Warum habe ich mich dagegen entschieden? Für mich ist es eine vereinfachte Klassifizierung, die den Büchern oft nicht gerecht wird. Sicherlich ist es für den Leser oft erst einmal interessant, ob ein Buch eine Top-Bewertung oder eher eine schlechte Bewertung bekommt, aber auf diese Weise hat man auch direkt eine bestimmte Sichtweise auf das Buch, die vielleicht gar nicht dem eigenen Geschmack entspricht. Denn nach welchen Kriterien werden die Sterne vergeben? Richte ich mich nach der Zielgruppe oder nach meinen eigenen Interessen? Kann ich 5 Sterne geben, auch wenn ich im Text nicht vor Begeisterung sprühe? Ist es in Ordnung eine mittelmäßige Bewertung abzugeben, nur weil mich persönlich ein Thema nicht so sonderlich interessiert? Klar, man kann versuchen objektiv vorzugehen, aber erstens ist das nicht komplett möglich, denn die Geschmäcker sind nun einmal unterschiedlich, und zweitens werden mir die Buchvorstellungen dadurch zu unpersönlich, denn ich würde zuviel daüber nachdenken, was andere über dieses Buch sagen würden oder ob zum Beispiel die Bilder, die mich nicht ansprechen können, unter neutralen Gesichtspunkten dennoch positiv bewertet werden müssten.

dreisterne

Ich schreibe lieber ganz frei und ohne ein Bewertungsraster darüber, wie die Bücher bei uns ankommen (teilweise favourisieren mein Sohn und ich ganz andere Bücher) und was wir mit ihnen erleben und dann kann jeder selbst entscheiden, ob das für ihn eher ein Top- oder ein Flop-Buch ist. Meine Meinung und Bewertung fließt in die Texte mit ein, aber ich möchte mich nicht auf eine “Note” festlegen lassen (was im Übrigen nicht heißt, dass ich bei anderen nicht auf eine solche Bewertung achte…).

fuenfsterne

17 Gedanken zu „Obwohl ich Lehrerin bin, möchte ich Bücher nicht benoten

  • 29. Januar 2015 um 09:34
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    Hallo Miri,
    ich hoffe, dass nicht meine Tochter mit ihrem “Ich vergebe nur 4 Eulen, weil das Buch zu spannend war” Auslöser dieses Texte war. 🙂 Ich fand die Begründung sehr merkwürdig und auch ein bisschen ungerecht, aber sie ließ sich nicht davon abbringen. Daher stimme ich dir zu, dass diese Bewertungen nicht immer ganz einfach sind. Wie oft sitze ich da und kann mich nicht entscheiden. Meiner Meinung nach kann so eine Bewertung aber immer nur subjektiv sein. Abschaffen würde ich sie jedoch nicht. Wenn ich sie mal vergesse, wird auch gleich nachgefragt. 🙂
    Liebe Grüße
    Mona

    Antwort
    • 29. Januar 2015 um 10:05
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      Ne, ne, das war nicht der Auslöser 🙂 Ich finde es auch okay, wenn man es so macht, aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden 😉

      Antwort
    • 29. Januar 2015 um 10:07
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      Und klar: Sie ist immer subjektiv, aber ich drücke meine Bewertung dann lieber in Worten aus 🙂

      Antwort
  • 29. Januar 2015 um 11:34
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    Ich bin auch kein Fan dieser Benotung und habe bewusst von Anfang an auf so etwas verzichtet. Zum einen kann – wie du schon angeführt hast – ein Buch,das mir nicht gefällt für andere großartig sein, zum anderen frage ich mich, wie man die Punkte gerecht vergibt: Müsste man da nicht auch immer Vergleiche zu anderen bisher rezensierten Büchern oder wenigstens anderen Büchern des Autors vornehmen? Als Beispiel: Der Lieblingautor bringt ein neues Buch raus. Das kann mich auf ganzer Linie überzeugen,jedoch bin ich der Ansicht, dass andere Bücher des Autors noch ein Stück mitreißender waren. Vergebe ich dann volle Punktzahl, weil ich an sich nichts am Buch auszusetzen habe oder gibt es einen Punkt Abzug,weil das Buch im Vergleich zu den anderen etwas schwächer war? Für dieses Dilemma würde ich nie eine Lösung finden, die mich zufrieden stellt.

    Und sowieso kann man Worten einem Buch gerechter werden als mit eher nichtssagenden Punkten,Sternen etc.

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    • 29. Januar 2015 um 12:18
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      Solche Gedanken mache ich mir dann auch immer und finde eine “Note” dann immer unbefriedigend.

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  • 29. Januar 2015 um 20:31
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    Ich bin zu dem gleichen Entschluss gekommen. Jeder kann meine Rezension lesen und dann selber überlegen, wie er meine Kritik und mein Lob gewichten würde. Manchmal lese ich beispielsweise 1-Sterne-Rezensionen bei Amazon und denke mir, dass ich das, was kritisiert wird, gar nicht schlimm finde. Jeder Leser hat nun einmal andere Wünsche und Ansprüche an ein Buch.

    Antwort
  • 29. Januar 2015 um 21:52
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    Ich bin FÜR Bewertungen, weil eine Besprechung eines literarischen Werkes naturgemäß immer subjektiv ist, auch wenn der Rezensent objektive Kriterien anlegt. Erinnert mich als Exkurs an die Deutschaufsätze in der Schule ;-). Ich habe einige Punkte, die ich bei der Bewertung eines Buches anlege: Zielgruppengerecht müssen Themenwahl, Sprachstil, Logik, Plotaufbau und Illustrationsstil sein. Die Sternvergabe ist für mich am Ende meine Zusammenfassung. Hier muß ich mich festlegen. Es gab natürlich schon mehrere Bücher, wo ich zwischen zwei verschiedenen Sterngraden schwankte. Aber es zeigt mir MIT dem Rezensionstext sehr genau MEINE Einschätzung. Ich lese übrigens auch keine Bewertungen eines Buches VOR meiner eigenen, um mich nicht beeinflußen zu lassen. Da gab es schon manche schlechtere Bewertung von mir als von anderen.

    Antwort
    • 29. Januar 2015 um 22:06
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      Diese Sichtweise kann ich auch verstehen. Bei mir persönlich hinterlässt so eine Benotung allerdings oft ein ungutes Gefühl… Vielleicht liegt es auch daran, dass mir selbst manchmal nicht klar ist, was eine “Note”ausdrücken soll. Wenn ich eine Note in die Worte “eingeschränkt empfehlenswert” z.B. übersetze, klingt das für mich nicht unbedingt negativ. Es kommt eben darauf an, worin die Einschränkung liegt. Wenn ich dann aber diese Worte in einem von drei Sternen widergebe, kommt es mir durchaus recht negativ vor. Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt 😉 Wenn ich nicht zufällig schon andere Meinungen zu einem Buch gehört habe, lese ich mir auch keine anderen Bewertungen vor meiner eigenen durch, denn sonst lässt man sich doch schnell beeinflussen.

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  • 1. Februar 2015 um 20:37
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    Auf meinem Blog gibt es auch keine Benotung mehr.
    Stelle ich meine Rezis bei LB, WLD oder sonstwo ein, muss ich es aber tun.
    Mein persönlciher Geschmack fließt aber nicht überwiegend ein. Ich achte mehr auf Themenumsetzung, Aufbau des Plots, Logik innerhalb der geschaffenen Erzählwelt und dann noch die Rechtschreibung, die einem gerade manchmal bei kleineren Verlägen die Fußnägel hochrollen lässt…
    Sind das Thema oder die Ansichten in irgendeiner Form menschenverachtend, gewaltverherrlichend oder widersprechen sie meinen Moralvorstellungen in anderer Art und Weise, gibt es einen nicht unwesentlichen Abzug.
    Den letzten Punkteschliff gibt dann das “persönliche Gefallen”.

    Was unterrichtest du denn, Miri?

    Antwort
    • 1. Februar 2015 um 20:58
      Permalink

      Ich bin Grundschullehrerin, also unterrichte ich quasi alles. 😉 Bin aber momentan zu Hause, da ich Zeit für die Familie haben möchte…
      Wenn ich Sterne o.ä. verteilen würde, würde ich es auch nach bestimmten Kriterien machen, aber in meinem Blog soll es ja neben dem Vorstellen von Büchern auch um unser persönliches Erleben mit Büchern gehen und dazu passen “Benotungen” meines Erachtens nicht so gut…

      Antwort
      • 1. Februar 2015 um 21:05
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        Ja genau. Ich versuche, alles zu berücksichtigen, aber die persönliche Meinung muss natürlich spürbar sein 🙂

        Antwort
    • 1. Februar 2015 um 21:00
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      Ach ja, und Rechtschreibung, Grammatik etc. sind mir übrigens auch wichtig! Habe hier noch ein Buch liegen, in dem alte und neue Rechtschreibung vermischt werden…

      Antwort
      • 1. Februar 2015 um 21:18
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        Mein Großer und ich lesen gerade ein Buch zusammen, eine echt nette Geschichte über Drachen….die neue Rechtschreibung wird auch verwendet, aber es sind viele fehlende Buchstaben, sdass aus eigentlich verwendeter Vergangenheit zwischendurch Gegenwart wird, die Kommas werden frei Schnauze verteilt…dass ist oft das usw…..Es vergeht kaum eine Doppelseite ohne Fehler. Ist immer ärgerlich, aber bei KiJu-Büchern geht das für mich gar nicht.

        Antwort
        • 1. Februar 2015 um 21:21
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          Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie man so etwas veröffentlichen kann… Aber ich rege mich auch regelmäßig über die “Wallnuss” in der Speisekarte meines Lieblingsrestaurants auf… 😉

          Antwort
  • Pingback:Lust und Frust beim Bloggen: Bücher bewerten | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

  • 22. Mai 2017 um 21:10
    Permalink

    Hallo Miri,
    Ich kann keine email von dir finden, also schreibe ich hier öffentlich.

    Mein Name is Werner Stejskal. Ich bin geborener Wiener und lebe schon seit vielen Jahren in Perth, Westaustralien. Ich habe eine lange Serie von Bilderbüchern geschaffen. Sie heißt ,,Oliver und Jumpy”. Es handelt sich um die Abenteuer eines eleganten Katers mit seiner Kängurufreundin. Er liebt es in ihrem Beutel zu reiten.

    Die Illustrationen sind von hoher Qualität und im Disneystil. Es gibt 62 Stories in 20 Ebooks oder 10 PODs (nur Englisch) in Englisch, Spanisch, Chinesisch und nun endlich auch in Deutsch. Weitere Sprachen werden folgen.

    Ich habe die Geschichten geschrieben und dann mit Hilfe einiger Illustratoren auf eigene Kosten entwickelt und produziert. Die englischen Bücher haben viele 4- und 5-Sterne Rezensionen erhalten und auch zwei Goldmedaillen.
    Jedes Buch hat drei Kurzgeschichten und kann in zehn Minuten gelesen werden. Vielleicht finden sie meine Serie interessant genug sie vorzustellen. Ich bin auch gerne bereit ein Autoreninterview zu machen.

    Hier können sie das erste Buch bis Mittwoch umsonst herunterladen.
    https://www.amazon.de/dp/B06XF6JLS5/

    Sie finden mehr Information hier:
    https://www.amazon.com/Werner-Stejskal/e/B00NFANG58/

    und hier:
    http://www.bedtimestory4you.com/

    Vielen Dank! Hochachtungsvoll, Werner Stejskal

    Antwort

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