Rezension: Mia mag Geheimnisse

Weihnachtszeit ist Geheimniszeit. Aber es ist gar nicht immer so einfach, ein Geheimnis für sich zu behalten, wenn es vor lauter Freude doch einfach raus möchte. Und wenn einem etwas einfällt und man etwas erraten hat, muss man es doch einfach herausrufen, oder?

So geht es Mia in „Mia mag Geheimnisse“, als in ihrer Klasse gewichtelt wird. Da sie immer wieder ausplaudert, wen sie gezogen hat, ist die Klasse so sauer auf sie, dass Mia vom Wichteln ausgeschlossen wird. Trotzdem darf ihr jedes Kind Überraschungen bereiten und auch Mia kann die anderen Kinder bewichteln. Uiui, es geht also weiterhin um viele Geheimnisse, die einfach dazu drängen, aufgedeckt und benannt zu werden, was die anderen Kinder echt wütend macht. Eine spannende Adventszeit steht Mia bevor. Eine Zeit mit Überraschungen und Geheimnissen, in der sich Mia einiges einfallen lässt und am Ende steht sogar ein Geheimnistraining für sie an…

Spannend erzählt

Das Buch steigt direkt in die Geschichte ein. Es lässt sich toll lesen und man möchte sofort wissen, wie es weiter geht. Hier wird nicht groß und breit etwas beschrieben, sondern es wird aktiv und spannend erzählt. Und es lässt auch direkt verschiedene Emotionen in einem aufsteigen. Oh ja, man kann Mia gut verstehen, dass es so schwer ist das Geheimnis zu behalten. Aber trotzdem ärgert man sich über die Lehrerin, die damit einverstanden ist, dass Mia nicht mitwichtelt. Wie gemein ist das denn? Aber zum Glück gibt es ja die Möglichkeit, dass andere Kinder sie trotzdem bewichteln und auch Mia kann sich Überraschungen für die anderen überlegen. Das beruhigt einen dann wieder und nun ist man neugierig darauf, wie das alles umgesetzt wird. Es bleibt auf jeden Fall eine aufwühlende und spannende Geschichte!

Thema: Geheimnisse bewahren

Ein sehr interessantes Thema, um das es hier in dem Buch geht. Je kleiner die Kinder sind, desto schwerer fällt es ihnen solche schönen Geheimnisse für sich zu behalten und am Ende sind sie dann ganz stolz, wenn sie es schaffen. Bei uns ist es zum Beispiel bereits beim Sagaland spielen so, dass der Kleine es laut strahlend verkündet, wenn er das richtige Symbol gefunden hat. Es ist also wirklich ein Thema aus dem Alltag von Kindern. Ein Thema, das man gut nachvollziehen kann und vielleicht lernt man ja gemeinsam mit Mia, wie schön es ist, wenn man es schafft, eine Überraschung für sich zu behalten und nicht alles aufdecken zu müssen.

Wichteln

Vielleicht kurz zur Erklärung des Wichteln. Nachdem ich jetzt zum zweiten Mal vom Wichteln in einem Buch aus dem deutschsprachigen Ausland gelesen habe (das andere Buch war “Wichtel in Not“), habe ich das Gefühl, dass es ein bisschen anders gehandhabt wird als in Deutschland. Wenn bei uns in Deutschland gewichtelt wird, zieht man einen Zettel mit einem Namen und bringt zu einem bestimmten Termin für dieses Kind ein Geschenk  mit. In Österreich und in der Schweiz scheint es mir so zu sein, dass man dem Kind, das man gezogen hat, über eine ganze Weile kleine Überraschungen bereitet.

Dieses Buch, das in der Weihnachtszeit spielt, ist äußerst fesselnd und somit perfekt für geübte Erstleser. Ein ganz besonderes Buch, das viele Leser:innen finden sollte. Ich selbst hatte beim Lesen Tränen in den Augen…

Kinderbuch: Mia mag Geheimnisse

Mia mag Geheimnisse von Heidi Troi, illustriert von Caroline Hamann, Obelisk Verlag, ISBN: 978-3-85197-961-9, 12 €

2 Gedanken zu „Rezension: Mia mag Geheimnisse

  • 25. Dezember 2020 um 19:46
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    Servus, vorab vielen Dank für den gelungenen Beitrag über das Buch Mia mag Geheimnisse. Uns war wichtig, dass unsere Tochter im Kindesalter kein Fernsehen schaut. Mittlerweile haben wir drei Jahre geschafft, mit vielem Vorlesen. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Wenn es nach mir geht, kann es noch viele Jahre so weiter gehen. Bleibt gesund und freue mich auf neue Beiträge.

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    • 25. Dezember 2020 um 20:11
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      Wir haben es beim Großen fast 6 Jahre sehr gut ohne Fernsehen geschafft.

      Antwort

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