Rezension: Das große Schimpfen

Schimpfen eure Kinder viel? Und geht es dabei immer fair zu?

Ich muss zugeben, dass meine Kinder schon ordentlich schimpfen können, und dabei leider auch Worte fallen, die verletzend sein können.

Darüber muss natürlich gesprochen werden. Schimpfen und Ärger raus lassen ist okay, andere beleidigen nicht.

Vielleicht schafft man es mit dem Bilderbuch „Das große Schimpfen“ die humorvolle Seite hervorzukehren.

Inhalt des Bilderbuchs

Wieder einmal findet der große Schimpfwettbewerb statt. Das schimpfigste Schimpfwort wird gesucht. Mitmachen können Klein und Groß. Ob es dieses Mal einer der Kleinen schafft, den stolzen Hirsch vom Siegerpodest zu stoßen? Ein Schimpfwort nach dem anderen wird herausgebrüllt: Puddingpups, Löchriger Laberlappen, Matschiger Miesmuffel, Knallige Knatterkirsche, Bissige Brummelboje, Filziger Flohpopo. Doch dann stolziert Harald Hirsch auf die Bühne. Leider achtet er dabei so gar nicht auf seine Umwelt und läuft den kleinen Tapir einfach um. Wütend entfährt ihm ein gemeines „Doofkopf“. Ja, er hat richtig schimpfig geschimpft, aber dem Publikum gefällt es kein bisschen. Sie alle merken, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Konnte man über die anderen Wörter gemeinsam lachen, geht das in diesem Fall nicht mehr. Und so wird Harald Hirsch in diesem Jahr auch folgerichtig nicht der Sieger. Welches Wort aber gewonnen hat, müsst ihr selber herausfinden.

Originelle Erzählweise

Das Buch macht unglaublich viel Spaß. Die Gänse Gitta und Gustav führen uns als Reporter durch die Geschichte und ich finde diese originelle Erzähltechnik hier richtig klasse. Sie gibt dem Buch einen eigenen Schwung. Sehr cool ist hier ebenfalls die „eingeblendete“ Werbung für den Müsliriegel Gripsie. Mein Sohn wollte ihn jedenfalls direkt haben.

Auch über die Illustrationen wird die Geschichte erzählt, wobei die Gesichtsausdrücke der Tiere wirklich herrlich sind und jede Menge  ausdrücken.

Mein 6-Jähriger hatte sich das Buch angeschaut, ohne den Inhalt zu kennen. Er dachte, es wäre ein trauriges Buch, weil der Hirsch den armen kleinen Tapir so anbrüllt. Die Emotionen werden hier also sehr gut übertragen.

Selbst kreativ werden

Natürlich regt das Buch auch zur Kreativität an. Gemeinsam können nach der Lektüre eigene lustige Schimpfwörter erfunden werden. Vielleicht spricht man auch darüber, was verletzend und was lustig ist. Und was sind Schimpfwörter überhaupt? Man kann sie verwenden, um andere damit zu bezeichnen, aber da muss man auch bei witzigen Worten sensibel sein und aufpassen, dass es nicht für ein Kind zu viel wird. Oder aber man benutzt sie zum Fluchen, wenn irgendetwas schief geht und man sich so richtig ärgert. Dann muss man das manchmal einfach verbal ausdrücken – am besten eben mit einem kreativen, coolen Schimpfwort. Das lässt den Ärger dann sicherlich auch etwas schneller verrauchen.

Der Text des Buches ist nicht sonderlich lang, dennoch bin ich davon überzeugt, dass man mit diesem Bilderbuch lange seine Freude haben wird!

BIlderbuch "Das große Schimpfen"

Das große Schimpfen von Michaёl Escoffier und Kris Di Giacomo, übersetzt von Bettina Bach, Mixtvision, ISBN: 978-3-95854-187-0, 15 €

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