20 Jahre Rabe Socke – Eine Erfolgsgeschichte

Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren Rabe Socke! Ja, dazu möchte ich ganz herzlich gratulieren, auch wenn mir der kleine, freche Rabe nicht nur sympathisch ist. Aber süß ist der Rabe mit der rot-weiß-geringelten Socke auf jeden Fall und ich kann gut verstehen, dass es über die vielen Bücher hinaus, die es mittlerweile von ihm gibt, auch einige andere Rabe Socke-Produkte gibt.
Bei Oma und Opa trinkt Bücherwürmchen immer aus der Rabe Socke-Tasse, die noch von meiner Schwester dort steht, und ich könnte mir einen Raben-Schlüsselanhänger sehr gut an meinem Schlüsselbund vorstellen. Die Kooperation mit Nici-Design, die nach dem großen Erfolg des ersten Bandes „Alles meins!“ eingegangen wurde, ist zwar natürlich einerseits Geldmacherei, aber es sind Produkte, die durchaus Eltern und Kindern gut gefallen – einschließlich mir.

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Allerdings wundere ich mich ein wenig über den Erfolg dieses ersten Bandes, den es, wie auch drei weitere Bilderbücher, zur Zeit als Jubiläumsausgabe zu kaufen gibt. Denn, ja, ich muss es zugeben, der kleine Rabe ist mir in dem Buch gar nicht sympathisch. Es ist doch wirklich ganz schön gemein, dass er allen Tieren mit verschiedenen Tricks Sachen abluchst, oder nicht? Aber wieso sehe eigentlich nur ich das so? Weder mein Sohn noch die Tiere im Buch regen sich über das Verhalten des Rabens auf. Die Tiere lassen ihn gewähren und stehen sogar gemeinsam vor seinem Nest um mit ihm zu spielen. Nun gerät der Rabe in Schwierigkeiten. Er kann doch seine Schätze nicht unbeaufsichtigt im Nest lassen! Aber wer immer nur alleine in seinem Nest bleibt, der hat irgendwann keine Freunde mehr und wird einsam. Also zeigt sich der kleine Rabe ganz großzügig und bietet den anderen an, ihnen mal seine neuen Spielsachen zu zeigen… An dieser Stelle endet das Buch etwas abrupt und man fragt sich verwundert, was denn der Rabe für ein egoistisches und gemeines Kerlchen ist. Also, ich frage mich das! Bücherwürmchen findet ihn klasse, auch wenn er natürlich weiß, dass man anderen nichts wegnimmt. Aber andere austricksen finden Kinder immer toll. Sie sind stolz darauf, wenn ihnen so etwas mal selbst gelingt und so freuen sie sich mit dem kleinen Raben, mit dem sie sich schnell identifizieren. In seiner Art ist der Rabe Kindern nicht unähnlich: Etwas egoistisch, frech, nicht immer angepasst, beleidigt, wenn ihm etwas nicht passt etc. Aber am Ende kann man ihm dann irgendwie doch nicht böse sein, denn er ist auch niedlich, raffiniert und charmant. Diese Eigenschaften kommen von Geschichte zu Geschichte mehr zum Vorschein. Allmählich lernt man den kleinen Raben und seine Freunde immer besser kennen: Nach drei Jahren bekommt der Rabe endlich seinen Namen und auch seine Freunde und ihre Charaktereigenschaften werden immer differenzierter dargestellt.
Gut, dass es den kleinen Raben Socke nun schon so lange gibt. Ich gebe zu, dass der erste Band mich nicht überzeugt hat, aber in dem neuen Pappbilderbuch „Alles Bitte-Danke!“ hat der kleine Rabe Socke auch mich mit seiner unwiderstehlichen Art um den Finger gewickelt:
Alle Freunde sollen etwas aus dem Paket bekommen, welches der kleine Dachs von seiner Tante bekommen hat. Oh, da sind lauter Leckereien drin. Der kleine Rabe Socke kann es gar nicht erwarten, etwas daraus zu bekommen, aber er muss sich anstellen. Zum Benehmen gehört aber auch noch das entsprechende Zauberwort dazu: Bitte oder Danke. Na, da will Rabe Socke direkt mal fleißig üben und er bedient sich immer wieder an dem Paket: Ein Schmatzewurm, bitte-danke, zwei Lollis, bitte-danke, einen Kullerkeks, bitte-danke… Da muss man doch einfach schmunzeln und man kann ihm absolut nicht böse sein, oder? Bücherwürmchen findet das Ende dieses Buches jedenfalls auch richtig klasse. Es macht Spaß und man muss lachen und ganz nebenbei sind Kinder im Anschluss an das Buch dazu motiviert die Wörter „Bitte“ und „Danke“ zu verwenden.

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Übrigens: Die Illustrationen in den Büchern gefallen mir sehr gut – auch schon im ersten Band! Sie sind einfach knuffig, fröhlich und bunt. Es gibt einiges zu entdecken, aber dennoch sind sie übersichtlich und keinesfalls überladen.
Rabe Socke hat die Kinder an seiner Seite und auch die Erwachsenen können ihm irgendwann nicht mehr widerstehen – die besten Voraussetzungen für viele weitere Jahre mit diesem frechen, neugierigen kleinen Raben!

Alles meins! Oder 10 Tricks, wie man alles kriegen kann von Nele Moost und Annet Rudolph, Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-23278-9, 9,99€
Alles Bitte-Danke! von Nele Moost und Annet Rudolph, Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-23287-1, 8,99€

4 Gedanken zu „20 Jahre Rabe Socke – Eine Erfolgsgeschichte

  • 1. März 2016 um 09:43
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    Einen wunderschönen guten Morgen.
    Die Lehrerin meiner Großen schwört auf Rabe Socke. Sie hat sogar ein Belohnumgsprogramm für die Klasse erarbeitet in dem er auch vorkommt bzw. nur er vorkommt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich von diesen Büchern, noch von Rabe Socke bis zu dieser Lehrerin (4. Klasse) etwas gehört habe. 🙂

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    • 1. März 2016 um 09:49
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      Dann hat die Lehrerin bestimmt auch die Handpuppe von Rabe Socke, oder? Die finde ich für eine Klasse jedenfalls sehr schön. 🙂

      Antwort
  • 1. März 2016 um 10:22
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    Ich komme mit dieser Figur überhaupt nicht zurecht, sie ist mir sehr unsympathisch.

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    • 1. März 2016 um 10:27
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      Kann ich in diesem Fall sehr gut nachvollziehen.

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