Das kleine Schaf Charlotte in einem riesigen Bilderbuch

Es gibt Bücher, die machen bereits durch ihr Format auf sich aufmerksam. „Das Schaf Charlotte“ ist so ein Buch. Und ich kann natürlich von so einem Buch nicht meine Finger lassen. Da wittere ich doch direkt ein schönes Bilderbuch, schön im Sinne von schön anzufassen und anzugucken. Die Geschichte kommt in so einem Fall erst in zweiter Linie. Damit sich ein solches Buch jedoch bewährt, muss natürlich auch der Inhalt letztendlich gefallen. Zum Glück passt bei dem „Schaf Charlotte“ beides zusammen. Das Buch ist wunderschön und die Geschichte ist es auch. Perfekt!

Auf sehr großen Seiten, die jeweils fast vollständig von einem seitenübergreifenden Bild eingenommen werden, wird die Geschichte von der kleinen wilden Charlotte erzählt. Eigentlich ist auf den Bildern nur sehr wenig zu sehen. Kleine Details gibt es hier gar nicht. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche und sind gerade deshalb sehr eindrucksvoll. Da wird man zum Beispiel von vier Schafen angeschaut oder man sieht die kleine Charlotte alleine im Dunkeln unter einem großen Baum. Ganz tolle Bilder, die einem direkt die richtige Atmosphäre für diese Geschichte vermitteln. Hinzu kommt die sympathische Hauptfigur des Buches: Das Schaf Charlotte, welches anders ist als alle anderen Schafe. Charlotte weidet nicht brav auf der Weide und lässt sich nicht vom Hütehund Charly einschüchtern. Nein, Charlotte ist mutig und probiert gerne neue Dinge aus, worüber die alten Schafe nur ihre Köpfe schütteln. Aber am Ende, als dem Schäfer ein Unglück passiert und er Hilfe braucht, erweist es sich als Glücksfall, dass Charlotte ein Schaf ist, welches es wagt, neue Wege zu gehen. Es gibt also auch eine schöne Botschaft in diesem Buch: Wagt es ruhig, eigenes und neues auszuprobieren und anders als der Rest zu sein!

Jetzt hoffte ich nur noch, dass Bücherwürmchen dieses Buch auch gefällt, denn es macht sehr viel Spaß dieses Buch und die Reaktionen der alten Schafe vorzulesen: „Tz-tz-tz!“, „Oh, oh, oh!“ und „Auwei, auwei, auwei!“. Aber da war Verlass auf Bücherwürmchen! Bei den Äußerungen der alten Schafe breitet sich jedes Mal ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und er will wissen, warum die das immer sagen. Außerdem gefällt es ihm momentan gut, wenn jemand im Buch aus der Reihe tanzt. Da kam doch das Schaf Charlotte genau richtig! Bleibenden Eindruck machte jedoch der verletzte Schäfer, der auch direkt in sein Bauernhofspiel integriert wurde. Nur leider bekam zunächst ich die Rolle des verletzten Schäfers zugeteilt, bevor sich dann auch alle seine Spieltiere an ihren Beinen verletzten und der Schäfer Platz für ein Tierkrankenhaus machen musste. Jetzt spielt er zufrieden Bauernhof und Krankenhaus und ich freue mich, dass ihm wieder einmal ein Buch als Spielvorlage diente.

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Das Schaf Charlotte von Anu Stohner und Henrike Wilson, Hanser Verlag, ISBN: 978-3446206007, 14,90 €

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