Rezension: Spiel „Happy Holiday“
(Rezensionsexemplar) Es ist Sommer und somit Ferienzeit. Aber nicht alle fahren in den Urlaub. Nun ist es aber möglich zumindest spielerisch den perfekten Urlaubstrip zu planen und zwar bei dem Spiel „Happy Holiday“.
Gleich drei Wochen Urlaub sollen hier bestmöglichst geplant werden. Dabei stehen sieben europäische Städte als Reiseziele zur Auswahl. In jeder Stadt gibt es die Möglichkeit für Sehenswürdigkeiten, für Freizeit wie Baden oder eine Grachtenfahrt, es gibt Kulturveranstaltungen und Museen, man kann aber auch typische Dinge shoppen oder Essen gehen und auch die Natur lockt überall.
Nun soll so eine Reise ja gut geplant sein: Das heißt, am besten man bleibt ein paar Tage im selben Ort, um nicht zu viel Reisestress zu haben. Bleibt man mehr als vier Tage jedoch in einer Stadt, dann wird es zu langweilig und es gibt keine Extrapunkte mehr.
Spielablauf
Runde für Runde nimmt man sich von der offen liegenden Auswahl jeweils ein Plättchen (beschriftet mit Ort und Aktivität) und legt es auf eins der Felder des eigenen Urlaubsplaners. Natürlich nicht auf irgendeins, denn das wäre ja viel zu einfach. Viele Plättchen geben bestimmte Legeregeln vor: z.B. darf es nur auf einen bestimmten Wochentag oder in eine vorgegebene Woche gelebt werden. Das erschwert die Reiseplanung natürlich. Kann man ein Plättchen mal gar nicht unterbringen, kann man es als Ruhetag auf die Rückseite drehen. Das ergibt dann allerdings auch einen Minuspunkt.

Hinzu kommt, dass es manchmal Sinn macht, ein Plättchen zu nehmen, das vielleicht nicht ganz so optimal in die eigene Planung passt, aber das einen gleichzeitig Koffer bringt. Denn auch diese sollen nebenbei eingesammelt werden und zwar am besten in allen drei Farben.
Überblick behalten
Jede Kofferfarbe steht für eine Verkehrsart (Straße, Schiene oder Flug). Ist der Urlaub nämlich vollständig geplant, muss man ja auch noch von einer Stadt in die andere kommen. Manche Städte sind durch eine Straße verbunden, andere durch Schienenverkehr. Für jede Bewegung von einer Stadt in eine andere benötigt man zwei Koffer der passenden Fortbewegungsart. Und wenn man dann noch einen Umweg nehmen muss, weil man entweder nicht die richtigen Koffer hat oder es keine direkte Verbindung gibt, benötigt man sogar noch mehr Koffer.

Man muss also bei seiner Planung so einiges im Blick behalten. Hinzu kommen noch Aufgabenkarten. Hat man diese Ziele erfüllt, bekommt man weitere Punkte. Ansonsten gibt es Punkte für Aufenthalte in den Städten, für erfolgreich verbundene Städte (ansonsten gibt es Minuspunkte) und für Sterne, die auf manchen Plättchen abgedruckt sind.
Leichter Spieleeinstieg
Das Spiel lässt sich sehr gut spielen. Man muss zwar einiges planen und nicht immer geht alles auf, aber alleine schon das Thema sorgt für eine gewisse Leichtigkeit. Der Einstieg in das Spiel ist schnell gemacht, auch die Regeln sind fix erklärt. Um eine gute Strategie zu finden, muss man es wohl einige Male spielen. Auf welche Punkte kann man vielleicht mal verzichten? Wo kann man ein Risiko eingehen und ein bisschen pokern? Auch die Aufgabenkarten sind in ihrem Wert durchaus unterschiedlich. Nicht immer macht es unbedingt Sinn ihre Ziele zu erfüllen, vor allem wenn man dadurch an anderer Stelle Punkte verlieren würde.
Schön ist übrigens auch, dass es in der Regel einen Überblick über alle Plättchen gibt und dass dabei auch benannt wird, was wir auf ihnen zu sehen bekommen.
Das Spiel wird ab 10 Jahren empfohlen, so dass es sich gut als Familienspiel, aber auch als Spiel in einer reinen Erwachsenenrunde eignet.

Happy Holiday von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert, illustriert von Claus Stephan, Kosmos Verlag, 1-4 Spielende ab 10 Jahren
