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Rezension: Kinderkrimireihe Mika Mysteries

(Rezensionsexemplare) Wenn ihr spannende Kinderkrimis mögt, dann möchte ich euch unbedingt eine historische Kinderkrimi-Reihe aus Schweden ans Herz legen: Mika Mysteries. Die Reihe spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Stockholm und Hauptfigur ist das Mädchen Mika, das im Waisenhaus lebt.

Bisher sind die ersten zwei Bände („Der Ruf des Nachtraben“ und „Die Spur der Meisterdiebin“) erschienen, der dritte Band folgt in diesem Sommer. Auf Schwedisch umfasst die Reihe fünf Bände.

Der Ruf des Nachtraben

Im ersten Band lernen wir Mika mitten im eiskalten Winter kennen. Die Menschen in Stockholm und vor allem die arme Bevölkerung, zu der auch die Kinder im Waisenhaus gehören, müssen ums Überleben kämpfen. Von der ersten Seite an, ist man direkt drin in der Geschichte. Zu Beginn wird Mika an der Tür ein neugeborenes Kind übergeben. Gleichzeitig passiert in dieser Nacht ein Mord. Angeblich soll der Nachtrabe, ein Serienmörder, dahinterstecken, allerdings ist dieser bereits verhaftet und hingerichtet worden. Der Kommissar Valdemar Hoff hört sich an, was Mika gehört und gesehen hat. Und so ist Mika schnell in den Ermittlungen mit drin, denn Valdemar Hoff erkennt, dass Mika eine sehr gute Beobachtungsgabe hat.

Die Spur der Meisterdiebin

Im zweiten Band ist der Winter vorbei. Es ist Frühling geworden, aber das Leben rund um Mika ist weiterhin aufregend. Einige der Waisenhauskinder verschwinden und Mika muss verhindern, dass sie dabei in etwas Gefährliches geraten. Dabei wird es auch für sie selbst wieder ziemlich gefährlich, aber zum Glück hilft ihr Valdemar Hoff im entscheidenden Moment.

Zusammenhängende Bücher

Die Bücher der Reihe hängen miteinander zusammen und setzen auch zeitlich mehr oder weniger am Ende des vorangehenden Buches an, so dass man sie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte. Zwar behandelt jedes Buch einen eigenen Fall, dennoch gibt es einige Zusammenhänge. Hinzu kommt die persönliche Entwicklung von Mika und den Menschen um ihr herum. Je weiter wir in der Reihe kommen, desto mehr erfahren wir auch über die Hintergründe von Mika, über die sie selber so gerne mehr herausfinden möchte.

Sehr spannende Lektüre mit kurzen Kapiteln

Die Bücher sind unglaublich spannend und fesselnd geschrieben. Die Kapitel sind recht kurz und man möchte immer sofort weiterlesen. Gut gefällt mir auch, dass die Bücher selbst gar nicht so dick sind, obwohl eine Menge passiert. Auf diese Weise können sich auch Kinder, die vor dicken, umfassenden Geschichten noch zurückschrecken, aber Lust auf spannende Lektüre haben, zum Lesen motivieren lassen.

Authentische Charaktere

Die Charaktere sind authentisch und interessant dargestellt. Gerne erfährt man mehr über sie. Es geht um Identität, Chancen im Leben, das unterschiedliche Leben je nach Position in der Gesellschaft und vieles mehr. Ein wichtiger Punkt in den Bücher ist auch die Verbindung zwischen dem Mädchen Mika und dem Kommissar, die man gerne verfolgt.

Eigentlich ist das Leben als Waisenkind in dieser Zeit nicht besonders schön. Auch das wird in den Büchern schonungslos erzählt. Wir treffen auf Erwachsene, die mit den Kindern gewaltvoll umgehen, wir lesen von kaputter Kleidung, Kälte und wenig Essen. Was die Zukunft bringen wird, weiß niemand, aber für ein Waisenkind sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. All dies wird nicht verschwiegen und vieles geht einem auch echt nah, dennoch schwingt in den Büchern immer auch ein wenig Hoffnung mit.

Mika ist ein äußerst starker Charakter. Sie überwindet ihre Ängste und wächst an den Situationen. Gleichzeitig freut man sich darüber, dass ihr eine Figur wie Valdemar Hoff zur Seite gestellt wird. Zwar ist der Kommissar zunächst nicht sonderlich zugänglich, ist nicht permanent präsent, aber gleichzeitig erkennt er, dass Mika eine besondere Beobachtungsgabe hat und sie Dinge gut miteinander verknüpfen kann. Er vertraut ihr auf gewisse Art und Weise und so unterstützen sich die beiden unterschiedlichen Figuren gegenseitig.

Leseempfehlung

Ich habe die beiden Bücher richtig gerne gelesen. Sie sind spannend und sparen nichts aus. Mir gefällt gut, dass hier den jungen Leser:innen einiges zugetraut wird. Das mag nicht für jede:n etwas sein, aber wer Lust auf einen richtig starken Kinderkrimi mit allem Drum und Dran hat, der sollte sich diese Reihe nicht entgehen lassen.

Mika Mysteries – Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg, übersetzt von Franziska Hüther, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-4764-6

Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin von Johan Rundberg, übersetzt von Franziska Hüther, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-4765-3

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