ab 18 MonatenBilderbücherRezension

Rezension: Ich bin wütend, traurig, fröhlich

(Rezensionsexemplar) Das Bauen einer Sandburg kann von vielen Gefühlen begleitet sein. Ist eigentlich ziemlich logisch, denn etwas tolles zu erschaffen macht glücklich und stolz, aber wenn etwas schief geht oder etwas einstürzt, ist man auch traurig und vielleicht sogar wütend.

In dem Pappbilderbuch „Ich bin wütend, traurig, fröhlich“ begleiten wir die Taube Henri beim Sandburgenbau. Dabei können wir gut ihre verschiedenen Gefühle nachvollziehen.

Klappentext etwas irreführend

Den Klappentext finde ich etwas übertrieben und springt mir zu sehr auf den Zug der momentanen Themen in der Kinderwelt auf. Es heißt dort „Ein besonderes Bilderbuch für gefühlsstarke Kinder und Eltern“.

Was genau bedeutet eigentlich gefühlsstark? Oft geht es dabei auch um neurodiverse Kinder. Das ist ein wichtiges Thema und ich finde es auch gut, wenn es in Büchern aufgenommen wird. Dennoch finde ich, dass dieses Buch damit nichts direkt zu tun hat. Es geht hier um Gefühle, die wohl die meisten Menschen in diesen Situationen so wahrnehmen würden.

Welches Kind ist nicht traurig, wenn der Tunnel der Burg einstürzt? Im Gegensatz zu Kindern, die Gefühle extrem stark wahrnehmen, bekommt sich Henri hier recht gut wieder – ohne Hilfe von außen – reguliert.

Gelungene Darstellung verschiedener Gefühle

Mir gefällt das Buch sehr gut und auch die Darstellung von Gefühlen wird toll und nachvollziehbar dargestellt. Es ist aber schlicht und ergreifend ein Buch über Gefühle und hat damit auch absolut seine Berechtigung. Es ist ein wichtiges Buch für Kinder ab 18 Monate, die hier anhand der Geschichte der Taube Henri die Gefühlspalette von glücklich, über ärgerlich und stolz bis hin zu traurig und fröhlich kennen lernen.

Die dargestellte Situation können sicherlich viele Kinder nachvollziehen. Henris Gesichtsausdrücke lassen sich prima deuten und man kann auch bevor die jeweiligen Wörter fallen, mit den Kindern darüber sprechen, wie es ihm wohl gerade geht. Pro Seite gibt es nicht viel mehr als ein bis zwei Sätze und vielleicht noch einen kurzen Ausruf wie „Oh nein!“ oder ähnliches. Das macht die Geschichte sehr eingänglich.

Die Gefühlsadjektive werden einfach in die Sätze mit eingebunden und nicht extra wie in einem Lehrbuch herausgestellt. Das finde ich sehr gut gemacht. Man kann einfach die Geschichte lesen und dabei mit Henri mitfühlen.

Insgesamt ist dies ein niedliches kleines Pappbilderbuch, das das Thema Gefühle sehr gut in Text und Bild herüber bringt.

Ich bin wütend, traurig, fröhlich von Wiebke Rauers, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-65436-0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert