Rezension: Erstlesereihe Mattis

Manchmal ist es doch ganz gut, wenn man im Internet unterwegs ist. Ich weiß nicht, ob ich ohne die Seite „Was mit Kinderbüchern“ auf Facebook auf Silke Schlichtmann und ihre Bücher aufmerksam geworden wäre. So habe ich aber nun mit großer Begeisterung die zwei ersten Bücher der Mattis-Reihe kennen gelernt: „Mattis und das klebende Klassenzimmer“ und „Mattis und die Sache mit den Schulklos“.

Mattis und das klebende Klassenzimmer

Im ersten Band erfahren wir, dass Mattis Eltern denken, dass Mattis irgendwann im Gefängnis landen wird. Klarer Beweis dafür sind die unzähligen empörten Briefe des Klassenlehrers, in dem die schlimmsten Vergehen geschildert werden. Als Mattis den Ordner mit den Briefen durchblättert, ärgert er sich ordentlich, denn in den Briefen ist alles ganz falsch dargestellt. Das muss er unbedingt richtig stellen und so erzählt er, was aus seiner Sicht wirklich passiert ist. Im ersten Buch geht es um die Sache mit dem Sekundenkleber, die in einem großen Chaos im Klassenzimmer endet. Dabei kann Mattis doch wirklich nichts dafür, wenn der Klassenlehrer Herr Storm auf einmal möchte, dass Kati aufsteht um etwas an die Tafel zu schreiben. Mattis hat doch gerade mit seinem guten Einfall endlich mal dafür gesorgt, dass Kati es schafft, still an ihrem Platz sitzen zu bleiben. Und dass dann auch noch andere Schüler von seiner guten Idee profitieren wollen, ist ja nun auch wirklich nicht seine Schuld. Doof nur, dass Herr Storm auch diese Schüler an diesem Tag unbedingt aufrufen muss. Am Ende landet wieder mal ein Brief bei Mattis Eltern, die auch noch dem Lehrer alles direkt glauben. Kein Wunder, dass Mattis nun den Stift ergreift und aufschreibt, wie es wirklich war.

Mattis und die Sache mit den Schulklos

Im zweiten Band erzählt uns Mattis dann, was in Wirklichkeit bei den Schulklos passiert ist. Immerhin soll sich jede Klasse etwas überlegen, wie die Toiletten in der Schule vernünftig genutzt werden. Da kommt Mattis auf den Gedanken, dass es darum geht, richtig zu zielen und sich nicht zu langweilen. Also malt er in die Pissoirs verschiedene Tiere mit dem Edding. Was für eine geniale Idee! Dafür würde er sicherlich jede Menge Lob einheimsen. Doch dann staunt Robert so, dass ihm eine Fliege in den Mund fliegt und alles geht doch noch schief. Die Bewunderung seiner Kunstwerke durch den Lehrer bleibt natürlich auch aus. Das hätte Mattis wirklich nicht verdient. Er hat doch sogar die Klos geputzt. Von Sachbeschädigung kann man also keinesfalls sprechen. Nur doof, dass sein Lehrer das mal wieder anders sieht und seine Eltern ihm nicht die Gelegenheit geben, alles klar zu stellen.

Wie der zweite Band einem Kind gefallen hat, könnt ihr übrigens auf dem Blog von meinem Sohn nachlesen: www.buecherzwerg.de

Witzig und fröhlich

Eine erfrischende Erzählweise aus Sicht eines Kindes macht das Buch zu einem fröhlichen und leichten Lesevergnügen. Beim Lesen muss man Mattis und seine verrückten Ideen einfach gerne haben. Ob man so ein Kind gerne in seiner Klasse hätte, ist natürlich eine andere Sache, aber vielleicht nimmt man nach der Lektüre eines solchen Buches Kinder, die sich wie Mattis verhalten, nicht nur als Störfaktoren wahr, sondern versucht auch mal ihre Sicht einzunehmen. Somit haben die Mattis-Bücher auch eine wichtige Botschaft für erwachsene LeserInnen. Klar, wenn etwas nicht so läuft, wie es eigentlich sollte, ist man gewillt, direkt loszuschimpfen. Irgendwelche Ausreden möchte man da gar nicht hören, doch Mattis zeigt uns, dass hinter diesem fantasievollen Verhalten keine böse Absicht steckt. Man sollte den Kindern zumindest die Chance geben ihre Sicht der Dinge darzulegen.

Ich finde die ersten zwei Mattis-Bücher wirklich großartig. Sie sind für Kinder ab sieben Jahren geschrieben und ich denke auch, dass sie genau den Humor der Zielgruppe beinhalten und bei Kindern super ankommen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich sie auch als Erwachsene sehr gerne gelesen habe und mich jetzt schon auf weitere Bände freue. Mattis Ideen sind einfach herrlich und machen unglaublich viel Spaß. Quatsch, Witz, kindliche Empörung und die kindliche Sicht der Dinge – hier passt einfach alles zusammen.

Zum Vorlesen und Selberlesen

Die Bücher eignen sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen. Sie werden als Erstlesebücher beworben. Allerdings sollte man wissen, dass die Begriffe „Erstleser“ und „Erstlesebücher“ sehr dehnbar sind. Dies sind Bücher für fortgeschrittene Erstleser, die schon gut einen etwas längeren zusammenhängenden Text lesen können. Es gibt bunte Illustrationen, die jedoch schon deutlich im Hintergrund stehen. Es kann zum Beispiel auch mal sein, dass auf einer Seite nur ein kleiner Lautsprecher zu sehen ist.

Mattis und das klebende Klassenzimmer von Silke Schlichtmann, illustriert von Maja Bohn, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-26220-1, 10€

Mattis und die Sache mit den Schulklos von Silke Schlichtmann, illustriert von Maja Bohn, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-26221-8, 10€

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