Rezension: Island – Auf glühenden Kohlen

Island – das ist ein Land das mich interessiert. Klar, es liegt ja auch im Norden. Ich war allerdings noch nie dort, durfte aber jetzt zumindest mal literarisch mit dem Kinderbuch „Weltreise Island – Auf glühenden Kohlen“ dorthin reisen. Der Titel ist allerdings ein wenig irreführend, denn tatsächlich reist hier niemand, sondern wir begleiten Élin, ihren Bruder Einar sowie ihre Freundin Lilja, die alle in Island beheimatet sind, bei einem gefährlichen Ritt quer über die Insel.

Folgen eines Vulkanausbruchs

Der Vulkan Eyjafjallajökkull bricht aus. Dies bedeutet für viele Menschen einfach nur, dass der europäische Flugverkehr lahmgelegt wird, aber für die Menschen in Island ist es weit schlimmer. Viele Höfe sind in ihrer Existenz bedroht, darunter auch der von Élins Familie. Natürlich gibt es viele Bemühungen rechtzeitig alle Tiere in Sicherheit zu bringen, dennoch fehlt für einige ein Platz im Stall. Leider ist auch Élins Pferd Afdrif darunter und so beschließt Élin Afdrif und die anderen Jungpferde auf dem Weg durch das gefährliche Hochland in den Norden zu bringen. Ihr Plan ist nicht nur verrückt, sondern auch ziemlich mutig, denn der Weg durchs Hochland ist alles andere als einfach, insbesondere zu dieser Jahreszeit. Dennoch kann sie auf die Hilfe ihres Bruders und ihrer Freundin zählen, die sie nicht alleine lassen, sondern sie begleiten. Das ganze Abenteuer ist ein einziger Wettlauf gegen die Zeit, denn wenn der Wind dreht, könnte alles schnell vorbei sein.

Informationen über Island

Dieses Buch gibt einem einen guten Einblick in das Leben in Island und zeigt einem, mit welchen Problemen die Menschen in diesem Land umgehen müssen. Es ist ein Land mit starken Naturgewalten und einer ganz besonderen Landschaft, was in diesem Buch sehr deutlich wird. Trotz der herrschenden Kälte und der kargen Landschaft, in der die Pferde kaum etwas zu fressen finden, bekommt man Lust auf dieses Land und seine Bewohner. Das Buch vermittelt einiges an Wissen und an Eindrücken. Wie sich die Nachnamen von Isländern bilden, wissen wir zwar wohl alle spätestens seit der Fußball EM 2016, ansonsten erfährt man es aber auch in diesem Buch. Auch Sagen, Geistergeschichten und der Glaube an das kleine Volk werden erwähnt . Darüber hinaus ist es eine spannende Abenteuergeschichte und eine Geschichte über Zusammenhalt und Mut, aber auch Pferdeliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

An manchen Stellen fragt man sich vielleicht, ob ein solches Abenteuer für Kinder realistisch ist und wie lange eigentlich der Akku des Smartphones hält, aber letztendlich ist das für die Bewertung des Buches nicht entscheidend. Gut gefällt mir in diesem Zusammenhang, dass es bei dem Abenteuer einige Schwierigkeiten, wie z.B. das verletzte Pferd, gibt, die sich auch nicht in Luft auflösen, sondern ein Umdenken der Kinder erfordern.

Das Ende des Buches kommt recht plötzlich. Für mich ist an dieser Stelle das Abenteuer noch keineswegs abgeschlossen, aber vielleicht würde es sich ansonsten auch zu sehr ziehen.

Illustrationen und Übersichtskarte

Ob man die skizzenhaften Zeichnungen mag, ist Geschmackssache. Sie wirken jedenfalls nicht kindlich und passen zu der Geschichte.

Hilfreich ist die Übersichtskarte von Island vorne und hinten im Buch. Hier ist auch der Weg der Kinder mitten durch die Insel eingezeichnet.

Insgesamt bekommt man durch diese spannende Abenteuergeschichte einen tollen Einblick in das Land. Das Buch schafft es, einem Island näher zu bringen. Auch wenn mich Island interessiert, habe ich mir z.B. über die Konsequenzen eines Vulkanausbruchs für die Bewohner noch nie Gedanken gemacht. Dies ändert sich nun durch dieses Buch.

Ich kann „Island – Auf glühenden Kohlen“ an Kinder ab etwa 8-10 Jahren nur empfehlen.

Weltreise Island: Auf glühenden Kohlen von Jana Steingäßer und Sabine Rixen, DIX Verlag, ISBN: 978-3-941651-74-6, 11,90€

2 Gedanken zu „Rezension: Island – Auf glühenden Kohlen

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