Rezension: Müffelmax

Nicht nur mein Sohn ist ein Fan der Edition Pastorplatz, auch ich bin immer wieder begeistert von den aufwändig und liebevoll herausgegebenen Büchern des Verlags. Heute möchte ich euch den „Müffelmax“ vorstellen:

Die Geschichte an sich ist etwas abstrus, aber enthält bereits viel Witz. Außerdem tolle, lebendige Figuren: Angefangen vom lebenslustigen und manchmal etwas frechen Max und seinen ganz normalen Eltern, die sich nicht in allen Erziehungsfragen zu helfen wissen bis hin natürlich zu Fritz Menschenfresser, Beruf Riese. Er scheint ein sehr finsterer Geselle zu sein, doch er ist ein Kompost-Vegetarier, den der faulige Geruch eines Kompostes anlockt. Nun ja, einmal hat er sich dabei ziemlich vertan, denn der Geruch kommt gar nicht von verdorbenen Obst und Gemüse, sondern von einem Kind, das sich weigert sich zu waschen. Klar, dieses Kind ist natürlich Max. Zunächst verjagt Max den Riesen durch seinen lauten Schreckensschrei, aber irgendwie wird Fritz wie magisch von diesem Kind angezogen. Max möchte sich aber nicht noch einmal so erschrecken lassen und legt sich mit seinem Lasso auf die Lauer. Letztendlich glückt es ihm sogar Fritz einzufangen und so kommen die beiden ins Gespräch und werden beste Freunde. Und damit Fritz nicht doch mal ausversehen an Max knabbert, fängt dieser sogar an sich zu waschen – zumindest zwei Mal im Monat.

Herrliche Bilder

So richtig zum Leben erweckt wird die Geschichte durch die Bilder, die ich einfach liebe. Sie sind humorvoll, zeigen einen sympathischen aufgeweckten Jungen und lassen uns die Geschichte mit all ihren Details miterleben. Es ist einfach herrlich wie Mele Brink die Szenen aufs Papier bringt und uns den Witz des Textes vor Augen führt. Wunderbar ist der Vater, der mit einem Tuch über der Nase im Spielzimmer sitzt, witzig die Mutter und die Katze mit Wäscheklammer auf der Nase. Überhaupt ist die Katze eine tolle Nebendarstellerin, auf die man immer  mal wieder einen Blick werfen sollte. Es wäre doch zu schade, wenn man nicht sehen würde, wie sie sich als Indiander-Katze in Schale geworfen hat.

Übrigens habe ich das Gefühl, dass Mele Brink eine Vorliebe für Messlatten hat. Bei ihren Illustrationen findet man in vielen Büchern eine Messlatte um Größen von Tieren und Menschen darzustellen.

Und worum geht es jetzt? Egal, das Buch ist klasse!

Ich muss zugeben, so ganz klar ist mir der Sinn dieser Geschichte nicht. Aber vermutlich ist das mal wieder so ein Erwachsenenproblem – oder sogar ein typisches Miri-Problem? Hm, ein bisschen unangenehm ist mir das ja schon. Am Ende eines Buches, insbesondere, wenn ich es bespreche, frage ich mich, worum ging es in dem Buch und was möchte es seinem Leser sagen. Ja, und was möchte der Müffelmax uns nun sagen? Regelmäßig waschen? Hat ja nur so halb geklappt… Als Eltern keine falschen Drohungen aussprechen, denn nachher bewahrheiten sie sich noch in Form von Riesen? Ist ja nicht so schlimm… Freundschaft ist auch zwischen ganz verschiedenen Personen und Wesen möglich? Das ist auf jeden Fall schön! Aber letztendlich ist es auch egal, was bei dem Buch letztendlich herum kommt, denn das Buch macht einfach Spaß und zwar sowohl in Text und Bild. Und ganz besonders toll ist bei diesem Buch das Zusammenspiel von Text und Bild, welches einen Seite für Seite wieder erfreut. Da ist es dann auch nicht wichtig, ob man am Ende noch den Durchblick hat.

Müffelmax von Silke Farmer und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-22-5, 14€

9 Gedanken zu „Rezension: Müffelmax

  • 3. November 2017 um 14:05
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    Das klingt sehr witzig. Aber bei dieser Rezension hat mir vor allem der letzte Absatz gefallen: Es scheint ja so eine deutsche Macke zu sein, dass Kinderbücher immer eine klare pädagogische Botschaft haben müssen. Ich mag es viel mehr, wenn es nicht (oder zumindest nicht so offensichtlich) so ist.
    Und wenn man als Erwachsener Bücher liest, kann man es doch eigentlich auch nicht haben, wenn einem der Autor zu aufdringlich eine Botschaft audfrücken will. Wenn ich bei eihem Buch dieses Gefühl bekomme, hat e es jedenfalls schon so gut wie verloren…
    Also: Großes Lob, wenn sie da sozusagen über ihren eigenen Schatten gesprungen sind. 🙂

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    • 3. November 2017 um 16:32
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      Eine klare eindeutige pädagogische Botschaft mag ich eigentlich auch nicht und deswegen ist es eigentlich komisch, dass ich nach einer Aussage gesucht habe… 😉

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      • 4. November 2017 um 21:12
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        Ich glaube, ich kann das schon nachvollziehen. Man sucht ja zumindest nach immer nach einer Art “Thema”. Aber vielleicht ist die Geschichte auch einfach ein bißchen (im besten Sinne) absurd. Ich bin jetzt jedenfalls neugierig geworden…

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        • 4. November 2017 um 21:52
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          Ich glaube, das bringt es ganz gut auf den Punkt 😉

          Antwort
  • 4. November 2017 um 19:18
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    Liebe Miri,
    vielen Dank für deine liebenswürdige und ausführliche Rezension! Viele Überlegungen hast du dir zu Müffelmax gemacht, find‘ ich klasse!  Und auch dir, Brise, möchte ich „Danke sagen“ für deinen Kommentar! Ich finde es ganz wunderbar, dass Müffelmax Anlass zum Gedankenaustausch gibt 😊

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    • 4. November 2017 um 20:24
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      Vielen Dank für dein erfrischendes Buch! ☺

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  • Pingback:Rezension: Loranga – Der beste Papa der Welt | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

  • 22. Februar 2018 um 10:00
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    Das hört sich nach einem Buch an, dass gut noch hier ins Regal passt 🙂
    Und ja, ich ertappe mich auch ab und an am Ende eines Kinderbuches und denke mit Fragezeichen in den Augen: Was soll mir das Buch denn jetzt sagen? (Geht mir bei den Büchern von der Hexe Zilly manchmal so.)
    Wie schön, dass Kinder das nicht fragen und die Geschichten auf sich wirken lassen!

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    • 22. Februar 2018 um 11:23
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      Ja, schade eigentlich, dass man Bücher nicht mehr wie ein Kind betrachten kann.
      Stimmt, die Hexe Zilly-Bücher haben echt kaum eine Aussage…

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