Rezension: Team Adlerauge
Auf meinem Blog habe ich schon viele Wimmelbücher vorgestellt. Nun kommt ein passendes Spiel dazu: „Team Adlerauge“.
In dem kooperativen Spiel bekommt jeder Mitspielende eine Suchtafel. Die Suchtafel besteht aus einem bunten Bild und einer dunklen Folie darüber. Mit einer Papiertaschenlampe, die einen weißen Punkt hat, kann man nun Szenen von dem Bild sichtbar werden lassen. Vielleicht kennt ihr noch die Sachbilderbücher „Meyers Kleine Kinderbibliothek“, die auch einige „Licht an!“-Bände beinhaltete. Bei diesen Büchern gibt es ebenfalls Taschenlampen und Folien, die nach dem selben Prinzip funktionieren.

Alle suchen gleichzeitig
In jeder Runde wird eine Karte aufgedeckt, die ein Motiv, vor allem Figuren, aber durchaus auch mal ein Kaktus oder eine Zielscheibe, zeigt, das auf den Bildern gesucht werden soll. Und zwar befindet sich das Motiv mehrfach auf den Suchkarten. Die Mitspielenden sollen nun jeweils herausfinden, wie oft es auf dem Bild zu sehen ist (auf jeder Suchkarte gleich häufig).

Nachdem die Sanduhr abgelaufen ist, stellt jeder für sich auf einem Zahlenrad ein, wie oft er das Motiv gefunden hat. Ist die Zahl gleich groß oder kleiner als die Lösung darf man auf dem Spielplan vorwärts gehen, ansonsten bleibt man stehen. Da es ein kooperatives Spiel ist, kann man auch seine eigene Figur einen Schritt zurück stellen, um eine andere weiter nach vorne zu holen.

Das ist insofern wichtig, da man fünf Karten erfolgreich bewältigen muss, bevor der Mond einen aus der Gruppe einholt. Der Mond ist ebenfalls eine Spielfigur und bewegt sich mit etwas Abstand zu den anderen Spielfiguren auf dem Spielplan vorwärts. Die Spielenden müssen sich beeilen, denn sie sollten mit ihren Erkundungen in der Stadt fertig sein, bevor der Mond aufgeht. Umgesetzt heißt das, der Mond darf die Spielfiguren nicht zu oft einholen.

Schwierigkeit anpassbar
Gut gefällt mir an dem Spiel, dass man die Schwierigkeit durch Verlängern oder Verkürzen der Zeit oder aber auch der Geschwindigkeit des Voranschreiten des Mondes anpassen kann. So passt das Spiel für verschiedene Spielgruppen sehr gut.
Grundsätzlich ist es nicht schwer zu gewinnen. Bei uns hatte der Mond in keiner Runde gewonnen. Das Spiel selbst ist aber gar nicht so einfach. Man muss genau schauen, sich merken, bei welcher Zahl man ist und am besten systematisch vorgehen, ansonsten kommt man schnell durcheinander. Jüngere Kinder lassen die Taschenlampe häufig wild umherleuchten, so dass sie einzelne Ecken gar nicht anschauen oder die gleiche Figur mehrfach zählen.
Das ist aber auch ein Lernprozess und es ist gar nicht schlimm, wenn zunächst nur wenige der zu findenden Figuren gefunden werden. Entweder können einem andere aus dem Team vorwärts helfen oder aber es wird ein bisschen knapper mit dem Sieg, was wiederum mehr Spannung bringt.
Hoher Aufforderungscharakter
Das Spielprinzip wurde hier auf jeden Fall sehr begeistert aufgenommen. Nach einer gespielten Runde wird sofort eine weitere gefordert. Oder aber die Kinder möchten mal ohne Zeitdruck einfach so eine Figur mit der Taschenlampe auf den Bildern suchen. Die Taschenlampen bieten schon eine sehr hohe Motivation. Spielt man das Spiel zu häufig nacheinander könnte man sich theoretisch die Anzahl der gesuchten Motive merken. Die Gefahr besteht hier aber bisher noch gar nicht. So genau haben sich die Kinder mit der richtigen Lösung noch gar nicht beschäftigt.
Etwas schade finde ich es, dass jedes gesuchte Motiv mindestens drei Mal vorkommt. Das haben Kinder durchaus schnell heraus. Obwohl bei den Zahlrädern auch die Zahlen eins und zwei einstellbar sind, könnte man dann immer als kleinste Zahl die drei wählen ohne etwas falsch zu machen. Gerade wenn Kinder ein wenig enttäuscht sind, dass sie selbst immer nur so wenige Figuren finden, könnten sie so dazu verleitet werden, einfach eine höhere Zahl einzustellen ohne einen Nachteil davon zu haben. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn es auch tatsächlich vorkommen würde, dass ein Motiv nur ein oder zwei Mal zu finden ist.
Insgesamt macht uns „Team Adlerauge“ viel Spaß und es wird sicherlich noch einige Male bei uns auf Wunsch der Kinder auf dem Tisch landen.

Team Adlerauge von Lorenzo Silva und Hjalmar Hach, illustriert von Giulia Ghigini, Piatnik, 1-5 Spielende ab 6 Jahren
