Rezension: Den Bauch voller Töne

Habt ihr als Kind auch Blockflöte gelernt? Die Blockflöte ist häufig das erste Instrument, was Kinder spielen lernen, zum Teil wurde es damals auch als Unterricht in den Schulen angeboten. Ich jedenfalls hatte in der Grundschule als zusätzliche Stunde Blockflötenunterricht, freiwillig. Es hat mir auch, soweit ich mich erinnern kann, Spaß gemacht. Dennoch bleibt die Blockflöte bei vielen nur ein Übergangsinstrument und wird häufig nicht so ganz als vollwertiges Instrument wahrgenommen.

Inhalt

So ist es auch in dem Buch „Den Bauch voller Töne“. Im Orchester wird besonders von dem Mädchen Alina, die Geige spielt, auf Enie mit ihrer Blockflöte herabgesehen. Aber Enie liebt ihre Blockflöte. Sie geht dabei auf, wenn sie ihrer Blockflöte besondere Melodien entlockt. Für sie ist es ein besonderes Instrument, sie spürt mit ihr die Musik und die Töne. Und mit ihrer Musik und herausfordernden Noten landete sie auf einmal sogar im 17. Jahrhundert und trifft dort in den Niederlanden den Komponisten Jacob van Eyck. Mit ihm zusammen erkundet sie in der Vergangenheit und der Gegenwart die Musik und gewinnt dabei an Selbstbewusstsein.

Das Buch zeigt, dass jedes Instrument wertvoll sein kann. Es geht darum, die Musik, die man ausdrücken möchte und die man fühlt, zu spielen und zwar mit dem Instrument, das einen selbst anspricht. Enie weiß, dass sie die Blockflöte  und ihre Musik liebt, dennoch ist es gar nicht so einfach, dies auch vor anderen Menschen einzugestehen. Aber sie lernt ihren Weg zu gehen und bekommt Unterstützung von einer interessanten Persönlichkeit.

Meinung zu dem Kinderbuch

Das Buch ist sehr ruhig erzählt, aber dennoch zieht es einen sofort in seinen Bann. Sehr gerne verfolgt man die Geschichte rund um Enie. Dabei gefällt mir auch, dass die Erzählung im Präsens geschrieben ist. So ist man wirklich nah dran am Geschehen.

Unabhängig davon, ob man Blcokflöte spielt, die Musik mag oder nicht, macht dieses Buch viel Freude. Es erzählt einfach von einer Leidenschaft, die man grundsätzlich sehr gut nachvollziehen kann. Außerdem geht es um alltägliche „Sorgen“, wie der Umgang mit anderen Kindern, die nicht immer nett sind, und sich selbst zu behaupten.

Illustrationen

Die Illustrationen von Mele Brink verbildlichen die Szenen sehr schön. Sie zeigen zum einen, das Geschehen so auf, dass man es sich gut vorstellen kann, aber zum anderen werden auch Einzelteile der Bedeutung nach hervorgehoben. Außerdem dürfen natürlich auch humorvolle Details nicht fehlen. Insgesamt ein sehr schönes Zusammenspiel von Text und Bildern.

Informationen im Anhang

Ich habe mich sehr gefreut, dass man im Anhang des Buches noch Informationen zu Jacob van Eyck und der Bedeutung der Blockflöte im 17. Jahrhundert erhält. Denn bei der Lektüre des Buches bin ich durchaus neugierig auf diesen Komponisten geworden und hatte mir schon vorgenommen, im Internet mal nach ihm zu suchen. Das wurde mir dank des durchdachten Anhangs abgenommen.

Kinderbuch: Den Bauch voller Töne

Den Bauch voller Töne von Andrea Behnke, illustriert von Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-41-6, 12 €

Bei der Edition Pastorplatz gibt es darüber hinaus noch ein Bilderbuch, das sich dem Klavier widmet. Ich habe euch “Piano, kleiner Piet” bereits in einer Rezension vorgestellt.

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