In Büchern stecken viele Stunden Spielspaß

Zur Zeit liebt Bücherwürmchen es mal wieder Geschichten aus Büchern nachzuspielen. An sich finde ich das ja auch ganz gut, aber erstens bekomme ich natürlich immer die doofen Rollen und zweitens legt Bücherwürmchen Wert darauf, dass alles wortwörtlich nachgesprochen wird. Ich muss zugeben, dass sich Bücherwürmchen die Texte deutlich besser merken kann, während ich doch immer wieder ins Schleudern gerate und in höchster Not improvisieren muss… Allerdings hatte ich bei dem Buch „Pippilothek“ Glück: Hier musste ich nur das Huhn verkörpern, welches nur einen geringen Redeanteil hat, während der Papa die schwierigere Rolle des Fuchses erhielt. Bücherwürmchen war die Maus, gab Anweisungen und ließ sich nicht vom Zaubern ablenken… Jedenfalls hatte Bücherwürmchen wieder mal eine geschickte Rollenwahl getroffen, denn immerhin ist die Maus diejenige, die sich am besten in der Bibliothek auskennt… (Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, Atlantis Verlag, ISBN: 978-3-7152-0620-2)

Besonders gerne spielt Bücherwürmchen momentan Käpt’n Sharky. Unser erstes Buch von Käpt’n Sharky war „Käpt’n Sharky bei den Wikingern“. Dieses Buch mochte Bücherwürmchen nicht so richtig. Er meint, der Wikinger Olof wäre ihm zu wild… Nun haben wir zwei andere Bücher von Käpt’n Sharky: Aus der Bücherei haben wir uns „Käpt’n Sharky rettet den kleinen Wal“ ausgeliehen und ganz neu haben wir das Buch „Käpt’n Sharky und der Dolch des Sultans“ vom Coppenrath Verlag erhalten. Nun tauchen in Bücherwürmchens Spiel häufig ein Walfängerschiff sowie das liebe Seeungeheuer Sepio auf und Kapitän Drax (verkörpert durch den Papa oder mich) werden pantomimisch die Hosen aufgeschlitzt, so dass er nur noch in Unterhose auf dem Deck steht. Noch faszinierender findet Bücherwürmchen sogar den Flaschengeist Sufi, der in der Geschichte rund um den Scheich Salam al Raschid vorkommt. Natürlich gibt es so einige Merchandise-Artikel zu kaufen, die einem die geheimnisvolle Welt des Orients nach Hause bringen sollen. Naja, diese Dinge halte ich für recht überflüssig… Ich weiß nicht, was an dem Plastik-Flaschengeist, den man in einer Flasche mit Wasser auf- und absteigen lassen kann, so spannend sein soll. Eine kleine Spielerei, die die Aufmerksamkeit des Kindes kurz fesselt und danach in einer Ecke landet. Anders die Inhalte des Buches, welche uns beim Spiel bereits eine ganze Weile begleiten. Dabei geht es bei uns weniger darum, dass der Sohn des Scheichs aus den Fängen des Feindes befreit werden soll, als um die Figur des Flaschengeistes. Sufi hat es Bücherwürmchen angetan und so müssen die Dialoge zwischen Käpt’n Sharky und dem Flaschengeist, in denen die drei freien Wünsche geäußert werden, immer wieder nachgespielt werden. Und trotzdem bin ich immer noch nicht so ganz textsicher… Da kriege ich den Fluch „Fliegendreck und Spinnenschleim“ sowie das „Häh!“ nach dem Trinken des „Gluglus“ schon besser hin. Nur schade, dass nach dem Walabenteuer kein Gluglu getrunken werden kann, denn auf dem Boot zwischen den Eisebergen ist dieser leider gefroren…

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So lange Käpt’n Sharky in den verschiedenen Gegenden der Welt herum kommt und Abenteuer erlebt, haben wir jedenfalls einiges zu spielen. Und neben den Hauptfiguren Käpt’n Sharky, Michi und Ratte, die meist zwischen Bücherwürmchen, Mama und Papa aufgeteilt werden, kommen dann auch immer wieder neue, spannende Charaktere hinzu (Scheich, Sultan Hofmarschall und Flaschengeist oder Kapitän Drax, Wale und ein Seeungeheuer), um die dann ein Abenteuer gestrickt wird, bei dem Käpt’n Sharky und seine Mannschaft meist jemandem zur Hilfe kommen, denn so schreckliche Piraten sind sie dann doch nicht. Zumindest haben sie ein Herz für Tiere und den Sohn des Scheichs. Natürlich geht sowohl die Befreiung des Walkindes als auch die Reise ins Land von Sultan Suleiman nicht ohne Probleme und Gefahren vonstatten, aber am Ende kann dann auf den Erfolg doch immer der Gluglu getrunken werden – zumindest solange er nicht gefroren ist…

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Welche Geschichten spielen eure Kinder nach und wie nah bleiben sie dabei am Original dran?

 

Käpt’n Sharky rettet den kleinen Wal von Jutta Langreuter und Silvio Neuendorf, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61319-0, 12,95€

Käpt’n Sharky und der Dolch des Sultans von Jutta Langreuter und Silvio Neuendorf, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61854-6, 12,95€

 

2 Gedanken zu „In Büchern stecken viele Stunden Spielspaß

  • 29. März 2015 um 15:35
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    Meine Mädels haben früher am allerliebsten “Wir Kinder aus Bullerbü” nachgespielt. Im Kindergarten musste dann auch gleich die ganze Gruppe mit ran. Zu Hause gab es dann Doppelbesetzungen wie “Papa, du bist Lasse und Bosse”, während ich mich immer ganz schnell als Großvater zur Verfügung stellte. Der sitzt ja nur im Lehnstuhl und kriegt was vorgelesen. Ich fand das richtig toll, auch jetzt noch spielen die Kinder immer wieder Szenen aus Büchern nach, oft auch mit Playmobil. In der Grundschule steckte meine Große die Mädchen mit “Die zauberhaften Schwestern” an. Es wurden dann kurzerhand noch Figuren hinzu erfunden, da es ja nur vier Schwestern sind. Aus dem Nachspiel von “Der Zauberer der Smaragdenstadt” auf dem Schulhof in der dritten Klasse, entstand dann bis zum Ende der vierten Klasse ein ganzes Theaterstück, bei dem die ganze Klasse mitspielte. Ich bin richtig erfreut darüber, dass meine Tochter hier oft Impulsgeber war, Bücher in Spiele umzusetzen. Ich bin sehr gespannt, inwiefern Bücher unser Purzelchen zum Spielen anregen werden.

    Antwort
    • 29. März 2015 um 18:01
      Permalink

      Das hört sich auch richtig toll an! 🙂

      Antwort

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