Michael Ende-Geschichtenwoche

Initiiert von Henrike von @frau_buecherfee und Janet von @kinderbuchlesen.de findet diese Woche, passend zu seinem Geburtstag am 12.11., die Michael Ende-Geschichtenwoche statt.

Ja, wir spielen alle in der großen Welt-Geschichte mit, aber wir dürfen auch alle in die wunderbare Geschichtenwelt, die Michael Ende aufgebaut hat, eintauchen und gedanklich in einer ganz anderen Welt mitspielen.

Michael Ende, ein bedeutender Kinderbuchautor

Michael Ende, diesen Kinderbuchautor kenne ich natürlich, und sein Name ist für mich äußerst positiv besetzt. Allerdings muss ich feststellen, dass ich letztendlich gar nicht viele Geschichten von ihm kenne. „Momo“ kenne und liebe ich und ich warte ganz dringend darauf, sie endlich mit meinem Ältesten zu lesen, aber bisher hat er leider kein Interesse daran. Aber selbst „Die unendliche Geschichte“ kenne ich nur vom Namen. Sie steht aber bei meinem Mann im Regal und ich muss bald unbedingt mal die Gelegenheit ergreifen und sie lesen.

Einige Bücher von ihm kamen und kommen gerade neu aufgelegt von ihm heraus. Es ist jetzt also die beste Gelegenheit mehr Geschichten von ihm kennen zu lernen.

Bilderbuch: Der Lindwurm und der Schmetterling

Ich möchte euch heute das Bilderbuch „Der Lindwurm und der Schmetterling“ näher vorstellen. Es ist ein gereimtes Bilderbuch. Neben Prosa hat Michael Ende einige gereimte Texte geschrieben. Auch das war mir irgendwie gar nicht so bewusst, obwohl wir sogar das gereimte „Traumfresserchen“ zu Hause haben.

Die Neuauflage von „Der Lindwurm und der Schmetterling“ ist wunderschön und eindrucksvoll bebildert. Die Illustrationen nehmen die gesamten Doppelseiten ein und integrieren den Text in sich. Auch wenn der Text teilweise auf unruhigem Hintergrund gedruckt ist, lässt er sich insgesamt gut lesen.

In der Geschichte geht es um einen Drachen, der erfährt, dass die Menschen ihn „Lindwurm“ nennen so wie um einen Kohlweißling, der als „Schmetterling“ betitelt wird. Beide sind mit ihrer Bezeichnung unglücklich. Der Drache möchte keinesfalls „lind“ sein, sondern groß und gefährlich. Der Kohlweißling leidet darunter, dass in ihm ein lautes „Schmetter“ steckt, denn eigentlich ist er doch zart und liebt die Ruhe. Von der Schlange erfährt der Schmetterling, von dem Drachen, und mit einer Idee im Gepäck macht er sich auf den Weg zu ihm. Am Ende können Lindling und Schmetterwurm wieder deutlich zufriedener durchs Leben gehen.

Herrliches Sprachspiel

Ich finde dieses Bilderbuchmärchen sehr gut geeignet für die Geschichtenwoche, denn es zeigt, neben der Kunst zu reimen, viele der Talente von Michael Ende auf. Es ist eine Geschichte, die humorvoll ist und Spaß macht, und die mit der Sprache spielt und sich durch sie leiten lässt. Letztendlich kann man aber auch tiefer und philosophisch in den Text hineingehen: Was macht einen aus? Wie möchte man sein und wodurch lässt man sich beeinflussen? Was können Worte bewirken?  

Sicherlich kommt das Buch bei den Kindern nicht ganz ohne Erklärungen aus, denn ich denke, dass den meisten Kindern das Wort „lind“ nicht geläufig ist. Aber eine kurze Erklärung der vorlesenden Person ist hier sicherlich kein Problem. Aber auch durch die Geschichte wird klar, was dieses Wort im Gegensatz zu dem lautmalerischen „Schmetter“ bedeuten muss.

Dieses Bilderbuch ist nur ein Beispiel der kleineren Geschichten von Michael Ende. Es gibt einige Erzählungen, Märchen und Gedichte zu entdecken: Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte; Die Rüpelschule; Norbert Nackendick oder Das nackte Nashorn und viele mehr. Es gibt sie als einzelne Bücher zu kaufen, aber auch als Geschichtensammlungen wie z.B. „Das große Michael Ende Vorlesebuch“ oder „Die schönsten Bilderbücher von Michael Ende“.

Schaut unbedingt auch in die anderen Beiträge aus der Michael Ende-Geschichtenwoche. Anschließend habt ihr sicherlich Lust tiefer in seine Geschichtenwelt einzutauchen.

Der Lindwurm und der Schmetterling von Michael Ende, illustriert von Laura und Florian Fuchs, Thienemann-Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-522-45959-4, 15€

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