Rezension: Das Wunder von R.

Dieses Weihnachtsbuch wird als revolutionäres Weihnachtsbuch und neuer Kinderbuchklassiker angekündigt. Dementsprechend habe ich natürlich auch einiges von dem Buch erwartet.

Inhalt

Manuel, Camila und Shonda haben zwei Mamas. Deshalb fliehen sie aus ihrer Heimat, denn zwei Mamas werden dort nicht weiter geduldet. Sie kommen nach R., in dem die Menschen nicht mit Fremden sprechen, da sie ansonsten befürchten, dass etwas Schlimmes passieren könnte. In R. passiert nämlich normalerweise gar nichts, damit nichts Überraschendes passiert. Die gehen sich aus dem Weg. Doch dann kommen die Elfen des Weihnachtsmanns zu Manuel, Camila und Shonda und die Kinder helfen ihnen das Weihnachtsfest vorzubereiten. Leider wird auch hier auf mit Misstrauen reagiert, aber zum Glück halten noch die Kinder in R. zusammen und am Ende setzt sich die Weihnachtsbotschaft dann doch durch.

Vielfalt

Es gibt einiges an dem Buch, das mir gut gefällt: Es gibt Figuren mit verschiedenen Hautfarben, die Mehrzahl ist dunkelhäutig, verschiedene Familienkonstellationen kommen nicht nur am Rande vor etc. Abgesehen vom Vorwort an die Leser:innen wird dies in dem Buch nicht groß thematisiert, wobei die zwei Mamas der Kinder der Grund für ihre Flucht aus ihrem Land sind. Sehr schön ist auch, dass es die Kinder sind, die dazu beitragen, dass die Menschen zusammen kommen und wieder miteinander reden.

Ich habe mich übrigens gefreut, dass eine der Mamas Dominique heißt, denn so heiße ich selbst mit zweiten Vornamen und er taucht ja doch eher selten irgendwo auf.

Fehlende Atmosphäre

Leider fehlt mir trotz der Geschichte und ihrem schönen Inhalt ein wenig die Atmosphäre in dem Buch. An einigen Stellen wird mir zu viel berichtet und beschrieben, anstatt, dass es aktiv erzählt wird. Hinzu kommt, dass alles sehr schnell geschieht. Die Familie kommt nach R., ist aus einem anderen Land geflüchtet, hat aber sofort eine Wohnung und einen Job. Direkt werden die Kinder vom Weihnachtsmann angeschrieben.

Stimmungsvolle Illustrationen

Die Bilder in dem Buch finde ich schön und ansprechend. Sie transportieren durchaus eine winterliche und weihnachtliche Stimmung.

Das Buch ist ein schönes und modernes Weihnachtsbuch, das Vielfalt und einen offenen Umgang miteinander vermittelt, und welches ich sehr gerne meinen Kindern in der Adventszeit vorlesen werde. Aber ob es sich um einen neuen Kinderbuchklassiker handelt, bleibt für mich eher fraglich.

Kinderbuch, Weihnachten: Das Wunder von R.

Das Wunder von R. von Francesca Cavallo, illustriert von Verena Wugeditsch, übersetzt von Daniela Papenberg, Mentor Verlag, ISBN: 978-3-948230-15-9, 24,90€

Ein Gedanke zu „Rezension: Das Wunder von R.

  • 16. November 2020 um 09:42
    Permalink

    Ich habe die Leseprobe gelesen, fand es nett, aber es hat noch nicht wirklich „bäm“ gemacht….
    Wobei ich schon neugierig auf dem Fortgang der Geschichte bin🙈

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