Rezension: Schätz it – Junior
(Rezensionsexemplar) Heute erfahrt ihr etwas aus meiner Jugend: Ich habe damals Quizspiele über alles geliebt. Irgendwann hatte ich zwei Regalbretter voll mit Quizbüchern und auch an keinem Quizspiel konnte ich so vorbei gehen. Da sie ja auch irgendwann nicht mehr aktuell waren, brauchte ich schließlich immer wieder neue. Auch im Fernsehen habe ich eine Quizsendung nach der anderen geschaut. Meine Familie hat schon Scherze darüber gemacht, dass meine zukünftigen Kinder von morgens bis abends mit Quizfragen gequält werden würden.
Ich kann euch alle beruhigen: Ganz so schlimm ist es nicht geworden. Ehrlich gesagt habe ich mit meinen Kindern bisher kaum Quizspiele gespielt, aber ich muss zugeben, dass solche Spiele weiterhin einen großen Reiz auf mich ausüben. Und jetzt habe ich ein tolles Spiel gefunden, an dem sowohl meine Kinder als auch ich viel Spaß haben: „Schätz it – Junior“.
Es gibt davon auch eine erwachsene Ausgabe, die ich jedoch nicht kenne, so dass ich die Juniorvariante vollkommen eigenständig betrachte.
Kooperatives Quizspiel für Kinder
Zunächst einmal gefällt mir gut, dass dies ein kooperatives Quizspiel ist. Gerade bei Quizspielen ist es immer unangenehm, wenn jemand das Gefühl hat nichts zu wissen und vollkommen unterlegen zu sein. Wer dennoch gerne gegeneinander spielt, findet hier aber auch Regeln für eine kompetitive Variante.
Spielablauf
Pro Runde sortiert man die Dinge auf fünf verschiedenen Karten und schaut dann am Ende, wie gut man gemeinsam abgeschnitten hat.
Zum Rätseln schiebt man eine Karte in den Kartenhalter. Zunächst werden dabei nur die ersten zwei Begriffe sichtbar, so dass man erst einmal nur diese miteinander vergleichen muss. Mit farbigen Würfeln, auf denen auch ein Symbol abgebildet ist, so dass man auch bei einer Farbschwäche, die richtigen Würfel erkennen kann, gibt man auf einer Leiste die Antwort.

Wenn die Aufgabe beispielsweise lautet „Ordnet die Tiere nach ihrem Gewicht,“ sieht man erst einmal nur den Waschbären und den Feldhasen. Wer von den beiden ist schwerer? Wer leichter? Je nachdem wie die eigene Antwort ausfällt, legt man die Antwortwürfel in eine bestimmte Reihenfolge. Erst nachdem diese liegen, kommt das dritte Tier (das Wildschwein) hinzu. Wo gehört dieses hin? Vor die anderen Würfel, dazwischen oder dahinter?

Tolles Spielprinzip
Man muss also nach und nach nur jeweils eine Antwort in Bezug auf die anderen geben. Das finde ich sehr gut gemacht, so dass Kinder nicht mit einer großen Aufgabe überfordert werden. Ab und zu muss man dann zwar noch mal überlegen und nachschauen, wofür jetzt noch mal welcher Würfel stand, aber das funktioniert in der Praxis sehr gut.
Am Ende wird der Holzbalken, der die Auflösung verdeckt, weggenommen und man schaut, wie gut man getippt hat. Selbstverständlich sind für alle neugierigen und wissensdurstigen großen und kleinen Menschen auch die Werte angegeben. Wer also nicht nur wissen möchte, dass das Wildschein schwerer als der Feldhase ist, erfährt hier also auch, wie schwer die Tiere jeweils sind.

Zielgruppe
Das Spiel ist ab 8 Jahren, was insgesamt meinem Eindruck entspricht. Etwas ältere Kinder und auch Erwachsene haben dennoch ebenfalls viel Spaß an dem Spiel und gewinnen es ebenfalls nicht automatisch. Ich muss sogar zugeben, dass bei manch einer Frage (auch welchen, die nicht direkt aus der Kinderwelt stammen) durchaus mein Sohn besser tippte als ich.
Meine kleine Tochter (5) wollte auch gerne mitspielen. Die meisten Fragen sind dafür natürlich noch nicht geeignet, aber man kann ein paar einzelne Karten vorher auswählen, die man dann gemeinsam spielt. So gibt es zum Beispiel eine Karte, bei der man die Ereignisse (Ostern, Halloween, Nikolaus etc.) im Jahresverlauf oder die Tätigkeiten nach der Tageszeit (Aufstehen, Zur Schule gehen, Abendessen usw.) ordnen soll. Auch die Lebewesen nach der Anzahl ihrer Beine zu sortieren klappt in dem Alter schon ganz gut.
Gewichteinschätzungen sind in diesem Alter natürlich noch etwas zu abstrakt. Den Elefanten ordnet sie zwar richtigerweise als sehr schwer ein, aber ihre Begründung dazu, lässt einen dann doch schmunzeln: „Der Elefant ist ganz schwer. Den kann man ja nur ein kleines bisschen hochheben.“
Fragentypen
Insgesamt gibt es Karten in drei verschiedenen Level. Ab Level 2 wird es auch für ältere Kinder und Erwachsene spannend, was aber gleichzeitig nicht heißt, dass man bei Level 1 automatisch alles richtig macht.
Die zu sortierenden Dinge stammen aus den unterschiedlichsten Kategorien. Einige Fragen sind zu Tieren (Sprungweite, Stunden des Schlafs, längste Zunge, Größe des Kackhaufens), aber es geht auch um Pflanzen, technische Errungenschaften und Bauten und vieles mehr. Während es typische Kategorien zu Zahlen aus der Tier- und Pflanzenwelt gibt, wird auch die Welt der Kinder hier nicht vernachlässigt. Ich finde es richtig cool, dass man z.B. auch die Pokémon nach ihrer Größe, Legokonstruktionen nach ihrer Höhe oder nach der Anzahl ihrer Teile sortieren soll. Die Frage nach dem Zuckergehalt bei Lebensmitteln ist natürlich durchaus auch lehrreich.
Das Spiel macht so viel Spaß, dass nach einer Runde eigentlich immer direkt eine weitere gefordert wird. Mal schauen, ob man nur mit „Level 3“-Fragen auch so ein gutes Ergebnis schafft…

Schätz it – Junior von Ralf zur Linde, moses. Verlag, für 2-6 Spielende ab 8 Jahren
