Ferdinand der Stier ist toll – egal ob im Theaterstück oder im Buch

Juchhu! Ein Buch von „Ferdinand dem Stier“! Da haben wir uns aber alle sehr gefreut, als wir dieses Buch erhalten haben, weckt es doch schöne Erinnerungen in uns. Im Urlaub auf der Insel Poel sahen wir ein Puppentheaterstück mit dem Titel „Ferdinand der Stier“, eine schöne Geschichte, die auch schon etwas für die kleineren Kinder war. Die Akteurin ging schön auf die Kinder ein und spielte die Geschichte toll vor. Anschließend haben wir immer mal wieder von Ferdinand gesprochen, der so gerne an den Blumen schnupperte anstatt zu kämpfen. Mir war gar nicht bewusst, dass es zu dem Theaterstück auch eine Buchvorlage gab. So lange jedenfalls nicht, bis ich in dem Buch “1001 Kinder- & Jungendbücher – Lies und, bevor du erwachsen bist!” geblättert habe und dabei über Ferdinand den Stier gestolpert bin. Als ich dieses Buch gesehen habe, war mir sofort klar, dass wir das unbedingt haben müssen. Dann kam das Buch bei uns an. „Hm“, dachte ich erst einmal, „so viele Seiten? Das sieht ja fast eher nach einem Kinderbuch als nach einem Bilderbuch aus…“ Ja, das Buch hat sehr viele Seiten, aber auf jeder Seite ist nur ganz wenig Text. Links stehen einige wenige Sätze und rechts ist ein schwarz-weiß Bild zu sehen. Und als wir das Buch dann angeschaut haben, habe ich mich dann richtig gefreut: Die Geschichte ist genauso wie bei dem Theaterstück. Es gibt laut Bücherwürmchen nur einen Unterschied, der ihn im Übrigen ziemlich irritiert: Ferdinand wird in dem Buch größer. Erst ist er in dem Buch ein kleines Kalb und später dann schon ein ordentlicher Stier. Natürlich wurde Ferdinand auch im Theaterstück älter, doch da er ja eine Puppe war, wuchs er nicht und blieb immer der niedliche, kleine Ferdinand. Trotz dieses für Bücherwürmchens merkwürdigen Unterschieds freute auch er sich sehr, dass er seinem alten Bekannten Ferdinand nun im Buch wiedertreffen kann. Das Buch ist anders als andere Bilderbücher, bereits von außen wird klar, dass es ein „altes“ Bilderbuch ist. Die Illustrationen in schwarz-weiß sind für uns, die ja doch viele bunte Bilderbücher kennen, etwas gewöhnungsbedürftig. Dadurch, dass nur wenig Text auf jeder Seite steht, wird das Tempo aus der Geschichte genommen – aber all dies passt hervorragend zu Ferdinand, der ganz selbstbewusst anders ist als die anderen Stiere und der lieber in Ruhe an Blumen schnuppert als mit anderen Stieren zu kämpfen. Am Ende rettet ihn dieses Verhalten sein Leben und er muss nicht weiter in die Stierarena, sondern darf zurück zu seiner Mutter auf die Weide.

Ich glaube, wenn ich dieses Buch im Laden gesehen hätte und nicht bereits das Theaterstück kennen würde, hätte ich diesem Buch wohl keine weitere Beachtung geschenkt. Ich hätte es vermutlich noch nicht einmal als Buch für kleinere Kinder angesehen. Wie gut also, dass ich durch das Theaterstück einen anderen Blick auf das Buch hatte, denn die Geschichte ist einfach toll und irgendwie auch bezaubernd. Und gerade wenn man bereits Bilder zu dieser Geschichte im Kopf hat, ist es eigentlich umso schöner, dass sie einem nicht durch bunte, detailreiche Bilder zerstört werden. Die schwarz-weißen Illustrationen, die das wichtigste des Geschehens einfangen, reichen hier vollkommen aus. „Ferdinand der Stier“ werden wir uns sicherlich noch häufig angucken, uns an der Geschichte erfreuen und uns an den schönen Sommerurlaub auf der Insel Poel erinnern.

978-3-257-01163-0

Ferdinand der Stier von Munro Leaf und Robert Lawson, Diogenes, ISBN: 978-3257011630, 14,90€

5 Gedanken zu „Ferdinand der Stier ist toll – egal ob im Theaterstück oder im Buch

  • 5. November 2014 um 14:55
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    Hallo, witzigerweise habe ich, als ich die Überschrift dieses Beitrags las, gedacht, du hättest dieses Buch bereits erwähnt und jetzt käme die Rezension. Aber nein: ich kenne das Buch aus einem wundervollen Film: The Blind Side mit Sandra Bullock. Da gehen sie, unabhängig von der Handlung (oder doch nicht? Darauf muss ich beim nächsten Schauen noch mal achten…ich liebe diesen Film!) in eine Buchhandlung und ihre schon relativ großen Kindern bleiben bei diesem Buch aus Kindertagen hängen. Dann liest sie das abends noch einmal vor.
    Seit dem dachte ich immer, ich wüsste gerne mehr über dieses Buch. Aber wenn das ein Renner in Amerika ist…hab mich nie darum gekümmert! Toll! Danke
    Schau dir den Film an! Nicole

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  • 5. November 2014 um 15:06
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    Das ist ja lustig! Den Film kenne ich gar nicht, aber dann werde ich ihn mir vielleicht mal anschauen. 🙂

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  • 6. November 2014 um 13:23
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    Ich muss mich noch mal berichtigen. Laut Bene ist das Buch entscheidend für die Handlung des Films. Anhand der Buchfigur Ferdinand erklärt die Mutter ihrem “Pflegesohn”, wie American Football funktioniert. Er soll einfach wie Ferdinand sein Team beschützen.
    Jetzt bin ich erst richtig gespannt auf das Buch und werde mir danach noch mal den Film anschauen.

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    • 6. November 2014 um 13:55
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      Aha, jetzt bin ich aber auch neugierig auf den Film! Weiß nämlich gerade gar nicht so genau, wie das jetzt gemeint sein soll…

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    • 7. November 2014 um 14:49
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      Ich zitiere einen Kommentar, der unter meinem Artikel bei Facebook gepostet wurde: “…gehört mit zu den schönsten Tiergeschichten…auch die Illustrationen dazu…lauft in die nächste Buchhandlung und kauft…” 🙂

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