Der Weg zum Buch

Anfang März erscheint mein neues Kinderbuch „Abenteuer am Teutoburger Wald – Lilly und Nikolas auf der Suche nach den verflixten Wörtern“ beim Biber & Butzemann Verlag.

Abenteuer am Teutoburger Wald

Ich freue mich schon riesig darauf, wenn ihr alle lesen könnt, was Lilly und Nikolas in Ostwestfalen, der Heimat meiner Kindheit, erleben. Sie machen dabei Ausflüge zu den Externsteinen, zum Hermansdenkmal, nach Bielefeld und Werther, ins Freilichtmuseum Detmold, ins Safariland Stukenbrock und einiges mehr. Außerdem lernen sie auch einige typische ostwestfälische Ausdrücke kennen, die sie über ihre Bedeutung rätseln lassen.

Entstehungsphasen meiner Kinderbücher

Heute möchte ich euch ein wenig über die Entstehungsphasen eines Kinderbuchs erzählen. Manches hängt mit der Art der Lilly und Nikolas-Bücher (Ausflugsziele integriert in eine Geschichte) zusammen, andere Phasen kennen andere AutorInnen sicherlich auch.

Vorfreude und ganz viele Ideen

Also, es beginnt natürlich mit der Idee zu einem Buch. Große Vorfreude, ganz viel Kribbeln und viele Ideen, die durch den Kopf geistern. Völlig davon überzeugt, dass es genial wird. Am liebsten würde man sofort loslegen, aber halt, da ist ja noch was…

Ja, ich muss mir überlegen, welche Ausflugsziele ich für das Buch nehmen möchte. Eine Liste entsteht. Ich staune, was es alles für tolle Sachen in der Gegend für Kinder gibt.

Viele Rechercheausflüge

Voller Energie werden die ersten Ausflugsziele besucht. Notizen machen, fotografieren, interessante Sachen abchecken. Gleichzeitig ploppen in meinem Kopf lauter kleine Szenen auf, die ich im Buch verarbeiten möchte.

Recherche-Ausflug ins Freilichtmuseum Detmold

Beim Besuch der Ausflugsziele erweitert sich die Liste mit möglichen Anlaufstationen. Überall liegen Prospekte herum. Die kann ich nicht einfach links liegen lassen. Vielleicht ist ja DAS besondere Highlight dabei. Aber oje, wie soll das nur alles in ein Buch passen?

Unermüdlich werden weitere Rechercheausflüge gemacht. Jeder macht wirklich viel Spaß, aber so langsam möchte ich mit dem Schreiben beginnen. Ich sehne mich nach dem Ende der Recherchephase.

Puh, endlich sind alle Ausflüge gemacht. Das Notizheft ist gefüllt, die Speicherkarte mit Fotos mehr als voll. Kann ich jetzt endlich mit Schreiben beginnen?

Planung des groben Ablaufs

Nein, erst einmal muss alles sortiert werden. Fotos und Notizen werden ausgewertet, an einigen Stellen verstehe ich die Sachinformationen noch nicht so ganz und muss in Büchern und im Internet etwas nachlesen.

Ausflug zum Hermanns-Denkmal

Okay, am besten erstelle ich erst einmal ein grobes Raster und einen ungefähren Ablauf. Schließlich soll auch nichts von den Ideen, die mir zwischendurch gekommen sind, verloren gehen.

Da erfahre ich auf einmal von einem weiteren interessanten Museum, das super zur Geschichte passt. Hm, was nun? Das nächste Wochenende wird dafür geopfert, um noch mal eine Recherchefahrt an zu treten. Die Notizen bleiben erst einmal liegen.

So, jetzt steht aber der Plan für das Buch. Ausflüge und roter Faden fügen sich ineinander und ergeben ein volles Ferienprogramm für Lilly und Nikolas.

Schreiben und kürzen

Ich freue mich. Endlich kann ich schreiben. Es läuft super. Es fällt mir leicht, den Text zu verfassen. Ich schreibe und schreibe, alles andere um mich herum bleibt liegen. Ich denke mir nette Szenen aus, aber ob ich für die überhaupt Platz habe? Egal, erst einmal dürfen sie stehen bleiben. Kürzen kann ich später immer noch.

Eigentlich darf ich nur noch etwa 20 Seiten schreiben, aber ich habe gerade mal die Hälfte der Ausflüge verarbeitet. Das passt nie und nimmer. Na gut, dann kürze ich jetzt doch mal die Stellen, die für den Verlauf nicht unbedingt notwendig sind und ab jetzt werde ich mich zusammenreißen.

Ich schreibe ein bisschen weiter, weiß aber eigentlich schon, dass ich auch so mit den Seiten nicht hinkommen werde. Die Ausflüge werden noch mal genau unter die Lupe genommen. Muss wirklich jeder von ihnen in das Buch? Eigentlich schon, aber geht nicht. Also wird gestrichen. Der Ablauf wird noch mal an einigen Stellen über den Haufen geworfen. Manches passt jetzt nicht mehr. Oh, man, ist das kompliziert! Ausflüge und Geschichte müssen zusammen passen. Manches kann einfach nicht am Anfang stehen, da es sonst zu viel verrät, aber ich muss auch auf Abwechslung achten und die Ausflüge, die die Familie an einem Tag unternimmt, sollten auch fahrtechnisch sinnvoll beieinander liegen. Gar nicht so einfach.

Der Ausflug in den Ort Halle und zu diesem Museum ist den Kürzungen zum Opfer gefallen.

So, jetzt wird aber das Ende geschrieben. Ich freue mich. Der erste Entwurf ist fertig. Jetzt nur noch überarbeiten und kürzen.

Sagte ich nur noch? Ich kürze und kürze, aber irgendwie ist immer noch zu viel Text da. Soll ich diese schöne Stelle tatsächlich rausnehmen? Mir bleibt wohl nichts anderes übrig.

Erste Anmerkungen von meinem Mann

Geschafft! Der Text hat die perfekte Länge. Ich gebe ihn meinem Mann, damit er mal drüber schaut. Was wird er wohl sagen?

Ich bekomme den Text mit ein paar Anmerkungen von meinem Mann zurück. Wieso findet er das denn hier unlogisch? Und dieses Wort an der Stelle klingt doch wirklich gut! Ich diskutiere über fast jede Anmerkung mit ihm. Er möchte wissen, ob er nun was sagen soll oder nicht. Ja, doch, klar soll er das. Letztendlich gehe ich auf die meisten Anregungen von ihm ein.

Das Manuskript geht an den Verlag

Ich habe es getan! Ich habe das Manuskript dem Verlag geschickt. Jippi, das Manuskript ist fertig! Aber oje, was wird die Lektorin dazu sagen?

Ständig checke ich meine Mails. Ob schon eine Antwort vom Verlag da ist? Puh, bisher noch nicht. Glück gehabt! Glück gehabt? Ich möchte doch wissen, wie es ankommt.

Jede Menge zu überarbeiten

Da, da ist die Antwort vom Verlag. Neugierig öffne ich die Mail, obwohl ich gerade mit meinem Mann im Kurzurlaub bin. Nur mal kurz schauen. Hätte ich besser gelassen. Ich sehe direkt lauter Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge und Nachfragen. Aber jetzt muss ich das erst mal vergessen. Ich bin mit meinem Mann weg, wir wollen die Zeit genießen.

Immer wieder kreisen meine Gedanken um das Manuskript. Ich bin unruhig, möchte mich am liebsten jeder Frage direkt widmen und sie aus der Welt schaffen. Oh, man, ich weiß gar nicht, ob ich in der Lage bin, das alles zu ändern. Was wollen die überhaupt? Das ist halt mein Stil, warum soll ich das alles ändern? Und was haben die alles für Nachfragen! Das weiß doch kein Mensch! Wie soll ich das nur wieder heraus bekommen?

Extra-Ausflug um Fragen beantworten zu können

Am Ende unseres Kurzurlaubs fahren wir noch mal an einer der Sehenswürdigkeiten vorbei. Es gab eine kleine Nachfrage im Manuskript dazu. Ich hatte die Antwort nicht parat und wusste, dass ich sie auch nicht im Internet finde. Doof nur, dass man dafür auf die Sehenswürdigkeit hoch hinauf musste. Ich habe doch Höhenangst! Ja, ich habe alle Ausflüge für das Buch selbst und ausgiebig unternommen, aber ich bin nicht überall hochgestiegen. Und jetzt kommt natürlich genau dazu, eine Nachfrage. Mist! Mein Mann hat auch Höhenangst, aber er überwindet sie für mich. Geht hoch und macht schnell überall von Fotos. Das sollte reichen.

Der Umgang mit Kritik

Jetzt geht es schnell nach Hause. Ich muss mir die Anmerkungen zum Manuskript genau anschauen. Ich soll so viel ändern. Ich schreibe nie wieder ein Buch. Ich kann mit Kritik nicht umgehen. Das macht mich fertig. Aber ich will doch besser werden. Ich freue mich, dass die Lektorin nicht einfach alles selbst umgeschrieben hat, sondern mir Tipps gegeben hat, wie ich es anders machen kann. Ich habe es immer noch selbst in der Hand. Aber eigentlich finde ich meinen Stil gar nicht so schlecht. Warum soll ich das denn anders machen? Die vorgeschlagenen Wörter passen einfach gar nicht zu mir. Die will ich nicht schreiben.

Gut, jetzt habe ich wirklich Zeit für das Manuskript. Der Haushalt ist jetzt erst mal egal. Jetzt bin ich nur auf das Manuskript fokussiert Ich kann mich jetzt in Ruhe daran setzen und noch mal daran arbeiten. So schlimm sind die Anmerkungen gar nicht. Damit komme ich klar. Ich verstehe, was die Lektorin meint. Und ich möchte dazu lernen. Demnächst werde ich dann von selbst darauf achten.

Es bleibt mein Text

Hm, an dieser Stelle bin ich aber wirklich anderer Meinung. Für mich ist das absolut logisch. Ich frage meinen Mann um Rat. Der sagt mir, dass ich es dann eben so lassen soll. Ja, eigentlich richtig. Ich muss nicht alles ändern. Es sind Vorschläge. Das hat mir auch die Lektorin noch mal gesagt. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann ich vieles besser annehmen. Es sind Verbesserungsvorschläge, aber es ist mein Text und ich darf meine Wörter benutzen. So nehme ich dann doch vieles an, formuliere es teilweise noch mal um, aber es bleibt mein Text mit dem ich mich identifizieren kann. Wenn etwas gar nicht zu mir passt, dann kann ich das auch sagen.

Jetzt komme ich gut voran. Das Manuskript ist überarbeitet und ich fühle mich gut. Der Text ist jetzt noch besser und Unstimmigkeiten wurden beseitigt. Es ist aber mein Text geblieben. Ich bin froh über die hilfreichen Anmerkungen und nehme mir vor,  grundsätzliche Tipps auch in Zukunft zu berücksichtigen.

Jetzt heißt es erst mal eine ganze Weile warten. Kleinere Nachfragen kommen noch mal an einzelnen Stellen. Ich kümmere mich immer schnell darum. Möchte alles direkt optimieren. Aber ansonsten ist meine Arbeit jetzt erst mal erledigt.

Tolle Illustrationen

Endlich bekomme ich die Illustrationen zu sehen. Ich bin begeistert und freue mich schon riesig darauf sie im gedruckten Buch zu sehen. Sie sind so toll geworden! Große Dankbarkeit für die hervorragende Arbeit der Illustratorin. Vor dem Druck habe ich noch letzte kleine Fehler entdeckt. Hoffentlich werden sie noch rechtzeitig beseitigt. Alles soll am Ende perfekt sein. Ich freue mich über die kurzen und unkomplizierten Wege beim Verlag. Es ist schon toll bei einem so kleinen Verlag mit so lieben Leuten zu sein. Ich fühle mich dort gut aufgehoben. Es ist genau das richtige für mich.

Bald ist das Buch da

Das Cover wird schon mal im Internet gezeigt. Jippi, bald ist es wirklich so weit und ich kann mein nächstes Buch in den Händen halten. Ich kann es kaum erwarten.

Der Moment, wenn das Buch dann da ist, ist ein ganz besonderer. Endlich ist es da! Endlich! Und so schön geworden! (Hier beziehe ich mich auf die Erfahrungen zu meinem ersten Buch “Abenteuer zwischen Nordeifel und Aachen“.) Am liebsten würde ich über nichts anderes mehr sprechen, aber das Interesse ist natürlich bei anderen schnell verflogen. Und auch meine Euphorie legt sich, denn gleichzeitig kreisen die Gedanken schon wieder um das nächste Buch. Der Prozess geht von vorne los.

Rezensionen zum Buch

Natürlich bin ich neugierig, was andere zu dem Buch sagen. Gefällt es ihnen? Hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich! Ich surfe durchs Internet nach auf der Suche nach Rezensionen. Oh, da ist ja eine! MeinHerz schlägt. Ich möchte so gerne wissen, was über das Buch geschrieben wird, aber ich habe auch Angst davor. Vorsichtig lese ich den Text. Puh, jede Menge lobende Worte. Erleichterung! Freude!

Mein Buch!

Immer wenn ich mein Buch in einer Buchhandlung sehe oder wenn ich aus einer Lesung daraus vorlese, freue ich mich. Mein Buch! Da ist ganz viel Stolz und Freude! Alles ist irgendwie immer noch so unwirklich, so unglaublich. Ich bin Autorin, ich habe dieses Buch geschrieben und es wird von anderen gelesen. Das ist wirklich toll! Und alle Zweifel sind verflogen. Ja, ich möchte weiterhin dieses Leben führen, ich liebe es zu schreiben und das ist genau das richtige für mich!

Abenteuer am Teutoburger Wald – Lilly und Nikolas auf der Suche nach den verflixten Wörtern, illustriert von Sabrina Pohle, Biber & Butzemann Verlag, erscheint im März 2020

Über die Rechercheausflüge zu “Abenteuer zwischen Nordeifel und Aachen” könnt ihr ebenfalls etwas auf meinem Blog lesen.

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