Rezension: John Maynard

Gerne bringe ich meinen Kindern ein wenig Poesie und Klassik nahe. Ich mag es, mit ihnen alte Geschichten und Gedichte zu lesen, aber ausgerechnet „John Maynard“ von Theodor Fontane wird hier von der halben Familie abgelehnt.

Wir haben „John Maynard“ in der Bilderbuchausgabe der Reihe „Poesie für Kinder“ aus dem Kindermann Verlag, der sich auf solche Bücher spezialisiert hat. Ich mag diese Ballade rund um den Steuermann John Maynard vom Klang der Sprache und von der Eindrücklichkeit sehr.

Auf einem Schiff auf dem Eriesee bricht ein Feuer aus. Die Menschen geraten in Verzweiflung, doch der Steuermann hält aus. Das Ufer von Buffalo nähert sich langsam. Die Passagiere können gerettet werden, doch John Maynard, der Steuermann stirbt.

Die Bedrohung und die Gefühle werden auf den Bildern gut sichtbar. Dennoch ist hier nicht alles nur schwarz und bedrückend. Es beginnt und endet mit eher warmen Farben.

Mir gefällt dieses Bilderbuch auf jeden Fall sehr gut. Mein Mann und mein großer Sohn finden die Ballade zu traurig und möchten sie nicht gerne hören. Dabei ging die Fahrt über dem Eriesee, um die es in diesem Gedicht geht, in Wahrheit viel schlimmer aus. Trotzdem kann ich verstehen, dass das Schicksal von John Maynard sehr berührt, auch wenn ich es schade finde, dass ich diesen Text nur meinem kleinen Sohn vorlesen darf.

John Maynard von Theodor Fontane, illustriert von Tobias Krejtschi, Kindermann Verlag, ISBN: 978-3-934029-31-6, 18€

Auch “Herr von Ribbeck von Ribbeck im Havelland” von Theodor Fontane ist als Bilderbuch beim Kindermann Verlag erschienen. Ihr findet dazu ebenfalls eine Rezension auf meinem Kinderbuchblog.

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