Rezension: Geschichten vom Räuber Murmeldick
(Rezensionsexemplar) Kennt ihr schon den Räuber Murmeldick? Wir haben ihn gerade in dem Vorlesebuch „Geschichten vom Räuber Murmeldick“ kennen gelernt und hatten dabei viel Spaß.
Der Räuber Murmeldick hält sich für den besten Räuber aller Zeiten, denn die Dinge, die er klaut, hat noch niemand vor ihm geklaut: Die Straße, den Mond, den Wind, das Schnarchen und einiges mehr. Dabei helfen ihm seine Bandenmitglieder die Eule Huhulda, der Fuchs Kowalski und das Eichhörnchen Knicknacki. Sie müssen natürlich schlau vorgehen, denn der Wachtmeister und der Jäger mit seinem Spürhund Waldemar dürfen ihnen nicht auf die Spur kommen.
Witzige Geschichten
Die Geschichten sind herrlich. Das liegt zum einen an den weithergeholten Ideen des Räubers, seiner eigenen Unfähigkeit sowie der gleichzeitigen Pfiffigkeit seiner Bandenmitglieder. Für Kinder ist auch schön, dass es einiges an Wiederholungen bzw. einen gewissen ähnlichen Aufbau gibt. Wenn der Räuber nachdenkt, krault er sich z.B. immer den Räuberbart. Außerdem singt er in jedem Kapitel sein Räuberlied, bei dem nur die zwei Verse in der Mitte jeweils passend zum Erlebten ausgetauscht werden. Das Lied kann man sich sogar per QR-Code anhören, so dass man prima mitsingen kann.
Typische Räuber-Atmosphäre
Es ist nicht ganz klar, in welcher Zeit das Buch spielt. Das dargestellte Leben und die Bezeichnungen wie z.B. Wachtmeister kommen mir eher etwas altmodisch vor. Das stört bei diesem Buch allerdings gar nicht. Im Gegenteil. Man hat das Gefühl eine typische Räubergeschichte á la Räuber Hotzenplotz oder Räuber Grapsch vor sich zu haben.
Die Ideen des Räubers und seiner Bande sind oft recht skurril. Über einige davon schmunzeln die Eltern, über andere lachen die Kinder. Für Kinder ist manchmal das unkonventionelle Vorgehen überhaupt nicht besonders und sie finden es gar nicht abwegig den Wind oder den See zu klauen. Aber auch wenn sie die Komik aus diesen Situationen anders auffassen als Erwachsene haben sie dennoch viel Spaß an den Tätigkeiten der Räuberbande. Meine Tochter fand es besonders lustig, wie Räuber Murmeldick eine Tür geklaut hat.
Wir lesen das Buch jetzt zum zweiten Mal und sie freut sich schon auf die zweite Geschichte im Buch, denn dort geht es um die besagte Tür.
Viele Illustrationen
Das Buch ist farbig und humorvoll illustriert. Bilder und Text ergänzen sich gegenseitig mit Informationen. Besonders eindrucksvoll sind die Kapitelanfänge, bei denen es jeweils ein Bild gibt, das beinahe die gesamte Doppelseite einnimmt.
Obwohl meine Tochter bei vielen Büchern eher Angst hat, war sie sofort dafür, dass wir dieses Buch lesen. Es ist auch gar nicht gruselig oder spannend im Sinne von gefährlichen Situationen. Man kann es also gut Kindern ab 4 Jahren vorlesen, auch wenn sie sonst eher vor Themen wie Piraten, Räubern oder ähnlichem zurückschrecken.

Geschichten vom Räuber Murmeldick von Matthias Fuhrland, illustriert von Julia Kössler, ISBN 978-3-8234-0024-0
