Annemone Apfelstroh – Interview mit Juma Kliebenstein (inkl. Verlosung)

Ein Buch mit 10 Autor:innen zu schreiben ist schon etwas besonderes. Noch besonderer wird es dadurch, wenn es vorher keine Absprachen gab und eigentlich niemand wusste, worauf das Ganze hinausläuft. Genau so war es aber bei dem Projekt “Annemone Apfelstroh“.

Ein außergewöhnliches Projekt mit 10 Autor:innen

Zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020, als man kaum Kontakte zur Außenwelt hatte, trat die Autorin Karin Müller mit ihrer Idee an ihre Kolleg:innen heran. Sie selbst schrieb das erste Kapitel und reichte es dann an den nächsten weiter. So wurden nach und nach die Kapitel von den verschiedenen Autor:innen geschrieben. Jeder kam zwei Mal an die Reihe. Karin Müller begann nicht nur das Abenteuer, sondern setzte am Ende auch den Schlusspunkt. In diesem Jahr kam dann diese Schreibidee mit Illustrationen von Florentine Prechtel als Buch beim Carlsen Verlag heraus.

Worum geht es in dem Kinderbuch?

Annemone Apfelstroh lebt zusammen mit ihrem Vater, einer Ziege und einem Kater in einem kleinen Tal. Ihre Mutter ist schon seit langer Zeit verschwunden. Seitdem ist ihr Vater immer wunderlicher geworden. Er bekam die Zähne kaum noch auseinander. Aber mit einem Zettel machte er mehr als deutlich klar, dass es absolut verboten war, an die Töpferscheibe zu gehen. Doch auf einmal hat Annemone das seltsame Gefühl, dass sie unbedingt an der Scheibe drehen muss. Sie kann der Sache nicht widerstehen und so beginnt eine abenteuerliche Zeitreise, und Annemone schöpft die Hoffnung, auf diese Weise ihre Mutter wieder finden zu können…

Ein Buch voller Fantasie und Kreativität

Das Buch strotzt nur so vor Fantasie. Es steckt so unglaublich viel Kreativität und Spaß zwischen diesen Seiten, dass man es einfach gerne lesen muss. Ja, doch, man merkt dem Buch durchaus an, dass es auf andere Weise entstanden ist als andere Bücher. Ein bisschen erinnert es einen daran, wenn man mit anderen gemeinsam mit Erzählwürfeln (z.B. den Story Cubes) eine Geschichte erzählt. Jemand fängt an, ein anderer spinnt weiter, keiner legt sich richtig fest, man gibt an entscheidenden Punkten schnell an den nächsten weiter und wartet mal ab, wie die Geschichte sich weiter entwickelt. Aber es macht tatsächlich unglaublich viel Spaß diesen Gedankenwegen zu folgen und sich auf die verschiedensten Ideen einzulassen. Zudem ist man äußerst gespannt darauf, wie mit neuen Wendungen umgegangen wird, und wie sich am Ende alles zu einem ordentlichen Schluss zusammenfügt. Außerdem macht dieses Buch letztendlich Lust aufs Fabulieren, denn diese Freude am Erzählen und Geschichten entwickeln, die hier so deutlich spürbar ist, wirkt absolut ansteckend.

Annemone Apfelstroh – Ein Abenteuer nach dem anderen von Karin Müller, Wolfram Hänel, Rüdiger Bertram, Alice Pantermüller, Dagmar H. Mueller, Juma Kliebenstein, Chantal Schreiber, Nikola Huppertz, Sven Gerhardt, Anja Janotta, illustriert von Florentine Prechtel, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65203-4, 14 €

Ich durfte nun im Rahmen der Blogparade zu diesem außergewöhnlichen Buch, initiiert von Janet von Kinderbuchlesen.de, die Autorin Juma Kliebenstein zu diesem Projekt interviewen.

Interview mit Autorin Juma Kliebenstein

© Privat

Hast du vorher schon mal etwas ähnliches gemacht?


Nein, so etwas in der Art habe ich noch nicht gemacht. Es ist schon etwas ganz Besonderes, mit neun KollegInnen eine gemeinsame Geschichte zu schreiben und das auch noch so ganz ins Blaue hinein. Normalerweise ist man ja als Autorin eher Soloarbeiter, und mich hat vorher auch nie gereizt, einmal mit jemandem zusammen zu arbeiten, weil ich ja normalerweise beim Schreiben meine Figuren im Kopf habe, die mich leiten. Die haben dann auch ihr Eigenleben und geleiten mich durch die Geschichte, das heißt, wenn ich an meinen eigenen Büchern schreibe, ist es so, als wäre die Geschichte schon da und meine Figuren würden sie mir erzählen. Dadurch, dass dieses Projekt zwar mit Karins erstem Kapitel ein gewisses Setting hatte, aber eben durch die Staffel alle Möglichkeiten offen geblieben sind, was man selbst daraus machen möchte, war ich sofort dabei. Das hat mich neugierig gemacht und war, gerade im ersten Corona-Lockdown, so ein bisschen das spannende, neue Highlight, das einem zu der neuen Schreiberfahrung auch noch ein Gemeinschaftserlebnis beschert hat, das man ansonsten in dieser Zeit nicht gehabt hätte.
 

Welche Dinge, die für den Verlauf der Geschichte entscheidend sind, hast du hineingebracht?


Mhm, dadurch, dass es ja nicht nur eine sehr freie Geschichte, sondern auch eigentlich ein Spaßprojekt war, ist eigentlich nichts davon wirklich entscheidend. Wenn man sein Kapitel geschrieben hat, wusste man ja noch gar nicht, was der oder die Nächste daraus machen würde. Umgekehrt konnte man auch ganz frei entscheiden, welche Dinge von den Vorgängern man vertiefen oder vernachlässigen wollte. Es hat sich natürlich eine gewisse Stringenz ergeben und auch im Lektorat wurde nochmal einiges angeglichen, damit wirklich alles stimmig ist – denn eine Buchveröffentlichung erfordert natürlich schon, dass der Leser zwar Winkelzügen folgt, die aber alle letztlich in sich stimmig sein müssen.
 

Wie war es für dich den weiteren Fortgang zu verfolgen? Warst du damit immer zufrieden?


Mir war eigentlich hauptsächlich wichtig, dass das Schreiben und Lesen der Geschichte Spaß macht. Ich war immer neugierig, weil ich natürlich wusste, dass manches von dem, was ich in meinem Kopf automatisch weitergesponnen hatte, vermutlich nicht so weiterlaufen würde. Und da gab es schon Momente, wo ich dachte neiiiiiiiin, nicht dahin abbiegen! Da wollte ich doch später in meinem zweiten Kapitel eigentlich…. neiiiiiiiin!! 🙂 Oder auch umgekehrt: Cool, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet! So war die ganze Palette dabei: Vom blutenden Autorinnenherzen zum begeisterten Cool-Ausruf.
 

Mit welchen Wendungen oder Ideen haben dir die Kolleg:innen Schwierigkeiten bereitet?


Oh, das kam immer mal wieder vor – allerdings waren es keine konkreten Wendungen, die mich in die Bredouille gebracht hätten, sondern die ganze Zeitreise-Thematik, weil da sooo viel möglich war und wir alle unserer Fantasie freien Lauf gelassen haben, sodass es dann manchmal echt schwierig war, sich daran zu erinnern, in welcher Zeitebene man gerade unterwegs ist und wer wann wie wo auftaucht und welche Geheimnisse das alles mit sich bringt. Zeitreise ist ohnehin ein heikles Ding, selbst für einen einzigen Autor. Lass zehn motivierte und begeisterte AutorInnen ran und das ganze ufert aus 😀
 

Was sind die Vor- und was die Nachteile daran, eine Geschichte auf diese Weise entstehen zu lassen?


Vieles von dem, was mir anfänglich als Nachteil erschien, hat sich als Vorteil erwiesen: Wir haben alle gemeinsam an den Unwuchten gearbeitet und ich habe genossen, mal mit anderen zusammen zu fabulieren. Außerdem war es toll, wie viele Ideen da zusammenkamen und wie schön das Endprodukt geworden ist. Trotzdem kann man so natürlich nicht jedes Buch schreiben. Denn es ist auch ganz schön anstrengend, sich immer wieder auf Unvorhergesehenes einlassen zu müssen, wenn man in seinem alltäglichen Schreiben sich darauf verlassen kann, dass der eigene Kopf der einzige ist, der die Richtung vorgibt.
 

Was hat dir am meisten Spaß gemacht?


Abgesehen vom Schreiben selbst fand ich unseren Austausch untereinander immer sehr unterhaltsam. Wir haben uns in Chats manchmal so ausgetobt wie auf einem Pausenhof und das hat zu einem herrlich ausgelassenen Gemeinschaftsgefühl geführt.
 

Würdest du noch mal an so einem Projekt teilnehmen?


Ein klares Ja 🙂

Vielen Dank an Juma Kliebenstein für das Interview!

Weitere Interviews

Ihr konntet hier nun das Interview mit einer der zehn Autor:innen des Buches lesen, aber selbstverständlich wurden auch alle anderen interviewt. Schaut unbedingt mal auf den anderen Blogs vorbei, denn es ist echt spannend zu erfahren, wie es den anderen mit diesem besonderen Buch ging.

Wolfram Hänel im Interview bei Kinderbuchlesen.de

Anja Janotta im Interview bei Juli Liest

Karin Müller im Interview bei Buchkinder

Nikola Huppertz im Interview bei Grosseköpfe.de

Chantal Schreiber im Interview bei Nixenzauber

Dagmar H. Mueller im Interview bei Mom’s favorites and more

Sven Gerhardt im Interview bei Kleiner Leser

Rüdiger Bertram im Interview bei Frau Buecherfee

Alice Pantermüller im Interview bei Familie Motte

Gewinnspiel

Ihr habt nun die Chance eins von drei Exemplaren dieses tollen Buchs zu gewinnen. Um in den Lostopf zu hüpfen, beantwortet einfach im Kommentar folgende Frage: Was hast du oder haben eure Kinder schon mal im Team miteinander auf die Beine gestellt?

Teilnahmebedingungen:

  • Wohnsitz oder Postadresse in Deutschland, Alter: ab 18 Jahren
  • Die Verlosungbeginntam 10.12.2021, 07:00 Uhr und endet am 14.12.2021, 23:59 Uhr
  • Gewinn: Je einmal das Buch „Annemone Apfelstroh“ (es gibt drei Gewinner:innen), eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich
  • Die Gewinner:innen werden per Los ermittelt.
  • Die Gewinner:innen werden per Mail über den Gewinn informiert.
  • Melden sich die Gewinner:innen nicht innerhalb einer Woche, wird neu ausgelost.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich hafte nicht für auf dem Postweg verlorengegangene Artikel. Persönliche Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet. Die Gewinner:innen erklären sich damit einverstanden, dass die Adressdaten an den Verlag weitergegeben werden, damit der Gewinn verschickt werden kann.
  • Die Teilnahme ist nur möglich, wenn die Frage beantwortet wird.

Ich danke dem Carlsen Verlag für das Rezensions- und die Verlosungsexemplare!

11 Gedanken zu „Annemone Apfelstroh – Interview mit Juma Kliebenstein (inkl. Verlosung)

  • 10. Dezember 2021 um 08:22
    Permalink

    Wir organisieren immer gerne zusammen kleine Aktionen zu den Geburtstagen der Großeltern

    Antwort
  • 10. Dezember 2021 um 09:57
    Permalink

    Hallo und vielen Dank für diesen schönen Beitrag und die tolle Verlosung! Im Team machen wir hier sehr viel – Schnitzeljagd, Plätzchen backen, zusammen kochen. Auch ein Lebkuchenhaus haben wir schon gebacken und einen Schneemann gebaut.

    Liebe Grüße und weiterhin eine schöne Advents- und Weihnachtszeit
    Katja

    Antwort
  • 10. Dezember 2021 um 11:43
    Permalink

    Zusammen mit anderen Kindern und Eltern, Matschküchen für die Außenanlage gebaut. Bei uns ist sehr viel kaputt und bis der Träger endlich in die Pötte kommt….
    Sonst machen wir viel zusammen und helfen uns. Plätzchen backen, Weihnachtskarten basteln, …..
    Lg,Bine

    Antwort
    • 11. Dezember 2021 um 07:31
      Permalink

      Das klingt nach einem tollen Buch.
      Wir haben im Team schon mal ein Überraschungsfest im Garten für ein Geburtstagskind organisiert.
      LG und schönen 3ten Advent.
      Carina

      Antwort
  • 10. Dezember 2021 um 16:55
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    Wir haben eine Fussballmannschaft gegründet

    LG

    Antwort
  • 10. Dezember 2021 um 23:06
    Permalink

    Zusammen mit ihren Freunden sind sie als Sternsinger eingesprungen – eigentlich machen das schon etwas ältere Kinder, aber wir Mamas haben sie abwechselnd begleitet und so hat das super geklappt und sie hatten ihren Spaß dabei.

    Antwort
  • 11. Dezember 2021 um 07:19
    Permalink

    Letzten Sommer zusammen ein Baumhaus gebaut. LG Susanne

    Antwort
    • 11. Dezember 2021 um 16:45
      Permalink

      Das Kind (elf Jahre) hat während der ersten Corona-Welle tatsächlich etwas ähnliches mit der Freundin gemacht. Sie haben zusammen ein Buch geschrieben, immer abwechselnd, weil sie sich ja nicht treffen durften. Sie haben ganz viel Zeit und Herzblut hineingesteckt und das Ergebnis ist so schön geworden.

      Ich würde sie gerne mit dem Buch überraschen, würde sie bestimmt sehr freuen, dass auch große Lieblingsautoren die Idee hatten.

      Antwort
  • 14. Dezember 2021 um 11:07
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    Meine Tochter und ich haben uns neulich ein Kasperletheatervorstellung ausgedacht und dies dem Papa und dem kleinen Bruder vorgeführt, das hat wirklich Spaß gemacht!

    Antwort
  • 14. Dezember 2021 um 14:46
    Permalink

    Wir organisieren sehr oft für die Kinder kleine Treffen (soweit es coronabedingt möglich ist), wo sich Kinder zum spielen , basteln, lesen oder feiern treffen. Das klappt bereits seit dem Kindergarten sehr gut und auch jetzt in der Grundschule sind wir Eltern und Großeltern ein sehr gut eingespieltes Team. Auch gemeinsame Wandertage und Abschlussfeiern gehören zu dem Teamwork. Gemeinsame Arbeiten zur Verschönerung des Klassenraumes und Schulumfeldes wurden mit den Schüler*innen als Team besprochen und durchgeführt.
    Aber auch zuhause erledigen wir die Hausarbeit als Team in der Familie… gemeinsam geht alles besser.
    Danke für die Buchvorstellung, das Interview und die Verlosung.
    LG Rose

    Antwort
  • 14. Dezember 2021 um 23:57
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    Danke nochmal für die tolle Blogtour. Ich hatte super viel Spaß. Ein schöner Beitrag <3.
    Liebe Grüße von MermaidKathi.

    Antwort

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