Rezension: Du + Ich – Das Verbindungsbuch
Heute möchte ich euch ein besonderes Buch vorstellen, das bei uns eine wichtige Rolle beim Abendritual einnimmt: „Du + Ich – Das Verbindungsbuch“
Es ist ein dickes Eintragebuch für ein ganzes Jahr. Gedacht ist es so, dass es gemeinsam mit einem Elternteil Tag für Tag ausgefüllt wird. Dabei gibt es ein paar Basis-Elemente sowie jedes Mal eine neue zusätzliche Frage.
Wöchentliche Fragen
Zunächst kann man anhand von fünf Sternen sagen, wie der Tag grundsätzlich war. Anschließend kann dies noch schriftlich begründet werden. Es gibt eine Stressampel, Gesichter für die Gefühle des Tages sowie ein Geschenk, in das man schreibt oder malt, was man sich an dem Tag Gutes getan hat.
Die zusätzliche Frage ist dann zum Beispiel „Das war heute das coolste Spiel“, „Die Farbe meiner Unterhose heute war“, „Das war der tollste Gegenstand des Tages“ oder „Mit diesem Gedanken schlafe ich heute ein“.



Einmal pro Woche gibt es dann noch eine Spezialaufgabe, die man gemeinsam angeht. Hier kann man zum Beispiel überlegen, in welchen Punkten man sich ähnelt bzw. unterscheidet oder man erzählt sich, wie man sich das Leben in 10 Jahren vorstellt.
Sonntagsseiten und Zusatzseiten
Die Sonntagsseite ist tatsächlich jede Woche gleich. Hier geht es um den gemeinsamen Lieblingsmoment der Woche, Momente, in denen man sich nicht so gut verstanden hat und wie man diese beim nächsten Mal anders angehen kann, worauf man stolz ist, was lustig war und was man sich für die nächste Woche vornimmt. Außerdem kann man auf der linken Seite noch Erinnerungen aus der Woche festhalten, z.B. Eintrittskarten einkleben, etwas aufschreiben oder malen.

Alle paar Wochen gibt es dann noch weitere Seiten zum Ausfüllen: Zu Gefühlen, Ritualen, Fehlern, Marmeladenglasmomenten und vieles mehr.

Nach einem Jahr hat man dann ein prall gefülltes Buch voller Erinnerungen und gemeinsamer Momente.
Ich finde das Buch wirklich toll, vor allem auch, weil es so viel Abwechslung und interessante Fragen bietet. Gleichzeitig bleibt man so im Austausch und in der Verbindung mit seinem Kind und reflektiert den Tag und seine Gefühle.
Individuell ausfüllen
Wichtig ist es, dass man das Buch so anwendet, wie es für einen und vor allem für das jeweilige Kind passt.
Mein Sohn hat das Buch bereits über ein Jahr. Bei ihm haben mein Mann und ich abends unsere eigenen Rituale und so fülle nur ich das Buch mit ihm aus. Das heißt also, dass nicht jeden Tag etwas eingetragen wird. Hier ändere ich einfach die Wochentage und schreibe das Datum dazu. Außerdem fülle auch ich das Buch aus und nicht mein Sohn, da er nicht gerne schreibt. Die Sonntagsseiten werden zwar ausgefüllt, aber hier wird nichts gemalt oder eingeklebt.
Natürlich fände ich es persönlich schöner, wenn chronologisch jeder Tag ausgefüllt werden würde oder wenn man auch mal etwas malt oder einklebt. Aber es ist nicht mein Buch und es geht nicht darum, es so schön wie möglich zu gestalten, sondern um die gemeinsamen Momente mit dem Kind und um die so geschaffenen Erinnerungen.
Meine Tochter hat das Buch nun auch und bei ihr wird jeden Tag – abwechselnd vom Papa und von mir – etwas reingeschrieben. Sie hat mit ihren 5 Jahren da sehr viel Freude dran und malt auch gerne etwas rein. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie und womit sie begründet, warum ein Tag für sie schön war.
Wertvolle Erinnerungen und gemeinsame Momente
Das Ritual mit dem Buch wird den Kindern sehr schnell wichtig und sie fordern es schon nach wenigen Tagen ein. Schon bevor man das Buch aufschlägt, überlegen sie sich, wie viele Sterne der Tag bekommt und was sie sich selbst Gutes getan haben. Das ist übrigens die Kategorie, die ihnen am schwierigsten beim Ausfüllen fällt. Hier merkt man aber auch, dass ihnen immer bewusster wird, was ihnen selbst gut tut, oder auch wie sie ihre Gefühle besser benennen können, wenn man so etwas regelmäßig mit ihnen bespricht.
Ich habe eine Weile überlegt, wann der perfekte Zeitpunkt ist, damit die Kinder möglichst viel von dem Buch haben. Der Sohn war schon 10, als ich von dem Buch erfahren habe. Da passt das Buch auf jeden Fall auch noch sehr gut. Bei der Tochter habe ich gewartet bis sie 5 wurde. Auch dieses Alter finde ich für das Buch gut geeignet. Sie kann die Fragen schon gut und bewusst beantworten. Vielleicht kaufe ich ihr das Buch sogar noch ein weiteres Mal, wenn dieses voll ist. Ich finde die gemeinsame Zeit beim Ausfüllen und die Erinnerungen so unglaublich wertvoll.

Du + Ich – Das Verbindungsbuch für Ma*Pa + Mich von MiRA, ISBN: 978-3-910805-03-3
Weiteres Gesprächsritual
Bei meinem Sohn schließen wir übrigens an das Buch noch eine weiteres Ritual jeden Abend an, welches ich euch auch gerne kurz vorstellen möchte, da es uns ebenfalls sehr wichtig ist.
Ich habe festgestellt, dass abends eine gute Zeit bei ihm ist, um gewisse Dinge anzusprechen und zu klären. Ich möchte aber auch nicht, dass der Abend mit anstrengenden Gesprächen verbunden wird. Es ist mir wichtig, dass man mit einem guten Gefühl ins Bett geht. Deshalb habe ich einen Zettel mit verschiedenen Punkten gestaltet: ein Herz für liebe Worte, eine Sprechblase zum Erzählen, ein Fragezeichen zum Nachfragen, ein Bild für Entschuldigungen, eins für Tipps und eins für Bitten.

Jeder bekommt nun drei Glassteine. Abwechselnd legen wir sie nun jeweils auf ein Bild (kann auch immer das gleiche sein). Beim Herz sagen wir uns dann zum Beispiel, dass wir uns lieb haben oder bedanken uns für etwas. Manchmal erzählt das Kind noch von einer Situation am Tag oder es fragt nach, was an einem bestimmten Tag ansteht. Gab es eine weniger schöne Situation, gibt es vielleicht eine Entschuldigung oder einen Tipp, wie man so etwas beim nächsten Mal anders angehen kann etc.
Wichtig ist mir, dass immer ein Stein von mir dafür verwendet wird, um zu sagen, dass ich das Kind lieb habe. Egal, was war. Das positive soll bei diesem Ritual grundsätzlich überwiegen. Und tatsächlich kommen Tipps und Bitten auch sehr selten vor. Die meisten unserer Steine landen auf dem Herz, der Sprechblase und dem Fragezeichen. Zum Abschluss sprechen wir dann noch gemeinsam ein Gebet, welches das Kind von einer Ferienfreizeit kennt.
Für uns ist das immer ein schöner Abschluss vom Tag, der uns auch wieder nach Streitigkeiten oder anderen Schwierigkeiten zusammenkommen lässt.
