Rezension: Sommer auf Solupp

Als ich das Cover von dem Kinderbuch „Sommer auf Solupp“ gesehen habe, war sofort klar, dass ich dieses Buch haben muss. Erinnert der Anblick der Birken, des Wassers und der roten Häuschen doch unglaublich an einen unbeschwerten Schwedensommer. Auch der Titel lässt eine solche Richtung erahnen.

Skandinavisches Sommergefühl

Es ist nicht ganz klar, wo Solupp liegen soll. Der Name klingt schwedisch oder skandinavisch, aber von der Landschaft her und auch von der Geschichte her, scheint es dann wohl doch eher eine Insel in Deutschland zu sein. Das ist aber auch egal, denn es handelt sich letztendlich um eine Fantasieinsel, die skandinavische Sommergefühle aufkommen lässt. Zudem erinnert mich das Buch sowohl an „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren (insbesondere der Beginn des Buches) als auch an den Erzählstil von Kirsten Boie, z.B. in „Ein Sommer in Sommerby“.

Urlaub auf einer besonderen Insel

Bei der Lektüre kommt eine herrliche, leichte Sommeratmosphäre auf und man wünscht sich selbst auf eine solche Insel. Dennoch beinhaltet das Buch auch schwere Seiten, denn der Vater von Mari und ihren Geschwistern war schwerkrank, was das Familienleben ordentlich durcheinander gewirbelt hat. Einiges ist in der Familie kaputt gegangen, aber vielleicht kann der Aufenthalt auf der Insel manches davon heilen. Denn Solupp ist ganz besonders und ganz besonders intensiv. Das erfährt die Familie sehr schnell. Auf der Insel liegt ein Zauber, aber sie hält auch einige Rätsel und Fragen bereit. Schon nach kurzer Zeit stecken Mari und ihre Brüder in einem großen, spannenden Abenteuer.

Tolle Urlaubslektüre für Kinder ab 10 Jahren

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, und mich mit großem Vergnügen auf die Insel entführen lassen. Man spürt sofort einen besonderen Sommer. Aber gleichzeitig gefällt mir auch, wie authentisch die Figuren dargestellt werden, und es ist interessant zu verfolgen, wie sie mit ihren Problemen umgehen und sich weiter entwickeln. Auch die Menschen, denen sie auf der Insel begegnen, sind äußerst interessant und auch etwas geheimnisvoll. Ich muss zugeben, dass ich nicht alles rund um sie verstanden habe bzw. hätte ich noch die eine oder andere Frage zu ihnen. Aber das macht nichts und gehört vielleicht genau so zu dieser Insel.

Sehr angenehmer Erzählstil

Auch den Erzählton aus Maris-Sicht, aber in der dritten Person und in der Gegenwart, mag ich gerne. Man kommt so ganz nah dran ans Geschehen und kann sich in die Geschichte gut hineinfühlen. Es sind nicht immer alles klassisch ausformulierte Sätze, sondern auch mal kurze Nebengedanken und Erklärungen. Es fühlt sich alles locker und leicht an, auch wenn manches vielleicht gerade schwierig ist. Wie bereits oben erwähnt, fühle ich mich direkt an Kirsten Boies Bücher erinnert, was bei mir gleich ein angenehmes Gefühl hervorruft. Es ist eine Erzählung auf Augenhöhe der Kinder, die die Sicht und Ausdrucksweise von Kindern ernst nimmt.

Ich kann euch diese Lektüre nur empfehlen – besonders passend für den Sommerurlaub oder auch für jetzt, um sich an einen anderen Ort zu träumen.

Sommer auf Solupp von Annika Scheffel, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-18571-4, 15 €

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