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Rezension: Bücher für geübte Erstleser:innen aus dem Buchverlag Kempen

(Rezensionsexemplare) Wie bekommt man Kinder zum Lesen? Das ist natürlich ein großes Thema, das nicht in ein paar Sätzen abgehandelt werden kann. Hilfreich sind aber auf jeden Fall Bücher, die zum einen den jungen Erstleser:innen Hilfen anbieten und zum anderen spannende, lustige und interessante Geschichten erzählen.

Gerne möchte ich euch in diesem Zusammenhang drei Bücher aus dem Buchverlag Kempen vorstellen, auf die diese Kriterien zutreffen: „Räuber Haumichblau“, „Mira und die Macht des Raben“ und „Buchstabensuppe“.

Da ich euch von dem Autor Stefan Schwinn bereits unter anderem den kleinen Ritter Apfelmus vorgestellt habe, beginne ich mit dem Buch „Räuber Haumichblau“.

Räuber Haumichblau

Es ist eine humorvolle Geschichte rund um den Räuber Haumichblau, der leider wenig erfolgreich ist. Niemand hat wirklich Angst vor ihm. Als er erneut versucht, Schätze zu rauben, kommt dabei am Ende nur eine stetig anwachsende Räuberbande mit Hase, Fuchs und Dachs heraus. Sie alle haben gute Ratschläge an den Räuber, doch wirklich gefährlicher wird er dadurch nicht. Als dann der Wald jedoch von dem grimmigen Keiler Gammelzahn und seiner Wildschweinbande bedroht wird, können sich die Freunde, die sich so gut zusammentun und viel Mut zeigen, dann doch noch beweisen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder an dieser lustigen Geschichte viel Spaß haben. Räuber, gerade die, die dann doch nicht so gefährlich sind, kommen bei ihnen oft gut an. Außerdem ist es schön für sie zu erfahren, wie auch kleine Tiere am Ende zum Erfolg beitragen.

Das Buch ist mit Zeichnungen von Daniela Heirich illustriert. Allerdings finden sich nicht auf allen Seiten Bilder, was ich bei einem Erstlesebuch eher schwierig finde.

Leseunterstützung unter anderem durch Hörbuch

Hinten im Buch gibt es eine Liste mit kniffligen Räuberwörtern. Die Idee dahinter ist, dass man diese Wörter vorher liest und übt, damit einem dann später das Lesen des gesamten Buches leichter fällt. Grundsätzlich finde ich das einen guten Gedanken, allerdings enthält die Liste für mich zu viele Wörter, die auch noch kleiner als der Text im Buch gedruckt sind. Das wirkt dann doch für viele Kinder eher abschreckend und sieht nach lästiger Arbeit aus. Hier wäre es besser, wenn wirklich nur einzelne schwierige Wörter herausgepickt worden wären. Als Einsatz im Unterricht kann man die Liste aber sicherlich zur Vorbereitung gut nutzen.

Ebenfalls unterstützend ist das Hörbuch zu dem Buch, welches man sich mit einem Code herunterladen kann. Wenn man sich vorher die Geschichte anhört, fällt das Lesen direkt viel leichter. Auch die Wörterliste kann man sich vorlesen lassen. Möglich ist aber auch, das Buch parallel zu Hören und zu Lesen.

Das Buch erscheint als Taschenbuch und ist somit recht gut erschwinglich und auch als Klassenlektüre geeignet.

Version 1.0.0

Räuber Haumichblau von Stefan Schwinn, illustriert von Daniela Heirich, Buchverlag Kempen, ISBN: 978-3-96520-458-4

Mira und die Macht des Raben

Etwas umfangreicher und mit farbigen Illustrationen ist das Buch „Mira und die Macht des Raben“ von Guido Kasmann. Auch dieses basiert auf dem selben Konzept mit Hörbuch und Wörterliste. Auf den meisten Seiten sind tolle Illustrationen von den Vögeln abgebildet, aber auch hier gibt es leider bilderlose Seiten, die von den Kindern geschafft werden müssen.

Gut gefällt mir hier, dass zu Beginn des Buches die ganze Vogelschar mit Vogelnamen abgebildet ist. Zum einen kann man hier einmal gut die Vogelnamen lesen üben und zum anderen lernen Kinder wie Blaumeise, Rotkehlchen, Grünfink etc. aussehen. Dieses Wissen kann man sicherlich auch nicht bei allen voraussetzen.

Es ist Winter. Die beiden Rotkehlchen Mira und Rosso haben Hunger. Die letzten Beeren schnappen sich die Elster Kaja, die die Rotkehlchen rücksichtslos zur Seite stößt. Auch im Futterhäuschen machen sich die Elstern breit. Sie sind davon überzeugt, dass die großen Vögel bestimmen dürfen und zuerst an der Reihe sind. Immerhin müssen sie selbst ja auch Platz machen, wenn der Rabe kommt. Schließlich bitten die kleinen Vögel den Raben um Hilfe. Er soll sie beschützen. Da er die Elstern und die Halsbandsittiche nicht mag und sich gerne bewundern lässt, geht er darauf ein. Leider nutzt er seine Macht aus. Er handelt nur im eigenen Interesse. Die kleinen Vögel sind ihm eigentlich egal und so gibt es schnell wieder Probleme am Futterhäuschen. Erst als alle darunter leiden, tun sie sich zusammen und am Ende leben sie friedlich miteinander.

Wichtige Botschaften

Die Geschichte ist spannend zu lesen. Man fiebert mit Mira und den anderen Vögeln mit und hofft, dass sie zu einer guten Einigung kommen, bei der nicht einfach die Starken bestimmen. Gleichzeitig enthält das Buch wichtige Botschaften: Gemeinsam schafft man mehr, füreinander da zu sein, keinen zurücklassen, sich gegenseitig zu hören, Rücksicht nehmen und vieles mehr. Es ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiges Buch, das zeigt, dass man für Gemeinschaft, Demokratie und Frieden eintreten sollte.

Version 1.0.0

Mira und die Macht des Raben von Guido Kasmann, illustriert von Silke Pauly, Buchverlag Kempen, ISBN: 978-3-96520-459-1

Buchstabensuppe

Ein weiteres Buch mit Leseunterstützung, allerdings festeingebunden, ist „Buchstabensuppe“ von Jutta Wilke. Dieses enthält besonders übersichtlichen Text mit großer Schrift und bunte Illustrationen von Natalie Hoffmann. Auf jeder Seite befindet sich unter dem Text ein Bild, so dass die Seiten gut aufgelockert wirken. Neben Wörterliste und Hörbuch finden Kinder hier in der Silbenschrift eine weitere Lesehilfe. Außerdem gibt es hier am Ende noch ein Lese-Quiz.

Eine Geschichte mit vielen Illustrationen

Während die anderen beiden Bücher mehrere Kapitel beinhalten, wird hier nur eine Geschichte erzählt. Es geht um Noa, der beim lauten Lesen in der Schule Probleme hat. Die anderen Kinder lachen bereits über ihn. Dabei  kann er doch gar nichts dafür. In seinem Buch fehlen Buchstaben. Die Lehrerin vermutet, dass das Buchstabenmonster hier am Werk war. Auch an der Buchstabensuppe, die Papa gekocht hat, hat es sich bedient. Gemeinsam mit seinen Freund:innen Sami und Lara möchte Noa das Monster einfangen. Mit ausgeschnittenen Buchstaben wollen sie es anlocken. Doch sie fangen so nur Papa. Der backt mit ihnen ganz viele Buchstaben. Davon legt Noa welche auf seinen Ranzen. So ist das Monster dann schon satt, wenn Noa in die Schule geht und er kann wieder alles lesen.

Das Buch beinhaltet eine fröhliche Geschichte rund ums Lesen und Buchstaben, die zeigt, dass es auch mal Tage geben kann, an denen das Lesen schwer fällt. Hier hätte ich mir nur gewünscht, dass noch darauf hingewiesen wird, dass es nicht in Ordnung ist, andere Kinder auszulachen. Geschickt ist es dahingegen von der Lehrerin, auf Noas Äußerung mit den fehlenden Buchstaben einzugehen und ihn somit vor den anderen Kindern zu schützen.

Version 1.0.0

Buchstabensuppe von Jutta Wilke und Natalie Hoffmann, Buchverlag Kempen, ISBN: 978-3-96520-464-5

Den Schwierigkeitslevel der Bücher würde ich folgendermaßen einordnen: „Buchstabensuppe“ wird von einigen Kindern ab der ersten Klasse lesbar sein. Ab der zweiten Klasse würde ich „Räuber Haumichblau“ und „Mira und die Macht des Raben“ empfehlen. Der Seitenumfang von „Mira und die Macht des Raben“ ist zwar größer als bei „Räuber Haumichblau“, dafür könnten die farbigen Illustrationen für das eine oder andere Kind besonders motivierend sein. Die Schriftgröße und die Seitengestaltung ist grundsätzlich ähnlich.

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