Jugendrezension zu “Einzig”

Sicherlich hat sich jeder schon einmal gefragt, wer man eigentlich wirklich ist. Diese Frage bekommt eine besondere Bedeutung im Buch „Einzig“. Die sechzehnjährige Teva erscheint zunächst wie ein normales Mädchen: Sie geht zur Schule, hat einen Freund ihrer besten Freundin erzählt sie alles. Nun ja, fast alles, denn zu Hause darf sie niemand besuchen. Das liegt an ihren jüngeren „Geschwistern“. Doch im eigentlichen Sinne sind es nicht ihre Geschwister, sondern jüngere Versionen ihrer selbst. Genau 365 Tage hat eine Version Zeit bis die nächste ihren Platz einnimmt und die alte Version für immer ins Haus eingeschlossen wird. Davon darf unter keinen Umständen jemand erfahren; die Gefahr, dass sie dann verfolgt und verstoßen werden, ist zu groß.

Dieses Buch besticht mit einer mutigen und gedankenvollen Heldin, die weder überdreht noch stumpfsinnig ist. Die Konflikte zwischen ihrem geheimen Leben zu Hause und dem zur Schau gestellten, werden schon früh in der Handlung deutlich. Die Situation spitzt sich weiter zu, als Teva die neue Version in sich spürt. Zudem gerät Teva immer öfter mit ihrer fünfzehnjährigen Version um ihren Freund Ollie in Streit, denn die fünfzehnjährige Version hatte sich zu ihrer Zeit in Ollie verliebt und sieht die jetzige Teva als Eindringling. Auch muss sich Teva über ihre Gefühle für Tommo klar werden.

Dieses Buch ist trotz des ernsten Themas lebendig und humorvoll geschrieben, so dass man leicht in das Leben der Heldin eintauchen kann. Neben den persönlichen Problemen Tevas werden auch Themen wie Selbstbestimmung und Akzeptanz von „andersartigen“ Menschen behandelt.

Als schließlich die Frage aufkommt, ob sie sich vielleicht ihren Teilungsprozess und ihre jüngeren Versionen nur einbildet, nimmt die Handlung noch einmal Fahrt auf. Etwas enttäuschend ist jedoch das Ende. Zu schnell lösen sich alle Konflikte in Wohlgefallen auf. Ansonsten kann ich dieses Buch für alle ab zwölf Jahren nur empfehlen. Mir selbst hat es sehr gut gefallen.

Anna, 17 Jahre Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Einzig von Kathryn Evans, übersetzt von Sabine Reinhardus, FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, ISBN: 978-3-7335-0297-3, 12,99€

5 Gedanken zu „Jugendrezension zu “Einzig”

  • 11. Juli 2017 um 13:37
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    Eine sehr schöne Rezension und vor allem bringst du den Inhalt sehr gut auf den Punkt. Ich fand es schwierig, diese ungewöhnliche Ausgangssituation zu beschreiben. Mir hat das Buch auch gut gefallen und ich stimme dir in Bezug auf das Ende zu.

    Viele Grüße,
    Mona

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    • 11. Juli 2017 um 13:45
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      Danke für den Kommentar. Ich werde ihn an Anna weitergeben. 🙂 Wie schön, dass du findest, dass der Inhalt gut auf den Punkt gebracht wurde. Ich weiß nämlich, dass dies Anna auch zunächst Schwierigkeiten gemacht hat. 🙂

      Antwort
  • 13. Juli 2017 um 16:05
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    Das Buch ist schon ab zwölf? Also ich habe ja schon bei der Rezension Bauchweh bekommen. Vielleicht bin ich ja etwas nervenschwach, aber ist das wirklich ein Kinderbuch? Ich weiß nicht …

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    • 13. Juli 2017 um 17:25
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      Vom Verlag wird es ab 14 oder so empfohlen, aber das hier ist eben die Meinung der Jugendlichen. Ich selbst habe das Buch nicht gelesen.

      Antwort
      • 18. Juli 2017 um 07:53
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        Hallo Miri und danke für die Antwort. Und ich muß zugeben daß ich keinen Einblick habe und Kinder auch nicht einschätzen kann. Für mich ist alles zwischen zehn und sechzehn in etwa gleich alt, und darum wundere ich mich manchmal über die Altersangaben.

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