Rezension: Der Meckerpapa

Wieso hat Mama sich nur diesen Meckerpapa ausgesucht? Ständig hat er irgendwas an seinem Sohn auszusetzen. Da wäre es doch viel cooler, wenn Mama sich einen Cowboy oder einen Ritter genommen hätte. Wobei… auch die haben so manchen Nachteil und eigentlich hat man mit Papa auch viel Spaß und er riecht so gut. Okay, ganz so schlecht ist der Meckerpapa vielleicht doch nicht. Immerhin geht er auch immer mal wieder mit dem Sohn ins Stadion und besucht coole Ausstellungen mit ihm…

Jaja, so ist das mit einem Meckerpapa. Über den kann man sich manchmal schon ganz schön ärgern, aber trotzdem ist es genau der richtige Papa für einen.

Realistisches Familienleben mit viel Humor

Ich finde das Bilderbuch „Meckerpapa“ einfach herrlich. Es spiegelt auf wunderbare Wiese das Familienleben wieder. Ja, es ist echt ätzend, wenn die Eltern im Alltag ständig am motzen sind. Wer will schon einen Meckerpapa haben? Aber sind irgendwelche kindlichen Superhelden wirklich so viel besser? Oder ist es am Ende dann nicht doch der eigene Papa, der einen gut kennt und tolle Sachen mit einem unternimmt.

Ich glaube, mit diesem Buch wird sich fast jeder identifizieren können. Okay, manchmal gibt es eher eine Meckermama als einen Meckerpapa, aber die Situationen an sich ähneln sich dann doch. In diesem Bilderbuch steht die Vater-Sohn-Beziehung im Mittelpunkt, dennoch kann ich mich selbst als Meckermama ganz gut darin erkennen. Und ja, ich gebe zu, es regt mich dazu an, mein Verhalten zu reflektieren und an der einen oder anderen Stelle etwas weniger zu meckern.

Zusammenspiel: Bild und Text

Bilder und Text ergänzen sich hervorragend. Es wird aus kindlicher Ich-Perspektive erzählt. In den Bildern wird dann die Situation dargestellt, wie sie passierte und mit Aussprüchen ergänzt. Hier wird dann auch die unterschiedliche Sicht von Vater und Sohn auf die Dinge deutlich. Der Sohn meint zum Beispiel, dass er ja nur vergessen hat, die Schuhe auszuziehen. Im Bild sieht man dann den Vater noch mit Putzeimer stehen, während das Kind mit jeder Menge Matsch an den Schuhen und am ganzen Körper eine Spur hinter sich herzieht. Auch die bildliche Darstellung von Papa als Restposten in einem Geschäft ist einfach herrlich.

Insgesamt ist der Text recht kurz. Vieles muss man den Bildern entnehmen. Wenn sich das Kind vorstellt, welche tollen Alternativen es als Papa gegeben hätte, dann nennt er sie nur kurz beim Namen, während man das spannende, dass er sich mit einem solchen Papa vorstellt, den Bildern entnehmen muss. Dieses Zusammenspiel zwischen Text und Bildern gefällt mir sehr gut. Es lässt Raum für eigene Vorstellungen und regt zur Fantasie und Nachdenken an.

In dem Bilderbuch steckt insgesamt ganz viel Leben, Wärme und Humor. Das ist genau nach meinem Geschmack!

Der Meckerpapa von Ulf K., Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-460-0, 15€

Weitere Bücher mit einem Papa: Bilderbuch “Mit Papa allein zu Haus” oder Vorlesebuch “Paul & Papa“.

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