Rezension: Rotzhase und Schnarchnase

Im Wald leben die unterschiedlichsten Tiere. Die einen sind nett und suchen die Freundschaft, während andere ständig grummelig sind und sich auch nicht unbedingt freundschaftlich verhalten. Hase ist so ein schlecht gelaunter Zeitgenosse. Wenn seine Wintervorräte alle sind, bedient er sich einfach heimlich bei Bär. Als er sieht mit welcher Freude Bär einen Schneemann baut, beschließt er einen viel größeren zu bauen und belehrt Bär über ihre Fehler.

Doch dann kommt noch Wolf hinzu und dieser ist ebenfalls hungrig und hat es auf den Hasen abgesehen. Da lernt Hase schnell, dass es gut ist, wenn man jemanden hat, auf den man zählen kann…

Welches Thema kommt bei den Kindern an?

Laut Klappentext ist dieses Buch eine Geschichte über „Schneemänner, Freundschaft und die beste Möhre“. Ja, auch ich, hätte die Beziehung zwischen Bär und Hase hervorgehoben (mich irritiert übrigens, dass vom Bär gesprochen wird, dieser aber offensichtlich weiblich ist. Warum heißt es dann nicht Bärin? Für mich klingt Bär und sie in einem Zusammenhang komisch). Hase ist zunächst nicht sonderlich nett, aber Bär hilft ihm trotzdem und erkennt selbst die schrumpelige Möhre vom Hasen als nette Geste an. Am Ende entwickelt sich tatsächlich von beiden Seiten eine Freundschaft. Diese Thematik geht jedoch durch die langen, ausführlichen Gespräche der Tiere über andere Dinge bei Kindern unter. Das Buch hat Bücherwürmchen tatsächlich über das Lesen hinaus beschäftigt, aber dabei ging es nie um die Beziehung und die Kommunikation zwischen den Tieren. Er fragte sich vielmehr, was es mit der Schwerkraft wirklich auf sich hat (über die sich der Hase lang und breit auslässt) und warum der Wolf Vegetarier werden möchte. Interessanterweise hat er, obwohl er sonst in viele seiner Sätze  und ausgedachten Lieder Wörter wie „Pups“ und ähnliches unterbringen muss, kein einziges Wort dazu gesagt, dass der Hase seine Kötel frisst. Das hat mich wirklich verwundert. Ich fand nämlich, dass dieses Thema ebenfalls etwas zu ausführlich in dem Buch behandelt wurde. Das Gespräch darüber zieht sich über mehrere Seiten.

Ein Buch für Erstleser?

Interessant sind das Format und die Aufmachung des Buches. Das Format ist relativ klein, kleiner als die meisten Kinderbücher. Die Seiten sind allerdings wie Bilderbuchseiten gestaltet. Die Bilder gehen entweder über die gesamte Doppelseite oder es befinden sich auf beiden Seiten Bilder. Der Text fügt sich in die Bilder mit ein, wobei die Textmenge pro Seite ebenfalls der Menge bei einem Bilderbuch entspricht. Dennoch ist dies ein Buch „zum ersten Selberlesen“ wie es im Klappentext heißt, wofür wiederum das Format des Buches spricht. Und ja, ich denke auch, dass sich das Buch an sich für Erstleser eignet, wenn man sich den Text pro Seite anschaut. Allerdings hat das Buch um die 100 Seiten, so dass es für einen Erstleser doch schon eine Menge Text ist. Sicherlich muss man nicht alles am Stück lesen, aber das Buch hat keine unterteilten Kapitel, sondern erzählt nur eine Geschichte. Es ist also doch einiges für Erstleser zu bewältigen.

Herrliche Illustrationen

Die Bilder in dem Buch finde ich klasse. Es sind keine bunten Bilder, sondern es wird nur schwarz, weiß und türkis benutzt. Das macht aber überhaupt nichts aus. Mehr Farben hätten das Buch auch zu unruhig gemacht. Richtig gelungen sind die Tiere mit ihren Gesichtsausdrücken. Wirklich herrlich gemacht! Als ich Bücherwürmchen fragte, was ich denn über das Buch schreiben könnte, hob er den lustig gezeichneten Wolf hervor. Er versuchte auch, so gierig wie dieser zu gucken.

Es gibt ein paar Punkte, die ich kritisch angemerkt habe, dennoch hat uns das Buch insgesamt durchaus gefallen. Bücherwürmchen hat es schon zwei Mal gelesen. Er ist aber auch kein Leseanfänger mehr. Das Buch eignet sich aber durchaus auch zum Vorlesen.

Rotzhase & Schnarchnase – Möhrenklau im Bärenbau von Julian Gough und Jim Field, übersetzt von Gesine Schröder, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-2820-1, 12€

4 Gedanken zu „Rezension: Rotzhase und Schnarchnase

  • 12. Februar 2018 um 09:56
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    Ich bin hin und her gerissen. Mein kleiner war so begeistert von dem Buchbild das ich ihm die Buchvorstellung zwei mal vorgelesen hab. Das Bild wurde ausgiebig betrachtet. Aber 100 Seiten für einen 2 jährigen sind schon viel und 12 € wenn der Umgang mit Büchern erst gelernt wird auch. Das Buch ist notiert. Ich guck ob es in unserer Bücherei steht. Puh es ist gefährlich den Block zu lesen und nicht alles zukaufen.

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    • 12. Februar 2018 um 10:27
      Permalink

      Für einen zweijährigen ist es wohl wirklich noch zu früh…
      Ja, für mich sind Buchvorstellungen auch immer gefährlich 😉

      Antwort
  • 12. Februar 2018 um 15:13
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    DAs mit dem Hin- und Hergerissen sein geht mir ähnlich, aber das Bild sieht einfach zu gut aus und die Gesichtsausdrücke sind großartig, da sieht man gleich ganz viel vom Charakter des Tieres 🙂

    Antwort
  • 12. Februar 2018 um 18:21
    Permalink

    Danke Miri, ich werde mal schauen, ob ich es in der Bibliothek bekommen 🙂

    Antwort

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