Rezension: Kinderkrachkiste

Mein Sohn hat eine Lieblingsband. Okay, er kennt kaum Bands, aber er hat jetzt eine Band, die er bei jedem Freundebuch als seine Lieblingsband einträgt: Randale.

CD zum Tierpark Olderdissen

Wir sind eher zufällig an diese Band gekommen.  Wenn wir in meiner alten Heimat bei meinen Eltern sind, geht es fast jedes Mal in den Tierpark Olderdissen in Bielefeld. Wir kennen dort die Wege und Gehege in und auswendig. Da war es nicht weiter verwunderlich, dass ich in dem Shop dort irgendwann eine CD mit passenden Tierparkliedern gekauft habe. Wer die gesungen hat, war zu diesem Zeitpunkt zweitrangig. Die CD kam bei uns allen sehr gut an und lief im Auto rauf und runter. Immer wieder hörte man die Kinder auch einzelne Liedteile außerhalb des Autos singen. Da uns die CD so gut gefiel und es auch noch weitere Tierpark-CDs gibt, habe ich mir natürlich auch mal angeschaut, wer die Musik macht: Randale. Groß weiter damit beschäftigt habe ich mich allerdings nicht. Dann bekamen wir aber auf der Buchmesse in Leipzig die Gelegenheit bei einer Veranstaltung der Band dabei zu sein. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und so hat mein Sohn eine Lieblingsband gefunden.

Kinderkrachkiste

Vor Kurzem hat Randale nun eine neue CD herausgebracht: Kinderkrachkiste. Diese möchte ich euch heute etwas näher vorstellen. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich nicht sonderlich gut mit Musikrichtungen auskenne (ich selber höre einfach das, was mir gerade gefällt) und so übernehme ich an dieser Stelle kurz den Text von der CD-Hülle: „Eine fröhliche Mischung aus Rock, Reggae, Ska, Rap und Pop“. Als Nicht-Kennerin würde ich das so unterschreiben. Es ist für mich rockige, spaßige Musik mit coolen Melodien.

Mir gefallen aber bei Randale auch die Inhalte der Lieder sehr gut: Humorvoll, aber auch mit wichtigen Botschaften.

Beliebt bei den Kindern

Bei den Kindern blieb als erstes das Polizeilied hängen. Der Refrain wird hier nun immer wieder gesungen. Beim Hören mögen sie aber auch die anderen Lieder sehr gerne und fast jedes Lied wird, wenn die ersten Töne zu hören sind, bejubelt. Sehr witzig fand mein Großer (8) auch, dass das Lied „Kitzeklein“ im Heftchen tatsächlich klitzeklein in eine Lupe geschrieben wurde.

Tolle Botschaften

Ich finde es toll, dass beim Piratenlied Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen werden – als Steuermann, Kapitän, starke Piratenfrau und Freibeuterkönigin. Bei dem Lied Willi Wal geht es darum, dass es nur einen Ozean gibt, der bedroht ist und somit natürlich auch Willi Wal. Hier fragt auch schon der Kleine (4) nach, warum es schlimmer wird und was da eigentlich gesungen wird. Die Aussage bei dem Lied „Böse Wörter“ unterschreibe ich sofort. Es geht nämlich um die Aussage, dass Rassismus Scheiße ist. Ich bin jemand, die es nicht gerne mag, wenn Kinder ständig Wörter wie Scheiße verwenden, aber hier finde ich es durchaus angebracht und ich finde sogar, dass man es ruhig noch stärker hätte machen können. In den ersten Refrains wird der Reim auf Oder/Neiße nicht mit „Scheiße“ beendet, sondern mit Kacka abgeschwächt. Das hält natürlich eine gewisse Spannung aufrecht, hätte aber für mich ruhig direkt klar gesagt werden können. Die einzige Schwierigkeit bei diesem Lied sehe ich darin, dass Kindern der Begriff „Rassismus“ nicht unbedingt etwas sagt. Mein Sohn kannte das Wort jedenfalls nicht. Hier ist dann auf jeden Fall Aufklärungsarbeit von Seiten der Eltern gefragt, was ja aber auch zu wichtigen und spannenden Gesprächen führen kann.

Weitere Themen sind die Familie, in der nicht alles immer toll ist, aber die man dennoch lieb hat oder die Möglichkeiten, die man als Bürgermeister hat. Schwimmen lernen ist heute ebenfalls nicht selbstverständlich und wird hier besungen. Es gibt aber auch einfach schwungvolle Lieder z.B. zum Bällebad oder zu einem Sturm mit Blitz und Donner. Und auch wenn ich jetzt über wichtige Themen, die hier angesprochen werden, schreibe, so ist dies keine CD mit schwerer Kost. Die Lieder sind alle flott und gut anzuhören. Sie besitzen einfach nur tolle Grundaussagen.

Ich bin sehr tolerant, was Kindermusik angeht und kann mir das meiste auch ganz gut anhören. Aber diese Musik macht mir selber richtig viel Spaß und ich freue mich, wenn die Kinder diese CD auswählen. Zum Glück machen sie das auch häufig und vor allem können sie sich beide gut darauf einigen, was hier längst nicht selbstverständlich ist.

Richards Kindermusikladen oder Bummelkasten sind ebenfalls Musik-CDs für Kinder, die auch wir als Erwachsene uns gut anhören können.

CD: Kinderkrachkiste von Randale, Argon Verlag, Sauerländer Audio, ISBN: 978-3-8398-4940-8

17 Lieder, Länge ca. 53 Minuten

Ein Gedanke zu „Rezension: Kinderkrachkiste

  • 21. Juli 2019 um 11:04
    Permalink

    Oh, da bin ich gespannt. Ich bin nämlich immer auf der Suche nach Kindermusik, die über das übliche „Lalala-Dubidu“ hinausgeht. Vielen Dank für den Tipp. „Deine Freunde“ find ich übrigens auch sehr gut. Anspieltipp: „Schokolade“. Viele Grüße, C. Brix

    Antwort

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