Rezension: Der 1000-jährige Junge

(Rezensionsexemplar) Noch sind Kinderbücher für ältere Kinder auf meinem Blog nur vereinzelt anzutreffen, aber es wird in Zukunft sicherlich deutlich mehr, denn diese Bücher werden eben auch hier in der Familie immer interessanter.

Heute möchte ich euch ein Kindebuch für alle LeserInnen ab etwa 10 Jahren empfehlen, welches ich aber auch Erwachsenen Kinderbuchliebhabern ans Herz legen möchte: „Der 1000-jährige Junge“.

Wie ist es wohl, wenn man sein Leben lang elf Jahre bleibt und ewig lebt? Kaum vorstellbar, aber Alfie erlebt genau das. Er ist ein Nimmertoter und lebt seit 1000 Jahren als Elfjähriger in England. Dabei hat er schon einiges gesehen und erlebt, aber er weiß nicht, wie es ist älter zu werden. Als seine Mutter bei einem Unfall stirbt, ist er ganz auf sich alleine gestellt. Sein größter Wunsch ist es, sein ewiges Leben loszuwerden und dafür muss er einiges riskieren. Zum Glück hat er in Aidan und Roxy gute Freunde gefunden, die ihn nicht auf Grund seines merkwürdigen Benehmens schräg anschauen, sondern die ihm seine Geschichte glauben und ihn unterstützen.

Mitreißende Geschichte

Ich habe das Buch mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen. Die Geschichte fand ich spannend und faszinierend. Hinzu kommen sehr sympathische und interessante Figuren, die zeigen was Freundschaft und Zusammenhalt ausmacht. Mal wird aus Aidans Sicht und mal aus Alfies Sicht geschrieben, wobei einzelne Szenen dabei auch aus beiden Blickwinkeln betrachtet werden. Mir gefällt dieser Perspektivwechsel gut. Man bekommt so ein gutes Gefühl für die handelnden Personen und der Leser hat eine größere Übersicht als die Figuren in der Geschichte. Daraus ergibt sich eine besondere Spannung. So hat man zum Beispiel eine Erklärung für das Verhalten von Alfie, welches Aidan in dem Moment merkwürdig vorkommt, da er eben nicht alle Hintergründe kennt.

Man ist sehr schnell drin in der Geschichte und kann sich alles wunderbar vorstellen, auch wenn man eigentlich denkt, dass so etwas ja gar nicht möglich ist. In dieser Geschichte ist es möglich und zwar sehr glaubhaft. 

Das Buch ist aber nicht nur spannend, sondern es enthält auch viele witzige Momente, die sich einfach aus den Erfahrungen von Alfie ergeben. So weist er beispielsweise im Museum auf historisch falsche Darstellungen hin.

Wunderbar geschrieben

Ich mag auch die Sprache in dem Buch sehr gerne. Es wird mit schönen Worten erzählt ohne dabei abgehoben zu klingen. Vielleicht hätte man  noch mehr sprachliche Unterschiede zwischen den zwei Sichtweisen einbringen können, denn Alfie drückt sich ja in Gesprächen durch die Prägung der verschiedenen Jahrhunderte etwas anders aus. Das merkt man den Schilderungen nicht an, aber es hätte den angenehmen Lesefluss, den dieses Buch hat, möglicherweise gestört.

Ich kann dieses Buch nur absolut empfehlen und werde mir jetzt sicherlich auch mal die anderen Bücher von Ross Weltford anschauen. Dies war mein erstes Buch von ihm, welches mich direkt in seiner Art sehr überzeugt hat.

Der 1000-jährige Junge von Ross Welford, übersetzt von Petra Knese, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-63027-2, 16€

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