Für mich ist sie DIE Kinderbuchillustratorin: Ilon Wikland

Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass ich am völlig falschen Ort lebe. Dabei wohne ich doch nur im äußersten Westen Deutschlands, aber alle tollen Veranstaltungen rund um Kinderbücher sind immer gaaaaanz weit weg. Auf jeden Fall zu weit weg um mal eben dort hinzufahren. Echt doof! Gerade habe ich wieder von einer sehr spannenden Ausstellung gelesen: „Über Tische und Bänke – Die Bilderwelt der Ilon Wikland“. Aber wo findet die Austellung natürlich statt? In Berlin! Also nicht gerade vor der Haustür. Sehr schade, denn gerade die Bilder der Illustratorin Ilon Wikland, die Jahre lang mit Astrid Lindgren zusammen gearbeitet hat, hätten mich wirklich sehr interessiert.

Neulich habe ich mir übrigens bei SVT (schwedisches Fernsehen) ein Interview mit Ilon Wikland angeschaut und natürlich war mir die Person, die hinter den vielen von mir geliebten Illustrationen der Lotta-Bücher, der Kinder aus Bullerbü, von Madita, Mio, mein Mio, Karlsson und vielen mehr, steht, sofort sympathisch.

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Außerdem hat mich das Interview an meinen Artikel über Gunilla Bergström und Astrid Lindgren erinnert und nun ist mir auch klar, warum Astrid Lindgren und Ilon Wikland so gut zusammenarbeiten konnten. Beiden geht es um das wahre Leben, welches sie beide auf unterschiedliche Art und Weise kennen lernen mussten. Diese Erfahrungen schlagen sich in der Arbeit nieder. Und so wie Gunilla Bergström sagt, dass sie durch das Zeichnen Antworten auf ihre eigenen Fragen bekommt, sagt Ilon Wikland, dass sie zeichnet um zu überleben und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Ilon Wikland kam als Kriegflüchtlingskind alleine von Estland nach Schweden. Sie hat also die Schattenseiten des Lebens hautnah mitbekommen. Ihren Bildern wird oft vorgeworfen, dass sie zu lieblich sind und eine heile Welt zeigen. Sicherlich stimmt es, dass ihre Bilder eine warme Atmosphäre ausstrahlen, aber dennoch sind sie lebendig und aus einer kindlichen, authentischen Perspektive heraus gemalt, so dass sie ebenfalls einen Teil des Lebens gut nachvollziehbar darstellen. Gerade für Menschen, die bereits unschöne Dinge erlebt haben, können solche Bilder auch tröstend und heilend sein.

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Leider kenne ich ihre späteren Werke, die unabhängig von Astrid Lindgren erschienen sind, nicht. Sie selbst spricht davon, dass sie besser geworden ist. Nun, wo sie nicht mehr nur für Kinder malt, fühlt sie sich freier und hat das Gefühl, dass sie alles Mögliche zeichnen kann. Besonders neugierig bin ich persönlich ja auf ihre Illustrationen zu „Peter und der Wolf“. Klar, ich hänge an unserem alten Bilderbuch, welches für mich die „richtigen“ Bilder beinhaltet, aber sehr gerne würde ich mal einen Blick in das schwedische „Peter och vargen“ werfen…

Ilon Wikland hat ihr altes Heimatland Estland nicht vergessen und ihm 800 Originalzeichnungen geschenkt, die in einem Märchenland ausgestellt werden. Oh, da würde ich natürlich auch sehr gerne mal hin, aber das ist ja noch weiter weg als Berlin…

2 Gedanken zu „Für mich ist sie DIE Kinderbuchillustratorin: Ilon Wikland

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