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Rezension: Gemüsewürfel

Heute  möchte ich euch das aktuelle Lieblingsspiel meiner Tochter (5 Jahre) vorstellen: Gemüsewürfel

Sie liebt dieses Spiel mit den bunten Würfeln und den Kochrezepten, obwohl wir es noch gar nicht nach den richtigen Spielregeln spielen können. Aber das Tolle ist, dass das Spiel selbst eine einfache Regel für jüngere Kinder beinhaltet mit der es super klappt.

Spielablauf

Grundsätzlich läuft das Spiel folgendermaßen ab:

  • Es gibt ein Rechteck aus 35 Würfeln in fünf Farben. Dabei steht orange für Möhren, braun-beige für Pilze, rose für Zwiebeln, grün für Paprika und rot für Tomate.
  • Jeder hat zwei Rezepte vor sich liegen. Um diese „kochen“ zu können, braucht  man die entsprechenden Zutaten, z.B. zwei Pilze, eine Paprika und eine Tomate, was dann zwei braunen, einem grünen und einem roten Würfel entsprechen würde. Die Würfel bekommt man, indem man Runde für Runde mit einem Hackmesser aus Pappe Würfel vom Rand des Blocks abschneidet. Dabei dürfen die Würfelaugen die Zahl 10 nicht überschreiten.
  • Indem man die passenden Würfel wieder ablegt, kocht man die Rezepte, die anschließend umgedreht werden und am Ende Punkte bringen.
  • Zusätzlich zu den Rezepten hat man noch eine Zusatzkarte auf der Hand, die einem ebenfalls Punkte geben. Auf ihnen stehen Zusatzbedingungen (z.B. nur gerade Würfelzahlen oder alle Zahlen müssen unterschiedlich sein).
  • Man entscheidet selbst, ob und wann man etwas kocht und ob man eine Zusatzkarte dafür einsetzt. Am Ende des Zuges darf man eine neue Zusatzkarte ziehen oder ein neues Rezept nehmen (vom verdeckten Stapel oder eins von den drei ausliegenden). Dabei muss allerdings beachtet werden, dass man immer nur zwei Rezepte und eine Zusatzkarte haben darf.
  • Außerdem gibt es noch einen Joker, der es erleichtert, die Bedingungen der Zusatzkarten zu erfüllen.
  • Hat jemand 6 Rezepte gekocht, wird ausgewertet.

Vereinfachte Regeln für jüngere Kinder

Vereinfachen kann man das Spiel, indem man die Zusatzkarten weglässt oder indem man weniger Rezepte kochen muss. Am einfachsten wird es, wenn man grundsätzlich sagt, man darf nur bis zu 3 Würfeln abschneiden. Die Zahlen darauf spielen dann keine Rolle und es muss weder gerechnet noch gelesen werden. Das ist tatsächlich die Variante, die wir im Moment hauptsächlich spielen.

Ja, für Erwachsene ist es dann vielleicht ein wenig langweilig. Man muss nur gucken, wo die richtigen Farbwürfel sind und diese dann abschneiden, um seine Rezepte zu  kochen. In dieser Variante kommt es auch dazu, dass man häufig eine Rezeptkarte zieht und gleichzeitig eine abwerfen muss, um das Kartenlimit nicht zu überschreiten. In der normalen Variante hat man da mehr Wahlmöglichkeiten und muss mehr entscheiden, von welchem Stapel man etwas nimmt.

Hoher Aufforderungscharakter

Das ist aber nur die Erwachsenensicht darauf. Meiner Tochter macht es unglaublich viel Spaß sich die passenden Würfel abzuschneiden und die Rezepte zu „kochen“. Der Würfelblock sieht ansprechend aus und es ist etwas besonderes, dass man die Würfel mit einem Messer abschneiden kann. Außerdem freut sie sich, wenn sie bestimmte Rezepte bekommt. Dabei geht sie noch nicht sonderlich taktisch vor und wählt z.B. nicht die Rezepte aus, die zu ihren vorhandenen Zutaten passen, sondern die, die sie gerne mag.

Vom Kinderspiel zum Familienspiel

Spielt man das Spiel in der normalen Variante ist es kein Kinderspiel mehr, sondern ein richtiges Familienspiel, bei dem man leicht taktisch vorgehen kann und sich durchaus auch gegenseitig mal die gewünschten Würfel wegschnappt. Man muss überlegen, ob man lieber ein Rezept mit vielen Zutaten nimmt, das viele Punkte einbringt oder ob man lieber schnell ein paar einfache Sachen mit wenigen Punkten kocht. Macht es mehr Sinn auf die Würfel mit der passenden Zahl für die Zusatzkarten zu warten, an die man aber gerade nicht dran kommt, oder kocht man stattdessen lieber das Rezept ohne Extrapunkte zu bekommen? Wer weiß, ob die Würfel am Ende noch da liegen…

Mit Solo-Variante

Auch eine Solovariante ist in den Regeln enthalten. Es ist vielleicht nicht das spannendste Spiel, aber es macht durchaus Spaß alleine zu würfeln, zu schneiden, zu  kochen und auszuwerten. Die Solovariante funktioniert  mit einer Extraregel auf jeden Fall sehr gut, so dass man auch hier nicht sicher sein kann, dass man die gewünschten Zutaten erhält.

Die Rezepte selbst sind abwechslungsreich. Viele davon sind Kindern gar nicht bekannt, aber das macht nichts. So wird man neugierig auf etwas neues.

Gemüsewürfel“ ist ein schönes Spiel für die ganze Familie, das schnell gelernt ist und sich gut spielen lässt. Besonders gut gefällt mir, dass es durch die Anpassung der Schwierigkeit mitwächst.

Gemüsewürfel von Jory, Rowan und Josh Cappel, illustriert von Claire Lin, Skellig Games, ab 6 Jahren für 1-4 Spielende, angegebene Spielzeit: 30 Minuten

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