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Rezension: Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?

Wird euer Kind schnell wütend? Oder habt ihr das Gefühl, dass sich die Wut größer aufbaut als bei anderen Kindern?

Dann lest doch mal das Pappbilderbuch „Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ mit ihnen. Denn Tilly Pandabär geht es da wie ihnen. Tilly wird schnell wütend und zwar auf Grund einer Menge von Dingen, die gerade nicht ganz passend für das Pandakind sind. Dann wütet Tilly und macht sogar auch mal eigene schöne Sachen dabei kaputt.

Tilly erzählt, dass die Wut nicht schon direkt da ist. Der Tag fängt durchaus auch mal ruhig und schön an, doch je später es wird, desto mehr Sachen häufen sich an und Tilly reagiert mit stampfen, toben, schreien und weinen. Oft hat Tilly dabei das Gefühl, dass keiner das Pandakind so richtig versteht. Doch auch wenn Mama ebenfalls ständig nicht so reagiert, wie Tilly es gerne hätte, sie erklärt Tilly doch, dass sie ihr Kind unendlich lieb hat und versteht, dass sich Wut im Bauch ansammelt. Dann ist es an der Zeit sich zu fragen, was man gerade benötigt.

Tilly ist übrigens geschlechtsneutral und wir können ihn so lesen, wie wir möchten.

Umgang mit dem starken Gefühl Wut

Das Buch geht sehr einfühlsam mit dem Gefühl Wut um. Wut darf sein, aber sie soll nicht zerstörerisch sein. Sie ist ein Zeichen dafür, dass manches zu viel wird und dass man sich in dem Moment fragen muss, was man gerade braucht. Dabei sollen und müssen Erwachsene ihre Kinder natürlich liebevoll begleiten.

Bei diesem Buch fühlen sich Kinder mit ihren starken Gefühlen gesehen und verstanden. Wenn sie schnell und häufig wie Tilly wüten, werden sie darin bestärkt, dass sie und ihre Wut richtig sind. Es wird ein Weg aufgezeigt, wie es ihnen wieder besser gehen kann. Ich bin  mir sicher, dass sich viele Kinder und Familien in diesem Buch wiedererkennen. Es ist ein Buch für genau diese Kinder, aber natürlich ist es auch ein Buch für alle Kinder, denn jedes Kind kennt das Gefühl Wut.

Tolle Illustrationen

Die vielen Illustrationen in dem Bilderbuch zeigen Tillys Gefühle sehr deutlich. Sofort wird man in die jeweilige Situation versetzt und kann gut nachvollziehen, warum es in Tilly wütet.

Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist die Länge des Pappbilderbuchs. Für ein Pappbilderbuch ist es ein ziemlich langes Bilderbuch, bei dem Kinder schon eine ganze Weile zu hören müssen. Das ist grundsätzlich in Ordnung, nur ich finde es sehr schade, dass manche Kinder dann gerade am Schluss keine Energie mehr haben, um richtig zu zu hören. Dass ist wirklich schade, denn am Ende kommt dann ja die bestärkende Haltung der Mutter, die ich sehr wichtig finde. Die sollten Kinder auf jeden Fall mitnehmen.

Ansonsten kann ich das Buch, das übrigens sehr angenehm gereimt erzählt wird, nur empfehlen. Am Ende des Buches gibt es auch noch einen kleinen Elternteil zum Thema Wut.

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär? von Nora Imlau und Lisa Rammensee, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17313-3

Auf dem Blog stelle ich euch ein weiteres Bilderbuch für gefühlsstarke Kinder von Nora Imlau und Lisa Rammensee vor: Und was fühlst du, Känguru?

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