Rezension: Zurück in Sommerby

Direkt als der Nachfolgeband von „Ein Sommer in Sommerby“ von Kirsten Boie erschienen ist, habe ich ihn mir gekauft. Ich habe den ersten Band geliebt und so muss ich nun natürlich wissen, wie es weiter geht. Allerdings hat es dann doch noch eine ganze Weile gedauert, bis ich genügend Zeit hatte, bis ich mich ganz in Ruhe „Zurück in Sommerby“ widmen konnte. Denn diese Bücher darf man nicht einfach schnell zwischen Tür und Angel lesen, man muss sie von vorne bis hinten genießen.

Inhalt des Kinderbuchs

Das konnte ich nun zum Glück endlich. Endlich durfte ich wieder mit Martha, Mikkel und Mats nach Sommerby zu Oma Inge reisen. Eine Welt, in der ein bisschen die Zeit stehen geblieben ist, aber die dennoch mit der heutigen modernen Welt verknüpft ist. Zwar gibt es bei Oma Inge immer noch kein Telefon, das Bauernfrühstück, für das man selbst gesorgt hat, kommt weiterhin auf den Tisch, Bettzeug wird mühsam ausgebessert und das letzte Obst wird von den Bäumen geerntet, aber Oma Inge lebt trotzdem nicht völlig isoliert im Nirgendwo. Es gibt Nachbarn, die einen engen Bezug zu Oma Inge haben, und die moderne Medien nutzen um mit anderen Menschen in Problemsituationen zu kommunizieren, und es gibt leider auch immer noch den Makler, der so schnell nicht locker lässt und gemeine Tricks auf Lager hat. Zum Glück halten wieder alle zusammen und so kann am Ende doch noch ein schöner 70. Geburtstag von Oma Inge gefeiert werden.

Ein tolles Wohlfühlbuch

Ich bin richtig traurig, dass das Buch nun zu Ende ist, auch wenn ich natürlich gleichzeitig ein wenig erleichtert darüber bin, wie sich alles zum Guten gewandt hat. Aber es macht einfach so viel Freude in diese Welt abseits vom Alltag einzutauchen, ein bisschen Idylle zu erleben, aber auch die verschiedenen Gefühle der Figuren zu spüren und zu durchleben und mit zu fiebern. Alle Charaktere sind so toll dargestellt. Man sieht sie förmlich vor sich, kann ihre Sorgen, Ängste und Gedanken nachvollziehen. Unglaublich authentisch und liebenswürdig. Und ich mag auch den Erzählstil von Kirsten Boie so gerne. Man spürt richtig die Erzählerstimme dahinter. Es ist nicht einfach nur eine spannende und tolle Geschichte, sondern es ist eine Geschichte, die  man sich erzählen lässt. Das mag ich nicht unbedingt immer, aber hier passt es perfekt!

Übrigens gefällt mir natürlich auch, aus welchen Büchern Martha ihren Geschwistern vorliest. Hier spielt Astrid Lindgren eine große Rolle. Auch das passt sehr gut in dieses Buch hinein, denn Astrid Lindgren hat es ebenfalls verstanden, die Gefühle von Kindern authentisch widerzugeben. Kein Wunder also, dass Mats und Mikkel sich den Figuren aus den Büchern so nahe fühlen.

Zurück in Sommerby“ ist eine wunderbare Erzählung für Kinder ab etwa 10 Jahren, aber auch für alle Erwachsenen. Die Geschichte spielt im Herbst, aber ich finde es ist die perfekte Wohlfühllektüre für das ganze Jahr.

Kinderbuch: Zurück in Sommerby

Zurück in Sommerby von Kirsten Boie, mit Vignetten von Verena Körting, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7512-0001-1, 14€

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