Buchmesse mit Kind

Nachdem ich euch bereits von meinen interessanten Büchern und Begegnungen auf der Frankfurter Buchmesse erzählt habe, möchte ich euch heute darüber berichten, wie es mit Kind auf der Buchmesse war.

Mein Sohn – ein richtiger Bücherwurm

Zunächst vielleicht ein paar Worte zu den Rahmenbedingungen. Mein Sohn ist sieben Jahre alt und ein richtiger Bücherwurm. Er liebt Bücher und liest auch selber sehr viel und gerne. Aber er liest Bücher nicht nur gerne, sondern er kennt sich auch gut in diesem Bereich aus. Bei vielen Büchern kann er z.B. genau sagen, von welchem Autor sie sind und in welchem Verlag sie erschienen sind. Die ganze Bücherwelt ist ihm vertraut. Es ist also ein Kind, das sich durchaus für einen Buchmessenbesuch anbietet.

Wir waren zusammen zwei Tage auf der Messe, wozu wir am ersten Tag gegen fünf Uhr aufstehen mussten um mit dem Zug pünktlich vor Ort zu sein. Übernachtet haben wir in einem Hotel und am Abend des zweiten Tages ging es dann noch mit dem Zug wieder nach Hause. Das war für ein Kind schon ein strammes Programm, aber mein Sohn hat das alles gut mitgemacht.

Und bevor ich weiterschreibe, verrate ich euch auch schon mein Fazit: Ich liebe es, mit meinem Sohn zusammen auf die Buchmesse zu gehen. Ja, ich glaube, ich fände es wirklich schade, ohne ihn zu einer Buchmesse zu fahren.

Kinder haben auf der Messe keinen Zeitdruck

Ab und zu wäre manches vielleicht ohne Kind ein bisschen einfacher gewesen, aber letztendlich war mein Sohn wirklich pflegeleicht. Ich lasse ihn zwar noch nicht alleine auf dem Gelände herum laufen, aber wenn er sich bei einem Termin nicht für das Gespräch interessiert hat, dann schnappte er sich eben ein Buch und las. Manchmal hörte er aber auch zu und guckte, was es so demnächst für Neuerscheinungen geben wird. Und da kam es dann schon mal vor, dass es mir etwas unangenehm war, wenn er ständig etwas sagte, auch wenn es eigentlich immer um die Bücher ging und er nur etwas dazu wissen wollte. Aber ich weiß ja auch, dass die Verlage auf Messen nicht viel Zeit haben und die Termine zeitlich begrenzt waren. Da kann es dann schon mal stören, wenn ein Kind immer noch etwas zu sagen hat.

Nein, ein Kind hat diesen Zeitdruck noch nicht. Zum Glück! Und so wird auch einiges entschleunigt, wenn man ein Kind auf der Messe dabei hat.

Wir haben ganz viel gelesen

Ja, wir haben es tatsächlich geschafft auf der Messe mehrere Bücher zu lesen. Ohne meinen Sohn hätte ich ganz bestimmt keine ganzen Bücher gelesen. Meinen Sohn ging es auf der Messe in erster Linie darum Bücher zu lesen. Auf der Hinfahrt im Zug hat mein Sohn bereits „Mit der Hammelmöhre in die Steinzeit“ gelesen. Auf der Messe hat er dann das „Tagebuch einer Killerkatze“ (Moritz Verlag) komplett geschafft, ein „MäcMief“-Buch hat er beim Südpol Verlag angefangen, bei Mixtvision hat er in einen Band des verrückten Erfinderschuppens hineingeschnuppert, den er noch nicht kennt, bei Thienemann-Esslinger und einigen anderen Verlagen hat er mehrere Bilderbücher gelesen und bei der Edition Pastorplatz hat er sich mit „Frosch Mahlzeit“ hingesetzt, welches ich ihm in mehreren Etappen letztendlich zu Ende vorgelesen habe. Außerdem habe ich ihm einen ganzen Leonie Looping-Band (Ravensburger) sowie ein Tafiti-Buch (Loewe) vorgelesen und er hat ein zweites Leonie Looping-Buch noch selber angefangen. Sehr viel Spaß hatten wir beide bei der Lektüre des Grüffelos in Kölsch (Beltz Verlag). Hier hoffe ich nur, dass mich niemand beim Lesen gehört hat…

Grüffelo in Kölsch

Lesen konnte er übrigens überall: Auf Sesseln oder auf dem Fußboden – ganz egal.

               

Aber nicht nur zum Lesen hat mein Sohn sich Zeit genommen. Am Stand der Tonie-Box hat er zum Beispiel in einen Tonie hineingehört.

Fotografieren auf der Messe

Und er hat ganz viel fotografiert: Alle möglichen Buchcover, Verlagsstände und auch den Fußboden.

Fotos beim Südpol Verlag

Bei einer Rast draußen hatte er sogar die Muße nach vielen kleinen Fotomotiven zu suchen. Es sind sicherlich keine Fotos, die wir Erwachsenen machen würden, aber sie drücken für mich viel aus. Unter anderem wird hier die Ruhe, die er für alles hatte, deutlich. Er konnte sich trotz des ganzen Rummels ganz auf das Konzentrieren, was ihn gerade beschäftigte. Und irgendwie mag ich auch das Foto, dass er von der Mittagspause mit Nina Hundertschnee und ihrer Schwester gemacht hat. Es zeigt doch wirklich, die entspannte Atmosphäre, die dieser Moment hatte.

Entspannte Mittagspause

Im Übrigen hat seine Begleitung auch den Vorteil, dass es auch ein Foto von mir (in der Harry Potter-Ecke vom Carlsen Verlag) gibt.

Ihm selbst hat es in dieser Ecke aber auch sehr gut gefallen.

  

Einen guten Blick für kleine Dinge

Sehr interessant sind auch einfach seine Sichtweise und die Dinge, die er so wahrnimmt. Er beschäftigte sich zum Beispiel mit dem Logo des Peter Hammer Verlags. Warum haben sie einen Hund gewählt? Dann findet er in einem Buch einen kleinen Druckfehler und wundert sich bei einem anderen Buch über das Cover, das etwas zeigt, was mit der Geschichte nicht übereinstimmt.

Darüber hinaus stellte er fest, dass wir uns eigentlich nur mit Frauen trafen (sowohl was die Verlage als auch was die Blogger anging). Er macht mir auch immer wieder klar, dass die Unterscheidung zwischen der weiblichen und männlichen Form durchaus zu beachten ist. Spricht man in seiner Gegenwart von „Kinderbuchautoren“, so schließt er die Kinderbuchautorinnen automatisch aus, was von mir gar nicht so gedacht war.

Die Begegnung mit dem Räuber Hotzenplotz war für ihn ganz besonders. Aber auch hier fiel ihm natürlich direkt eine kleine Unstimmigkeit auf: Wo war denn nur die Pfefferpistole des Räubers?

Einen recht ausführlichen Messebereicht von ihm selber findet ihr übrigens auf seinem eigenen Blog Bücherzwerg. Ich fand es sehr interessant zu lesen, was ihm wichtig erschien und wie er alles erlebt hat.

Fazit

Mir hat die Buchmesse in Frankfurt auf jeden Fall viel Spaß gemacht und das unter anderem auch, weil ich dieses Erlebnis mit meinem Sohn teile.

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