Rezension: Grododo

Zu dem Buch „Grododo“ habe ich schon viele begeisterte Stimmen gehört und so war ich natürlich besonders neugierig, als das Buch vor Kurzem bei mir eintraf. Ob es uns wohl auch so gut gefallen würde?

Gute-Nacht-Geschichte

Also, mir gefällt das Buch auf jeden Fall. „Grododo“ ist eine herrliche Gute-Nacht-Geschichte. Nach einem langen Tag kann der Hase endlich ins Bett gehen. Er freut sich darauf und geht seinen all abendlichen Ritualen nach, bevor er auf seinen beiden Ohren einschläft. Leider wird er immer wieder von Geräuschen, die andere Tiere verursachen gestört, worauf er recht ungehalten reagiert. Wenn dann endlich wieder Ruhe ist, wiederholt er seine Rituale um weiterschlafen zu können. Doch je häufiger er geweckt wird, desto mehr geraten diese Handlungen in Unordnung und so vergisst er tatsächlich zu kontrollieren, ob unter seinem Bett auch kein Monster steckt. Auf diese Weise kommt es zu einem amüsanten Schluss der Geschichte.

Ausdrucksstarke Illustrationen

Die Bilder sind recht düster gehalten – klar, es ist ja auch Nacht und der Hase möchte schlafen. Neben der Hauptszene gibt es nicht viel drum herum und teilweise bleibt der Hintergrund auch einfach weiß. Man sieht dann also zum Beispiel nur den Hasen, der seinen Teddy an sich drückt, aber keine Räumlichkeiten, in denen dies stattfindet. Dennoch geben diese reduzierten Bilder sehr viel her und man kann einige witzige Details entdecken. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel diese Bilder ausdrücken und erzählen.

Lautmalereien und viel Witz

Neben den illustrierten Seiten gibt es aber auch noch Doppelseiten, in denen nur das weckende Geräusch mehrfach und groß zu lesen ist. Das ist wirklich gut gemacht. Der Fokus wird auf das Geräusch gelegt, über das man also nicht einfach schnell hinweglesen kann, und die Spannung wird erhöht.

Das Buch bekommt einen großen Reiz durch die Wiederholungen und die kleinen Veränderungen, die man in diesen Wiederholungen entdecken kann. Daraus entsteht viel Witz, denn nun werden zum Beispiel statt des Teddys die Pantoffeln ganz fest ans Herz gedrückt.

So wirkt es auf meine Kinder

Ich befürchte, dass meine Kinder beide nicht so ganz das passende Alter für dieses Buch haben. Mein siebenjähriger Sohn ist schon zu alt dafür und hat keinen Spaß mehr daran. Der Kleine (3 Jahre) findet die Geräusche sehr lustig, aber ich habe das Gefühl, dass er den Witz in dem Buch noch nicht so recht versteht. Aber er nimmt auf jeden Fall die Sätze in dem Buch in seinen eigenen Wortschatz auf. Als ich ihm neulich gesagt habe, dass wir am nächsten Tag einen Freund von ihm besuchen werden, sagte er: “Dann drücke ich ihn ganz fest an mein Herz.” – So wie es der Hase eben mit dem Teddy (und später anderen Dingen) macht.

Mich persönlich irritiert im Übrigen der Titel des Buches. Man fragt sich ja schon, warum es „Grododo“ heißt und eine Erklärung ist nicht direkt offensichtlich. Das Buch kommt aus dem Französischen und „gros dodo“ bedeutet wohl ungefähr so etwas wie „tiefer, erholsamer Schlaf“. Kinder werden an diesem Wort aber durchaus ihren Spaß haben und es vielleicht lautmalerisch mit dem Knuddeln des geliebten Teddys in Verbindung bringen.

Das Buch „Grododo“ wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 in der Kategorie Bilderbücher nominiert.

Grododo von Michaël Escoffier, illustriert von Kris Di Giacomo, übersetzt von Anna Taube, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51509-4, 14,99€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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