Rezension: Bilderbuchreihe „THEO“
(Rezensionsexemplare) Es gibt eine neue Bilderbuchreihe zu wichtigen Alltagsthemen bei Kindergartenkindern und ich kann euch schon mal verraten, dass sie bei uns voll eingeschlagen ist.
Von „THEO“ gibt es momentan die ersten zwei Bände „Ein Löwe kann das schon allein“ und „Ein Löwe setzt Grenzen“ und insbesondere der erste Band wird hier sehr geliebt und ich habe ihn schon so oft vorgelesen, dass an bestimmten Stellen das Kind bereits mitspricht.
Die Bilderbücher beschäftigen sich mit Themen, die bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren eine große Rolle spielen. Was darf man schon alleine, aber was vielleicht auch noch nicht? Und wie setzt man eine Grenze ohne jemand anderes zu verletzen?
Ein Löwe kann das schon allein
In „Ein Löwe kann das schon allein“ geht Theo mit Mama ins Schwimmbad. Den ganzen Tag über möchte er alles allein machen, ganz ohne Mamas Hilfe. Schon bei den Pfannkuchen geht das aber nicht, weil Mama entscheidet, dass das zu gefährlich ist. Aber wenigstens die Rutsche im Schwimmbad, die so cool aussieht, möchte Theo allein herunterrutschen. Das darf er auch. Aber irgendwie ist sie doch ganz schön lang. Theo ist hin und her gerissen. Mit Mama möchte er nicht rutschen, aber auch nicht allein. Zum Glück hat Mama eine gute Idee, wie sie Theo in dieser Situation helfen kann…
Ein Löwe setzt Grenzen
In „Ein Löwe setzt Grenzen“ erkennt keiner, was Theo möchte. Die anderen Kinder bestimmen einfach, dass er beim „Wiese-Spiel“ der Maulwurf sein soll. Das findet er so doof, dass er auf einmal laut losbrüllt und den kleinen Flamingo sogar wegschubst. Der Erzieher nutzt daraufhin direkt die Chance mit allen darüber zu sprechen, wie man eine Grenze setzt. Am Nachmittag kann Theo sofort üben, wie man „Stopp“ sagt, denn Oma ist zu Besuch und knuddelt und küsst ihn viel zu doll und viel. Sein leises „Stopp“ überhört sie und als er es dann ganz laut brüllt, erschrickt sie. Aber nachdem sie in Ruhe über die Sache gesprochen haben, versteht Oma, was Theo möchte und akzeptiert es.
Kindgerecht und warmherzig
Beide Themen werden sehr kindgerecht und warmherzig vermittelt. Die Kinder werden dabei ernst genommen. Gut gefällt mir z.B. auch beim zweiten Buch, dass es andere zunächst verletzen kann, wenn man eine Grenze laut ausspricht, dass aber ein klärendes Gespräch durchaus für Verständnis sorgen kann. Hier wird gut aufgezeigt, dass es gar nicht so einfach ist, „nein“ oder „Stopp“ zu sagen, und gleichzeitig werden die Kinder dazu ermutigt für sich einzustehen.
Es gibt aber auch einige humorvolle Stellen.
Getrennt lebende Eltern
Theos Eltern leben übrigens nicht zusammen. Das wird aber nur ganz selbstverständlich am Rand erwähnt. Vorne im Vorsatzpapier sieht man wie Theo im ersten Band von Papa zu Mama geht und im zweiten Band winkt er an Papas Hand der Mama. Erwähnung findet die Situation an der Stelle, an der Theo fragt, wann denn wieder „Papa-Tag“ ist. Mir gefällt sehr gut, wie beiläufig diese Thematik in Theos Alltag mit einfließt. Außerdem finde ich es eine sehr gute Idee, dass beiden Situationen (also einmal bei Mama und einmal bei Papa) ein Bilderbuch gewidmet wird.
Sehr ansprechende Illustrationen
Ganz toll sind auch die Illustrationen in den Büchern. Sie sind bunt und fröhlich. Außerdem kann man die Emotionen gut an Körperhaltung und Gesichtsausdruck ablesen.
Schön ist auch, dass einige Figuren in beiden Büchern vorkommen. So etwas entdecken Kinder ja immer ganz schnell.
Wir haben Theo auf jeden Fall sofort lieb gewonnen und verfolgen gerne seine kleinen Abenteuer im Schwimmbad, im Kindergarten und zu Hause.


THEO – Ein Löwe kann das schon allein von Valentina Brüning, Fee Krämer und Nadine Y. Resch, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-2175-2
THEO – Ein Löwe setzt Grenzen von Valentina Brüning, Fee Krämer und Nadine Y. Resch, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-2174-5
