Rezension: Gwen und die Bibliothek der Wunder
(Rezensionsexemplar) Ihr mögt Fantasie und Magie, aber habt es lieber etwas ruhiger ohne das große, gefährliche Abenteuer? Dann ist vielleicht das Kinderbuch „Gwen und die Bibliothek der Wunder“ etwas für euch.
Das Mädchen Gwen verbringt ihre Ferien bei ihrem Großonkel Matthew. Sie ahnt nicht, was sie dort erwartet, doch bereits an ihrem ersten Tag führt sie ihr Weg in die Stadtbibliothek. Laut den Kindern leben dort Lahdukan – kleine Wesen, die für alle über 6 Jahren unsichtbar sind. Naja, nicht für alle, denn die Schutzpatroninnen können sie auch über dieses Alter hinaus sehen. Und nun soll ausgerechnet Gwen die Schutzpatronin der Lahdukan sein. Es stimmt, sie kann die Wesen sehen, aber damit lastet auch eine große Verantwortung auf ihr. Die Lahdukan müssen ihr Zuhause verlassen und nur Gwen kann ihnen dabei helfen…
Insgesamt ist die Erzählung sehr ruhig und kindlich verspielt, aber gerade das macht dieses Buch so besonders. Eigentlich ist die Fantasiewelt eher etwas für die jüngeren Kinder, aber hier dürfen auch einzelne ältere daran teilnehmen. Die Magie bleibt erhalten und legt sich auch auf die Leser:innen.
Fantasievolles, ruhiges Abenteuer
Das Buch ist fantasievoll und entwickelt sich durchaus auch zu einem spannenden Abenteuer. Dabei lebt die Spannung auch davon, dass die Figuren sehr sympathisch dargestellt werden und man bei den Gefahren mitfiebert. Zusammenhalt, Freundschaft, der fürsorgliche Einsatz für andere und Loyalität werden hier groß geschrieben. Letztendlich geht es auch darum, ein neues Zuhause und Zuwendung von anderen zu finden. Gerade weil Gwen es bei ihren Eltern nicht gut hat, freut man sich über jede freundliche Person – ob Lahduka oder Mensch -, die sich liebevoll, um sie kümmert.
„Gwen und die Bibliothek der Wunder“ ist ein Buch zum Mitfühlen und zum Mitträumen. Es öffnet uns die Augen für den Zauber der Fantasie und lässt uns rund um Gwen und die Lahdukan ein Abenteuer erleben.

Gwen und die Bibliothek der Wunder von Jeanne Birdsall, übersetzt von Sylke Hachmeister, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-55972-2 (mit Vignetten von Max Meinzold)
