Rezension: Die Geschichte einer Straße

Ich kenne sehr viele Bilderbücher und viele davon gefallen mir auch richtig gut, aber manche begeistern mich so richtig. Eins davon ist „Die Geschichte einer Straße – Eine Reise durch die Jahrtausende“. Dieses Buch kann man sich einfach immer wieder angucken und es wird nie langweilig – weder für Kinder noch für Erwachsene.

Veränderungen über Jahrtausende

In dem Buch geht es um eine Straße, die an einem Fluss liegt. Wir können uns nun von Doppelseite zu Doppelseite anschauen, wie sich diese Straße im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte verändert. Als erstes sehen wir ein Dorf mit Zelten an diesem Fluss. Eine wirkliche Straße gibt es noch gar nicht, denn dieses Dorf steht dort in der Steinzeit und zwar ungefähr im Jahr 10 000 v. Chr. Es ist mehr eine kleine Lichtung als eine Straße. Die Menschen gehen Beeren sammeln, jagen und Fische fangen. Rund um die Lichtung sieht man einen dichten Wald. Blättert man nun die Seite um, macht man einen Sprung 8000 Jahre nach vorne. Es ist nun das Jahr 2000 v. Chr und die ersten Ackerbauern haben sich hier niedergelassen. Der Platz, auf dem die Hütten mit strohgedeckten Dächern stehen, hat sich vergrößert und Felder wurden angelegt. Die nächste Veränderung sehen wir dann 600 v. Chr. in der Eisenzeit. Weiter geht es dann mit der Römerzeit, in der man ganz klare Veränderungen sieht. Aus dem Dorf ist eine Stadt mit Amphitheater, Therme, Tempel und Wohnhäusern geworden, die jedoch 400 Jahre später fast komplett wieder verschwunden sind. Wir können beobachten, wie die Wikinger das Dorf überfallen, wir begleiten das Dorf in das Mittelalter, in dem letztendlich wieder eine Stadt entsteht, wir bekommen die düsteren Pest- und Kriegszeiten mit, wir erleben, im 18. Jahrhundert wieder bessere Zeiten, in denen auch wohlhabende Bürger und Adlige sich in der Straße niederlassen, wir sehen, wie Fabriken im 19. Jahrhundert das Bild der Straße wieder komplett verändern, beobachten den Wachstum der Stadt und kommen letztendlich bei einer heutigen Straße an.

Suchaufgaben und Sachinformationen

Die Straße hat viele Veränderungen mitgemacht und wir erleben einen Kurzdurchlauf der menschlichen Geschichte. Auf den Bildern gibt es sehr viel zu entdecken. Überall auf den Bildern sind kleine Szenen dargestellt, so dass es unmöglich ist, beim ersten Anschauen schon alles zu sehen. Schon kleinere Kinder können sich dieses Buch anschauen und auf den Bildern bekannte Dinge entdecken. Je älter die Kinder sind, können sie auch schon einiges dabei lernen. Rund um die Bilder, die jeweils fast eine ganze Doppelseite einnehmen, gibt es noch kleine Suchaufgaben. Einerseits regen sie dazu an, sich die Bilder genauer anzuschauen und haben einfach ein wenig Rätselcharakter, andererseits geben sie noch viele interessante Informationen über die jeweilige Zeit preis. Die Suchaufgaben sind kleine Sätze, die eine Aussage enthalten, z.B. heißt es auf der Seite über das Dorf im Mittelalter „Alle Bauern müssen das Land bearbeiten, das jetzt dem Herzog gehört.“ Damit erfährt man etwas über die Bauern und dass es einen Herzog gab, man kann aber auch einfach auf dem Bild die Szene suchen, in der die Bauern auf dem Feld arbeiten.

Am Ende des Buches wird man dann mit ein paar Quizfragen noch einmal auf die Zeitreise geschickt, in dem man interessante Dinge auf den einzelnen Seiten noch mal nachschauen soll. Außerdem sind in einem Glossar einige Wörter noch einmal kurz erklärt.

Das Buch ist wirklich gut gemacht. Man kann sehr viel lernen, aber die Informationen  drängen sich nicht unangenehm auf. Je nach Alter des Kindes sucht man sich die Sachen heraus, die passend und interessant sind. Mal schaut man nur die Bilder, mal erzählt man dazu, mal beantwortet man Fragen der Kinder zu der jeweiligen Zeit, mal guckt man sich Suchaufträge an – immer so wie es gerade passt und am besten immer wieder und ganz oft. Und vielleicht sogar das eine oder andere Mal ohne Kind, denn auch man selber hat viel Spaß an diesem Bilderbuch.

Die Geschichte einer Straße – Eine Reise durch die Jahrtausende, illustriert von Steve Noon, übersetzt von Bernd Kockerols und Suzanne Patzelt, DK Verlag, ISBN: 978-3-8310-3525-0, 16,95€

Ich danke dem DK Verlag für das Rezensionsexemplar.

4 Gedanken zu „Rezension: Die Geschichte einer Straße

  • 21. September 2018 um 08:02
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    Toll, dem bin ich schon öfter begegnet, hab aber noch nie reingeschaut, jetzt könnte es für unsere Grosse passen (für mich sowieso 😊). Danke für den Tipp! Lg, Eliane

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    • 21. September 2018 um 08:29
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      Gerne! ☺ Ich finde es wirklich richtig toll!

      Antwort
  • 14. Januar 2019 um 13:26
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    Ich glaub, das bekommt der Joni zum Geburtstag.

    Antwort
    • 14. Januar 2019 um 13:36
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      Ich finde das Buch toll! Es wird hier auch immer wieder darin geblättert.

      Antwort

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