Rezension: Das Lesen und ich von Kirsten Boie

Gestern habe ich mich dem kleinen Büchlein „Das Lesen und ich“ von Kirsten Boie gewidmet. Es ist eine Liebeserklärung ans Lesen, aber es unterstreicht auch einmal mehr die Bedeutung des Lesenkönnens. Lesen ist eine wunderbare Tätigkeit, die einem viele besondere Stunden und Erlebnisse schenken kann. Bücher können eine große Bedeutung im Leben eines Menschen einnehmen und ihm Ideen und Gedanken mit auf den Weg geben. Aber erst einmal muss man Lesen können und somit ist Kirsten Boies Forderung „Jedes Kind muss lesen lernen“ keinesfalls zu hoch gegriffen.

Lesen lernen ist wichtig

Ich selbst bin Grundschullehrerin und unterrichte somit so gut wie alle Fächer. Ich möchte keines dieser Fächer klein reden und ich weiß auch, dass mathematische Fähigkeiten, der Umgang mit digitalen Medien etc. wichtig sind. Dennoch hebe ich immer die Bedeutung des Lesenlernens besonders hervor, denn ich sehe es ganz genauso wie Kirsten Boie. Ohne Lesefähigkeiten ist man auch in allen anderen Fächern verloren und hat es auf seinem späteren Weg besonders schwer. Lesen ist nicht nur ein tolles Hobby und eine große Leidenschaft, sondern es ist unglaublich wichtig für das Leben in der heutigen Gesellschaft. Selbst dann, wenn man sich hauptsächlich mit digitalen Medien beschäftigt.

Bücherliebe wecken in heutigen Zeiten

Darüber, dass Lesen früher für die Kinder eine andere Bedeutung hatte, habe ich mir ehrlich gesagt, noch nicht so viele Gedanken gemacht. Es gab weniger Alternativen und nur die Welt der Geschichten eröffnete einem die Tür in grenzenlose Abenteuer. Ja, es ist nicht einfacher geworden, Kinder für Bücher zu begeistern, aber ich glaube fest daran, dass es auch heute noch möglich ist. Ich weiß, dass meine Kinder hier ganz andere Voraussetzungen haben, als andere Kinder, bei denen vielleicht andere Sachen mehr im Vordergrund stehen und die Eltern weniger die Möglichkeit haben, eine lebenslange Bücherliebe aufzubauen. Bei Kindern, bei denen die Regale voller Bücher stehen und die Eltern selber viel lesen, ist das alles auch in Zeiten von Internet, YouTube, Fernsehen etc. kein Problem. Aber was ist mit all den anderen Kindern? Ich sehe einen ersten Schritt darin, ihnen in Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen so viel wie möglich vorzulesen, mit ihnen gemeinsam Bücher und Sprache zu erkunden, damit ein Hunger und eine Neugier auf Bücher geweckt wird. Vielleicht kann man auf diese Weise ein wenig den Wunsch aufbauen, unbedingt selber lesen zu wollen.

Meine Bücherliebe

Das Büchlein von  Kirsten Boie spricht viele wichtige Themen und Gedanken an. Aber vor allem spüre ich in diesem Buch ganz viel Bücherliebe. Ich erkenne mich selbst darin wieder: Die Koffer waren im Urlaub nicht groß genug um alle Bücher darin einzupacken und zur Konfirmation habe ich unzählige Buchgutscheine bekommen, die ich bei einer großen Buchbestellung alle auf einmal in der Buchhandlung eingelöst habe. Oh, was bekam ich da für einen tollen großen Bücherstapel! Auch mit meinem ersten selbstverdienten Geld wälzte ich erstmal Buchkataloge und bestellte Bücher. Ich habe noch den Geruch der verschiedenen Büchereien, in denen ich ein und aus ging, in der Nase, sehe die Gänge vor mir. Ich erinnere mich an Bücher, bei denen ich weinen musste und ich kann lustige Passagen wiedergeben, die in der ganzen Familie für Erheiterung gesorgt haben. Bücher gehörten immer für mich dazu. Und ich hoffe, dass meine Kinder später ihre eigenen Bucherinnerungen an ihre Kindheit haben. Und am schönsten wäre es natürlich, wenn wir „ein Land der Leser werden“, wie es sich Kirsten Boie wünscht.

Vorbilder: Astrid Lindgren und Kirsten Boie

Abschließend möchte ich noch eine Sache erwähnen, die mir wichtig ist: Dieses Buch ist kein Rezensionsexemplar, sondern ich habe es mir (natürlich im lokalen Buchhandel) selbst gekauft. Wie ein Buch zu mir gekommen ist, ist normalerweise egal. In diesem Fall gehe ich darauf ein, weil ich damit unterstreichen möchte, wie sehr mir das Thema, das Buch und auch Kirsten Boie am Herzen liegt. Ich weiß, dass Astrid Lindgren ein großes Vorbild von Kirsten Boie ist. Und ihr wisst ja sicherlich, was für ein großer Astrid Lindgren-Fan ich bin. Deshalb könnt ihr auch meine folgenden Worte gewiss richtig einordnen: Für mich ist Kirsten Boie in der Buchwelt und als Persönlichkeit mittlerweile genauso ein Vorbild wie Astrid Lindgren. Ich sehe viele Parallelen zwischen Astrid Lindgren und Kirsten Boie und beide haben einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherherz. Ich spüre bei beiden, egal, ob in ihren Büchern oder in Interviews oder anderen Texten, eine große Liebe zu Geschichten, zu Wörtern und dem Lesen. Beide vermögen es wichtige und grundlegende Themen anzusprechen und einen ganz tief zu berühren. Ich bin ihnen sehr dankbar für ihre Texte! Solche AutorInnen sind ein wichtiger Grundstein für die lebenslange Liebe zu Büchern und Wörtern. Danke!

Kirsten Boie: Das Lesen und ich

Das Lesen und ich von Kirsten Boie, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-1515-8, 9€

Auf diesem Kinderbuchblog habe ich euch von Kirsten Boie unter anderem „Ein Sommer in Sommerby“, “Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“ und „Thabo – Der Rinder-Dieb“ vorgestellt.

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