Rezension: Willkommen bei den Grauses – Der normale Schulwahnsinn
(Rezensionsexemplar) Es gibt so Bücher bzw. vor allem Kinderbuchreihen, die begleiten irgendwie das Aufwachsen der Kinder. Sobald ein neuer Band einer Reihe herauskommt, wird er einem der Kinder vorgelesen. Dazu gehören zum Beispiel die Snöfrid-Bücher oder Petronella Apfelmus. Mittlerweile gehört auch die Reihe „Willkommen bei den Grauses“ dazu.
Vor Kurzem ist der dritte Band „Der normale Schulwahnsinn“ erschienen. Die ersten beiden Bücher haben wir bereits gelesen – und ich sehe die Situationen, in denen wir sie gelesen haben noch genau vor mir. Wir hatten unglaublich viel Spaß an den Büchern, denn die Figuren sind einfach herrlich und sie sind uns mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.
Familie Grause
Zur Familie Grause gehören die Kinder Muh (ein Dilldapp), Wolfi (ein Werwolf-Mädchen) sowie Husch (ein unsichtbares Geistermädchen). Die Eltern sind Olga (ein Flaschengeist) und Holger (ein Felf). Außerdem gibt es noch Opa Schrat und Mopp, den Wischmopp-Hund. Sie wohnen in der Sackgasse, in der auch das Mädchen Ottilie wohnt, die sich sofort mit der schrägen Familie angefreundet hat. Sie hilft den Grauses im Menschenleben klar zu kommen.
Muh und Wolfi gehen zur Schule
Nun geht es also für Muh und Wolfi in die Schule. Natürlich wissen die beiden nicht besonders viel darüber, wie es in einer Schule abläuft und so kommt es, trotz ihrem Bemühen und Ottilies Hilfe zu einigen Missverständnissen. Die gemeinen Mädchen Mona, Lisa und Mona-Lisa sorgen zudem dafür, dass Muh und Wolfi immer wieder in schwierige Situationen geraten. Auch zu Ottilie sind sie nicht nett. Zumindest so lange nicht, bis sie merken, dass Ottilie eine wunderschöne Singstimme hat. Von da an sind sie sehr freundlich zu ihr und holen sie in ihre Band. Ottilie weiß nicht, was sie machen soll und freundet sich mit den Mädchen scheinbar an. Doch was ist mit den Grauses? Lässt sie die auf einmal etwa im Stich?
Missverständnisse und Freundschaft
Das Buch macht unglaublich viel Spaß und man fiebert richtig mit. Zum einen sind die ganzen Missverständnisse einfach herrlich. Die Figuren sind klasse. Man lernt sie immer besser kennen und freut sich über ihre Weiterentwicklung. Gleichzeitig wird einem das Herz schwer, wenn man liest wie Ottilie von den Mädchen ausgenutzt wird und wie schlecht sie sich dabei ihren eigentlich Freund:innen gegenüber verhält. Aber am Ende geht dann natürlich doch noch alles gut aus.
Das Thema Freundschaft, sich gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen zieht sich durch das ganze Buch und wird authentisch dargestellt. Als Leser:in wird man hier nah am Geschehen mitgenommen und man erlebt hier alles so emotional mit, dass man unbedingt schnell weiterlesen muss, um zu der Auflösung der schwierigen Situationen zu kommen.
Anderssein
Grundsätzlich behandelt die Reihe auch die Fragen, was Anderssein und Normal bedeutet, wie man andere mit ihren Eigenarten akzeptieren kann und inwiefern man sie verbiegen sollte, um bei anderen anzukommen. Das alles sind ernste und wichtige Themen, die hier wunderbar humorvoll, aber auch eingängig behandelt werden.
Liebevolle Illustrationen
Das Buch ist schwarz-weiß illustriert, wobei die liebevollen Bilder einem so manche skurrile Situation noch mal vor Augen führen.
Wenn ihr die Reihe noch nicht kennt, kann ich euch nur empfehlen, sie zu lesen. Am besten startet ihr mit Band eins und lest dann direkt bis zu dem dritten Band durch.

Willkommen bei den Grauses – Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann, illustriert von Daniel Steudtner, Planet!, Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, ISBN: 978-3-522-50890-2
