ab 10 Jahrenab 12 Jahrenab 8 JahrenRezensionSpiele

Spielvorstellung: Stadt Land Vollpfosten

Früher hat man „Stadt Land Fluss“ gespielt. Ein Spiel, das ich wirklich gerne mochte und das man überall ohne große Vorbereitung spielen konnte. Wenn man jedoch die klassischen Kategorien (Stadt, Land, Fluss, Name, Tier, Beruf) jedes Mal genommen hat, musste man irgendwann nur noch seine Standardantworten so schnell wie möglich runterrasseln. Zum Beispiel habe ich das „D“ immer gerne gemocht: Düsseldorf, Dänemark, Donau, Daniel, Dackel, Dachdecker. Aber irgendwann wird das eben auch langweilig.

Abwechslungsreiches Spiel

Eine richtig gute Geschäftsidee hatte da der Verlag Denkriesen mit seinen „Stadt Land Vollpfosten“- Spielen. Und da gibt es tatsächlich so gut wie nichts, was es nicht gibt. Zum einen gibt es das Spiel neben der Classic-Edition, die aber auch schon kreative Kategorien hat, zu den verschiedensten Themen (von der Silvester-Edition über Fußball, Weihnachten, 70er/80er/90er, Haustiere und Urlaub bis hin zu „Kölle Alaaf“ ist einfach alles dabei) und zum anderen existieren mittlerweile auch unterschiedliche Spielvarianten. Zusätzlich gibt es auch noch Juniorvarianten mit Kategorien für Kinder ab etwa 8 Jahren. Ab 10 Jahren können sie aber auch schon gut die meisten anderen Kategorien beantworten.

Verschiedene Varianten von Stadt Land Vollpfosten

Wir haben mittlerweile eine Brettspielversion, ein Kartenspiel, die Family Levels-Edition und einen Block zum Thema Urlaub.

Grundsätzlich geht es immer darum, Wörter mit vorgegebenen Buchstaben zu genannten Kategorien zu finden.

Der Block funktioniert genauso wie das bekannte „Stadt Land Fluss“-Spiel, nur eben mit weiteren Kategorien – passend zum Oberthema.

Beim Kartenspiel hat jeder eine gewisse Anzahl an Buchstabenkarten auf der Hand, die man durch Nennung eines Wortes mit diesen Buchstaben zu den aufgedeckten Kategorien so schnell wie möglich loswerden muss.

Bei der Levelsvariante baut jeder vor sich eine Pyramide mit Kategorienkarten auf. Jeder hat also unterschiedliche Kategorien vor sich liegen, die bearbeitet werden müssen. Dann wird für alle der gleiche Buchstabe mit dem Buchstabenwürfel gewürfelt und man muss so schnell wie möglich seine Karten loswerden. Wer schneller ein Wort nennt als die Mitspielenden darf eine Karte aus seiner Pyramide abbauen.

Im Prinzip ist dieses Spiel genau umgekehrt wie das Kartenspiel. Einmal haben alle die gleiche Kategorie, aber unterschiedliche Buchstaben und beim anderen Spiel haben alle die gleichen Buchstaben, aber verschiedene Kategorien.

Beim Brettspiel bildet man Teams und versucht so schnell wie möglich auf dem Spielplan ins Ziel zu kommen. Wenn man an der Reihe ist, schaut man auf welchem Feld man steht, denn dort erfährt man, wieviel Zeit man in dieser Runde bekommt (zwischen 10 und 30 Sekunden). Mit dem Würfel erwürfelt man den Buchstaben, mit dem man in dieser Runde alle Wörter bilden muss. Anschließend werden einem bis zu 6 Kategorien von einer Karte vorgelesen. Für jede Kategorie, für die man in der vorgegebenen Zeit eine Antwort findet, darf man ein Feld weiterrücken. Zusätzlich gibt es noch ein paar Sonderfelder, die das ganze noch spannender machen.

Kreatives Kategorien und Antworten

Die Kategorien sind wirklich ziemlich cool gewählt. Bei der Weihnachtsedition (Kartenspiel) wird z.B. nach Weihnachtspullimotiv oder was Weihnachten nervt gefragt. Und in der Urlaubsausgabe (Block) muss einem etwas einfallen, was typisch für Touristen ist, oder was man im Urlaub nicht gebrauchen kann.

Mit diesen Spielen wird „Stadt Land Fluss“ nie langweilig. Die unterschiedlichsten Kategorien machen einfach unglaublich viel Spaß und lassen Raum für kreative Antworten. Wichtig finde ich es hier, dass alle beim Spielen wissen, dass es um den Spaß geht und man nicht zu kritisch die einzelnen Beiträge wertet. Klar, Diskussionen gehören zum Spiel dazu und machen seinen Reiz aus („Ist Dart eine Wintersportart, nur weil die WM in dieser Zeit stattfindet?“ „Zählt die Antwort, dass es im Meer Hälse (von den Menschen, die im Wasser schwimmen) gibt?“ „Sind Igel wirklich selten?“).

Aber wenn das Ganze zu ernst genommen wird, kann es auch zu Unstimmigkeiten kommen und kreative Antworten, über die man ja auch gemeinsam lacht, werden weniger. Gerade die lustigen Antworten lassen das Spiel im Gedächtnis bleiben und schweißen zusammen. Bekannte Marke mit „I“. Ohne nachzudenken wurde bei uns einfach die Antwort „Ingo“ gegeben, worüber wir immer noch lachen müssen. Genauso ist es bei anderen Kategorien, bei denen  man im Nachhinein weiter über eine passende Antwort grübelt. „Stadt Land Vollpfosten“ ist auf jeden Fall ein Spiel, das nachwirkt. Und das auf jeden Fall zu einer weiteren Spielrunde auffordert. Immer wieder. Gerne dann auch mit neuen Kategorien.

Welche Variante ist unster Favorit?

Welche Spielvariante man bevorzugt, kommt ganz auf die Spielrunde und die Gegebenheiten an. Insgesamt funktionieren alle Spiele wirklich gut und man staunt, was man aus dieser Grundidee alles machen kann.

Für den Urlaub sind natürlich die Blöcke perfekt. Aber auch die Kartenspiele oder Levels-Varainten lassen sich gut im Gepäck verstauen.

Grundsätzlich ist aber tatsächlich das Brettspiel mein Favorit, denn hier tritt  man als Team gegeneinander an. Gerade wenn Kinder mitspielen, nimmt das ein wenig den Druck alles wissen zu müssen, aber auch sie haben immer wieder gute Ideen, die zu Punkten beitragen. Ungleichheiten von Wissen kann man durch gut gemischte Teams ein wenig ausgleichen, so dass alle Spaß am Spiel haben. Man kann sich gegenseitig zu Lösung inspirieren, ruft einfach rein und es geht relativ locker zu. Auch muss man hier nicht schnell schreiben können. Die Zeit, die die Felder vorgeben, kann für Kinder manchmal etwas knapp sein. Hier könnte man aber auch einfach vereinbaren, dass man grundsätzlich 10 Sekunden mehr Zeit nimmt. Bei unseren Spielrunden war es auch immer so, dass es am Ende richtig knapp wurde. Kein Team war den anderen komplett überlegen, wozu die vorgegebene Zeit auf den Feldern, die am Ende nur noch 10 Sekunden beträgt, beiträgt. Das schnellste Team wird am Ende ein wenig abgestoppt und die anderen können ein wenig aufholen.

Ich bin ein großer Fan dieser Spiele und habe immer wieder Freude daran – auch wenn ich manchmal in der Hektik total blockiert bin und somit auch häufig mal verliere. Schön ist aber, dass dies Spiele sind, bei denen auch mal ältere Kinder noch mal Lust haben mit der Familie zu spielen.

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