Rezension: Der Lesewolf

Leseratten – ja, die kennt man. Aber kennt ihr auch schon den Lesewolf? Im Wald ist der vorlesende Wolf jedenfalls schon bekannt. Die Tiere versammeln sich gerne um ihn herum um den Geschichten zu lauschen.

Der Lesewolf“ ist ein tolles Bilderbuch, das die Faszination von Geschichten und dem Vorlesen herüber bringt. Schon zu Beginn des Buches wird das Vorlesen als eine schöne Beschäftigung zwischen Vater und Tochter dargestellt. Der Vater liest der Tochter auf einer Bank im Wald vor. So lange bis sie nach Hause müssen. Die Geschichte ist allerdings noch nicht zu Ende und so geht es nun darum, dass der Wolf unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht und da kann man ihn ja sehr gut verstehen. Hier kommt der nächste Aspekt ins Spiel, der rund um Bücher wichtig ist: Lesen zu können. Der Wolf kann es nicht und so eröffnet sich ihm nicht von alleine die Welt der Geschichten. Er ist auf andere angewiesen. Leider traut dem Wolf keiner. Er ist als böses Tier bekannt, das andere auffrisst. Zum Glück hat der Hase ein Einsehen. Er liest dem Wolf das Buch zu Ende vor. Damit ist die Sache aber noch nicht erledigt. Der Wolf bekommt nicht genug und möchte sich immer wieder vorlesen lassen. Aber auch das reicht ihm nicht. Er möchte selber hinter das Geheimnis der Schriftzeichen kommen und selber lesen lernen. Auch hier erfüllt der Hase dem Wolf seinen Wunsch und so wird aus dem Wolf der Lesewolf.

Mut, Vertrauen und Vorurteile

Selbstverständlich geht es in der Geschichte auch um Mut und Vertrauen sowie um Vorurteile. Keines der Tiere traut dem Wolf, aber kennen sie ihn eigentlich wirklich oder ist das nur ihre vorgefertigte Meinung über ihn? Der Wolf verspricht, dass er dem Vorleser nichts tun wird und er hält sein Versprechen ein. Der Hase nimmt seinen ganzen Mut zusammen und glaubt ihm. Er hilft dem Wolf dabei, die Welt der Geschichte zu erkunden.

Etwas schade ist es lediglich, dass der Wolf zu Beginn der Geschichte durchaus als der böse Wolf dargestellt wird. Es wird nämlich gesagt, dass er den Vater und die Tochter normalerweise fressen würde, nur die Geschichte, der er lauschen möchte, hält ihn davon ab. Schön wiederum ist dann natürlich, dass Geschichten und Bücher ihn davon abhalten, andere zu  töten und zu fressen.

Faszination Geschichten

Für mich steht aber die Faszination rund um die Bücher und Geschichten im Vordergrund. Das macht den Wolf natürlich sofort sympathisch. Und man wünscht sich, dass auch Kinder, die dieses Buch lesen, ebenfalls von der Magie der Bücher und Wörter berührt werden.

Ich finde auch, dass das Buch sehr schön zeigt, wie wichtig Lesen ist, um ein selbstbestimmtes, mündiges Leben zu führen. Das wird man sicherlich nicht in diesen Worten thematisieren, aber die Bedeutung des Lesens kommt hier schon deutlich heraus.

Die Bilder können mich ebenfalls überzeugen. Die Geschichtsausdrücke und die Körpersprache der Tiere sind besonders gut gelungen. Wir schauen uns dieses Buch auf jeden Fall sehr gerne an.

Der Lesewolf von Bénédicte Carboneill und Michaël Derullieux, übersetzt von Gregory Clauce Zäch, Midas Verlag, ISBN 978-3-03876-136-5, 15 €

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