Tipps für eine Weihnachtszeit mit Wichteln und Weihnachtselfen
Bald beginnt die Weihnachtszeit und mittlerweile ist es gar nicht mehr so unüblich, dass in dieser Zeit bei der einen oder anderen Familie ein Wichtel oder ein Weihnachtself einzieht.
Damit kann man den Kindern viel Freude machen, aber gleichzeitig ist es natürlich auch eine weitere Aufgabe, die man sich aufhalst. Und dass dann ausgerechnet in der Weihnachtszeit, in der die meisten von uns ja sowieso schon viel zu viel zu tun haben. Möchte man das wirklich? Und wie lässt sich der Aufwand in Grenzen halten?
In diesem Artikel möchte ich euch ein wenig von unseren Erfahrungen erzählen. Vielleicht sind sie für eure Planung dieses besonderen Weihnachtszaubers hilfreich. Ihr bekommt auf jeden Fall auch ein paar Streich-Ideen mitgeliefert.
Wichtel oder Weihnachtself? Sichtbar oder unsichtbar?
Für diese kleinen Hausbesucher existieren verschiedene Namen. Sie bedeuten zwar eigentlich inhaltlich ein wenig etwas anderes, werden aber auch durcheinander geworfen und als Synonym verwendet. So gibt es sowohl die Weihnachtswichtel, Hauswichtel als auch Weihnachtselfen. Manche von ihnen sind unsichtbar und man sieht nur ihre Tür in der Wand, während andere als kleine Puppen ihre Streiche spielen. Die meisten Ideen lassen sich sowohl mit als auch ohne sichtbaren Wichtel umsetzen.
Wofür ihr euch entscheidet und wie ihr das ganze dann benennt, ist ganz eure Sache. Auch die Umsetzung kann ganz unterschiedlich aussehen. Bei manchen schreiben die Wichtel „nur“ Briefe, andere dekorieren eine ganze Wichtellandschaft vor ihrer Tür und wieder andere spielen Streiche. Sucht euch das aus, was für euch passt und was euch keinen Stress macht. Das kann auch eine Mischung sein oder sich über die Jahre verändern.
Hauswichtel und Weihnachtself
Wir haben zum Beispiel beides. Die Kinder haben ihre eigenen Hauswichtel, die das ganze Jahr bei uns leben. Dafür sind an der Wand Wichteltüren und davor sieht man immer mal wieder ein paar Dinge der Wichtel: Schubkarre, Waschmaschine, Tisch, Stühle etc. – zum Teil gekauft, zum Teil gebastelt. Letztendlich sind die Wichtel die meiste Zeit des Jahres über recht inaktiv. Im Herbst und Richtung Weihnachten tut sich dann wieder mehr vor ihren Türen. Hier gibt es vor allem für die Kinder etwas zu beobachten und sie treten mit ihren Wichteln durch Briefe in Kontakt.
Vor ein paar Jahren ist dann der Weihnachtself Pepe das erste Mal zu uns gekommen. Er ist eine kleine Puppe, die sichtbar ist und einige Streiche spielt.
Planung
Es ist durchaus sinnvoll, sich vor der Weihnachtszeit einen groben Ablauf zu planen. Zum einen muss der eine oder andere Streich ein wenig vorbereitet werden und zum anderen hat es vor allem den Vorteil, dass man nicht jeden Abend wieder müde auf dem Sofa sitzt und sich noch schnell irgendetwas für den Wichtel überlegen muss.
Natürlich muss man sich dann nicht an den aufgestellten Plan halten und die eine oder andere spontane Idee kommt einem auch meist erst in der Weihnachtszeit, aber so ist man gut vorbereitet.
Ort für den Wichtel
Wenn ihr einen unsichtbaren Wichtel habt, dann braucht ihr lediglich eine kleine Tür und vielleicht etwas Platz davor. Bei meinen beiden älteren Kindern lebt/lebte der Wichtel in ihren Kinderzimmern. Das habe ich nun bei der Jüngsten anders gemacht. Da ist die Tür im Wohnzimmer. Das hat den Vorteil, das man leichter abends oder in der Nacht etwas davor verändern kann – ohne Angst zu haben, dass das Kind dabei aufwacht.



Auch wenn ihr eine Puppe als Wichtel oder Weihnachtself habt, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, ihr einen festen Platz zu geben. In den ersten Jahren haben die Kinder ihm ein Häuschen aus ihrem Spielzeug eingerichtet, inklusive selbst genähter Decke und Kissen. In den letzten Jahren hat Pepe dann selbst ein kleines Holzhaus mitgebracht bzw. es „errichtet“, bevor er selbst erschienen ist. Tagsüber setzen wir ihn dann immer an diesen Ort. Ihr könnt selbst entscheiden, ob die Kinder den Wichtel berühren dürfen oder ob er dann seine magischen Kräfte verliert. Bei uns dürfen die Kinder ihn durchaus an seinen Ort bringen, aber nicht mit ihm spielen.




Ankunft des Wichtels
Es ist für die Kinder schön, wenn sich der Wichtel auf besondere Art und Weise ankündigt oder mitzubekommen, wie er anreist – z.B. mit einem Blechauto, das es mit Lebkuchen zu kaufen gibt. Einmal hat Pepe auch Teebeutel als Fallschirme genutzt, wobei er jedoch abgestürzt ist und diese zerkrümelt auf dem Boden bei uns am Morgen lagen. Eine Ankündigung kann durch kleine Pappkartons, auf denen „Umzug“ steht, erfolgen. Dazu kann Werkzeug und eine kleine Baustelle kommen.


Im zweiten Jahr hat Pepe auch mal einen Brief (richtig über die Post mit Briefmarke) geschrieben und gefragt, ob er wieder kommen darf. Als positive Antwort sollten die Kinder eine Weihnachtsflagge gestalten und an der Fahnenstange hissen.

Klein anfangen
Fangt möglichst klein und unspektakulär an. Große und spannende Streiche können immer noch dazu kommen. Ihr solltet bedenken, dass die Kinder oft sehr begeistert vom Wichtel sind und ihn sich Jahr für Jahr zurück wünschen. Bei uns kommt Pepe tatsächlich schon zum sechsten Mal dieses Jahr. Wenn man dann schon mit großen Aktionen begonnen hat, wird es irgendwann einfach nur stressig, daran anzuknüpfen.
Insbesondere wenn die Kinder noch klein sind, haben sie auch schon Spaß daran, den Weihnachtself einfach nur im Haus zu suchen. Sie freuen sich, wenn sie ihn an der Gardinenstange, im Schuh oder im Bücherregal entdecken. Viel mehr muss da noch gar nicht sein.
Überall kann der Weihnachtself auftauchen






Das lässt sich auch auf den unsichtbaren Wichtel übertragen. Kinder beobachten die Tür genau und sind begeistert, wenn sie kleine Veränderungen entdecken. Auch Spielzeug der Kinder kann hier gut miteinbezogen werden. Sie sind stolz darauf, wenn der Wichtel den Schleich-Hirsch als Reittier benutzt oder wenn der Weihnachtself mit der Puppe im Puppenbett kuschelt oder es sich mit einem Pixibuch gemütlich gemacht hat.
Bilder von den Wichteltüren





Einfache Streiche
Ein Wichtel und ein Weihnachtself müssen nicht stressig sein. Es gibt viele kleine Streiche, die man schnell umsetzen kann. Grundsätzlich können manche Streiche auch Jahr für Jahr wieder durchgeführt werden. Hier findet ihr ein paar Anregungen:
Es können Wackelaugen auf Obst oder an Schränke geklebt werden, den Stühlen Socken angezogen werden, Mandarinen oder Bananen können mit einem lustigen Gesicht bemalt werden, vielleicht versteckt der Wichtel Gemüse in den Schuhen oder er bindet ein Glöckchen an die Zahnbürsten.







Man kann auch die Kerzen auf dem Adventskranz durch Möhren ersetzen, eine Seite im Malbuch ausmalen, sich als Wichtel im Freundebuch eintragen oder einen Zug aus den Schuhen bauen.







Ein kleiner Mehlengel ist ebenfalls schnell gemacht. Aus einer Möhre und kleinen Tannenzweigen lässt sich ein Tannenbaum basteln und aus Mandarinen erstellt man einen tollen Schneemann.


Sammelt einfach ein paar Schleichtiere oder andere Spielzeugfiguren ein und klebt sie mit buntem Klebeband ans Fenster. Oder verteilt überall ein paar Post-Ist.




Schneemänner und Klopapier – immer eine gute Idee
Mit Klopapier ist auch immer viel möglich: Schneemann bauen, den Weihnachtself als Mumie einwickeln, eine Straße damit bauen, den Weihnachtsbaum damit „dekorieren“
Auch aus Töpfen lässt sich ein Schneemann bauen. Der Weihnachtself kann zudem auf einem Turm aus Dosen thronen, aus Pixibüchern oder mit einem Scrabblespiel etwas schreiben und ein Toast mit Centstücken belegen und somit ein „Centwich“ erstellen.









Da es sich bei uns nun so ergeben hat, dass wir sowohl kleine Hauswichtel als auch den Weihnachtself haben, kombiniere ich manchmal auch beides. Dann sitzt Pepe vor einer der Wichteltüren und hat dort scheinbar Memory gespielt oder mit einem der Hauswichtel Miniplätzchen gebacken. Das kommt bei den Kindern auch immer richtig gut an.



Größere, geplante Streiche
Besonders lange dauern auch diese Streiche meist nicht, aber man muss eventuell das eine oder andere dafür vorher besorgen. Mittlerweile gibt es einige Wichtelshops, in denen man nette Sachen findet. Ich kaufe dort durchaus auch immer mal wieder etwas ein und nutze es dann, aber wenn ihr dafür kein Geld ausgeben möchtet, findet ihr genügend andere Streiche. Letztendlich kann man vieles natürlich auch selber herstellen.
Gut einsetzbar: Kreidestifte
Für viele Dinge sind diese Kreidestifte, mit denen man auf Glas schreiben kann, hilfreich. Damit kann der Wichtel z.B. Fotos in Bilderrahmen verzieren, auf den Spiegel eine Wichtelmütze malen, so dass man selbst zum Wichtel werden kann, Rechenaufgaben an die Fensterscheiben schreiben, die Scheibe vom Kamin mit einem Feuer verzieren etc.




Ansonsten habe ich ein kleines Katapult gekauft, mit dem unser frecher Pepe Schokoküsse an die Fensterscheibe gepfeffert hat. Auch bei der niedlichen Kegelbahn für Wichtel konnte ich nicht widerstehen.
Wenn ihr Lebensmittelfarbe habt, könnt ihr die Milch verfärben. Aber rechnet damit, dass die Kinder sie dann nicht trinken möchten.





Spaß mit Luftballons
Witzig fand ich auch den Streich mit dem Luftballon: Hier braucht man einen größeren durchsichtigen Ballon, in den man den Elf steckt, so dass er am Ende in dem aufgeblasenen Ballon gefangen ist. Mit weißen Luftballons kann man coole Schneemänner erstellen. Damit sie stehen steckt man vorher eine Murmel hinein, bindet ein Gummi drum herum und dreht den Ballon einmal auf die andere Seite, Nun muss man ihn nur noch aufblasen und bemalen und schon hat man einen lustigen Wackel-Schneemann.


Ein etwas aufwendigerer Streich sind die Luftballons in der Dusche oder Badewanne. Den würde ich auch nur machen, wenn ihr eine elektrische Ballonpumpe habt. Im Nachhinein kann man die Ballons aber noch in einen Deckenbezug tun und die Kinder damit spielen lassen.

Überraschungen vom Wichtel
Vielleicht möchtet ihr den Wichtel auch für Überraschungen und kleine Geschenke nutzen. Auf diese Weise ist es auch möglich den Adventskalender zu ersetzen. Oder aber ihr seid so wie ich und besorgt am Ende immer zu viel für den Adventskalender. Dann weiß man manchmal ja gar nicht, wie man die kleinen Überraschungen an die Kinder bringen soll. Hier kann dann sehr gut der Wichtel aktiv werden. Vielleicht hat man eine Miniversion des Geschenks gebastelt und dann kann durch ein bisschen Glitzer und Magie dann über Nacht das Geschenk entstehen lassen. Oder der Wichtel hat sich z.B. an einem Rätselbuch versucht, findet es aber viel zu schwierig und überlässt es dann den Kindern.

Besonders beliebt: Süßigkeiten
Sehr gut kommen bei uns natürlich auch alle Streiche an, bei denen es Süßigkeiten für die Kinder gibt. Hier kann man den Wichtel Weingummifische angeln lassen, die Besteckschublade mit Leckereien füllen, Schokomäuse unter Bechern „einfangen“, eine Gummischlange durch einen Apfel kriechen lassen, Buntstifte zu Smarties hobeln, in einem Marshmallow-Bad baden und Überraschungseier im Eierkocher „kochen“ lassen.










Kinder mit einbeziehen
Wenn die Kinder aus dem Wichtelalter herausgewachsen sind, es aber noch jüngere Geschwister gibt, kann man sie natürlich auch selbst Streiche machen lassen. Grundsätzlich lieben Kinder die Wichtel aber sehr lange – auch dann noch, wenn sie schon längst wissen, wer eigentlich dahinter steckt.
Insgesamt ist es aber immer schön, wenn man sie ein wenig miteinbezieht, indem sie z.B. Deko für den Wichtel erstellen, Briefe schreiben oder ähnliches. Meistens muss man sie dazu auch gar nicht motivieren, sondern sie kommen von selbst darauf. Letztes Jahr wurden für den Hauswichtel und für Pepe sogar kleine Weihnachtsgeschenke angefertigt.
Auszug des Wichtels
Irgendwann ist die Zeit zumindest mit dem Weihnachtself vorbei. Vielleicht kündigt dieser es schon mal ein paar Tage vorher an. Wenn die Kinder wissen, wann er seinen Auszug plant, können sie sich besser darauf einstellen.
Bei uns hinterlässt er bei seinem Abschied immer auch ein kleines Geschenk an die Kinder. Und mittlerweile wissen sie ja, dass er im nächsten Jahr wiederkommt. Es ist übrigens für die ganze Familie ein wenig komisch, wenn Pepe abreist. Klar, ich bin einerseits froh, wenn die Arbeit damit wegfällt, aber irgendwie ist es auch immer eine schöne, magische Zeit.

Noch ein kleiner Vorteil
Wisst ihr übrigens, was an den Wichteln so richtig cool ist? Die Kinder springen in der Adventszeit morgens aus den Betten. Sie wollen sofort wissen, was Pepe wohl so angestellt hat und wo er steckt. So ist das Aufstehen in der dunklen Jahreszeit nicht ganz so schwer.
Auf meinem Blog habe ich euch übrigens schon ein paar Mal von unseren Hauswichteln erzählt:
