Jugendrezension zu “Dead Water. Das Logbuch”

Was würdest du tun, wenn du plötzlich auf einem alten Segelschiff mit dem Namen eines Geisterschiffs mitten im Indischen Ozean feststecken würdest – alle erwachsenen Begleitpersonen auf unerklärliche Weise verschwunden, wie vom Meer verschluckt?

So geht es der 14-köpfigen Gruppe von Jugendlichen, die sich erst seit Ablegen des Schiffes kennt. Alle grundaus verschieden – nur eines haben sie gemeinsam: Ihre stinkreichen Eltern haben sie für eine 6-monatige Erziehungs- und Lehrfahrt auf ein altes Segelschiff abgeschoben. Keiner der Jugendlichen hat auch nur die geringste Lust dazu, doch als nach kurzer Zeit die Lehrer und Crew spurlos verschwinden, sind sie auf sich allein gestellt und mehr denn je auf sich angewiesen. Als wenn das alles nicht genug wäre, erreichen die Gruppe schreckliche Funksprüche von Erpressern, die damit drohen die Lehrer umzubringen, wenn ihre Anweisungen nicht genaustens befolgt werden.

Spannend bis zum Schluss bleibt das Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, das jedoch nicht von einer Person, sondern von der ganzen Gruppe von Jugendlichen geschrieben wird. Am Rand der verschiedenen Einträge kommentieren die Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Handschriften das Geschriebene mit sarkastischen Sprüchen und teils schwarzem Humor sowie gekritzelten Zeichnungen. Das gefällt mir sehr gut an dem Buch, da es die Geschichte lebendig macht und außerdem alles nochmal hinterfragt bzw. die Sicht der einzelnen Personen auf ein Geschehen widergibt. Durch die Bilder, die manchmal sogar über eine Doppelseite gehen, kriegt der Leser eine Vorstellung, wo auf dem Ozean sich das Segelschiff gerade befindet und was in der Geschichte gerade passiert. Sie unterstreichen aber vor allem die Kommentare der Charaktere.

Es gibt keine bestimmte Hauptperson, da jedes Mitglied der Jugendgruppe abwechselnd die Geschichte in der Ich-Form weitererzählt. Das fand ich am Anfang des Buches etwas verwirrend, da die Person wechselte, aber die Ich-Form blieb (es steht zwar über jedem Abschnitt der Name der erzählenden Person, jedoch hatte man zuerst noch keine große Verbindung zwischen den Namen und Personen aufgebaut).

Spätestens gegen Mitte des Buches kannte man dann aber den Charakter der Jugendlichen und konnte ihn mit dem Namen verbinden. Im Anhang ist eine lange Liste aller Namen und eventuell unklaren Begriffen mit ihren Beschreibungen zu finden. Das ist mir leider erst aufgefallen, als ich am Ende der Geschichte angelangt war, deshalb hat es mir nichts mehr gebracht. Im Grunde ist das aber eine gute Idee. Man sollte nur zu Beginn schon davon wissen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Es hat mir sehr gefallen. Ob Junge oder Mädchen ab 13 Jahren, ganz egal. Wer packende Abenteuer und Krimis mag, der sollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Gespickt mit humorvollen Sarkasmus und den comichaften Zeichnungen bekommt das Buch das gewisse Etwas, was man in nicht vielen Büchern findet. Mit gesellschaftskritischem Inhalt wird dem Leser eine wertvolle Moral mit auf den Weg gegeben.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Dead Water. Das Logbuch von Tobias Rafael Junge, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0049-2, 9,99€

3 Gedanken zu „Jugendrezension zu “Dead Water. Das Logbuch”

  • 30. Juli 2017 um 22:30
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    Hallo Miri,
    deine Nachwuchsblogger machen ihre Sache sehr gut!
    Bei dieser einnehmenden Beschreibung klingt das Buch selbst für mich sehr gut!
    Liebe Grüße, Heike

    Antwort
    • 31. Juli 2017 um 08:18
      Permalink

      Sie hatten auch alle viel Spaß daran. 🙂

      Antwort
  • 2. August 2017 um 21:21
    Permalink

    Hallo und vielen Dank für die wirklich schöne Besprechung! Auf http://www.rabenmaul.de gibt es noch ein bisschen Zusatzmaterial zum Buch (größere Karte, Selfie der Crew).
    Viele Grüße und weiter so,
    Tobi

    Antwort

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